Bad Schandau 1994

Schon längst wollte ich Ihnen über meine Arbeit im Jugendlager des Volksbundes berichten! Es war am frühen Nachmittag, als wir – drei Studentinnen aus England – auf dem Bahnhof in Bad Schandau ankamen. Noch frisch in unserem Gedächtnis waren die Sonnenblumenwiesen, an denen wir mit dem Zug vorbeigefahren waren. Außerdem war es für uns etwas Besonderes, einen „Trabant“ zu sehen. Die Reise in die neuen Bundesländer fanden wir sehr abenteuerlich. Wir sind noch nie so weit gefahren, und wir waren auch sehr glücklich! Es gab ja vor der Vereinigung Deutschlands keine Möglichkeit für uns, mit dem Volksbund dort hinzukommen.

Die Begrüßung

Für mich war es das zweite Mal, dass ich auf einer Kriegsgräberstätte gearbeitet habe, und auf das Jugendlager hatte ich mich ein Jahr lang gefreut! Zur Begrüßung der Jugendlichen aus Deutschland, Polen, Lettland, Russland, Ungarn, Tschechien, England und der Slowakischen Republik kamen Herr Polleschner, Geschäftsführer des Volksbundes aus Dresden, und Frau Spenner, die Jugendlagerleiterin.

Fleißige Leute

Damit Sie sich ein Bild machen können, beschreibe ich Ihnen einmal den Friedhof, der oberhalb von Bad Schandau liegt. Ein sonniger, friedlicher Ort mit vielen Bäumen und Blumen, aber andererseits – die Gräber unglücklicherweise sehr vernachlässigt. Mit Freude haben unsere Hände in der Erde gegraben, Unkraut gejätet, Pflanzen eingesetzt und begossen. Der Höhepunkt war der Augenblick, in dem wir ein neues Holzkreuz errichteten und die Plaketten mit den Namen anbrachten. Ich habe noch nie so viele fleißige Leute gesehen wie in diesen zwei Wochen! Wir haben außerdem den Glockenstuhl der Kirche repariert und als Erinnerung eine Liste mit unseren Namen in einer Flasche vor dem Kreuz vergraben.

Vor allem haben wir uns, unsere verschiedenen Sprachen und Kulturen besser kennen gelernt!

Die Felsen, besonders die Schrammsteine, waren wirklich atemberaubend schön. Kein Wunder, dass diese Landschaft als „Sächsische Schweiz“ bekannt ist. Es waren jedoch nicht nur die Umgebung und die vielen Sehenswürdigkeiten, z. B. auch in Dresden, die uns besonders gefallen haben, sondern auch die freundlichen Leute, die uns in ihrem Heimatland so herzlich begrüßten und behandelten.

Manche Jugendliche finden es schwer, um die Toten des Zweiten Weltkrieges zu trauern. Er ist für sie nicht so hautnah, die heutigen Kriege dagegen bedrücken uns mehr. Ich sage, so lange es noch Kriege in der Welt gibt, müssen wir alle etwas dagegen tun. Wir dürfen auch die Menschen aus der Vergangenheit, die für den Frieden, für uns alle gekämpft haben, nicht vergessen. Nach dem Motto des Volksbundes „Arbeit für den Frieden“ können wir alle etwas zur Versöhnung und zum Frieden in der zukünftigen Welt beitragen.

„Work for peace“

Es wäre prima, wenn sich viel mehr Leute an der Arbeit des Volksbundes beteiligen würden. Dabei kann man nachdenken und viel lernen. Ich bedanke mich herzlich für die vielen „Zauberblicke“ und schätze die Freundschaften sehr, die ich für immer behalten werde, und ...

„Work for peace“ – Arbeit für den Frieden!

Ein Bericht der 18-jährigen Studentin Lena Turton aus Burton-on-Trent (Staffordshire/Großbritannien) über ihre Eindrücke im Jugendlager Bad Schandau (Quelle: Stimme und Weg, Heft 03/1995)

 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel


Jugendarbeitskreis Sachsen

Ihr findet uns auch auf Facebook!

Hier geht's lang!