Rossoschka 2009

"Schon vorbei?", "Die drei Wochen sind tatsächlich schon vergangen?", "Warum kann man das Rad der Zeit nicht anhalten, nicht noch ein wenig verweilen oder eventuellst noch ein oder zwei Wochen verlängern?" - Diese Fragen spukten in den Köpfen aller Teilnehmer/innen - seien es nun die russischen oder wir deutsche - am Abschiedstag. Und auch durch unsere gesamte Heimfahrt zurück nach Deutschland zog sich diese Form einer besonderen Melancholie, der Wehmut.

Das besondere an diesem Gemütszustand und somit auch das ursächliche für die ihm innewohnende Schwere war der Umstand, dass noch drei Wochen zuvor also am Tage unserer Anreise keiner der Teilnehmer auch nur im Enferntesten mit ihm gerechnet hätte. Im Gegenteil, Skepsis und latente Befürchtungen überwogen wie es immer ist, wenn es etwas Unbekanntes, Fremdes auf einen zukommt - Und was könnte Fremder, Unbekannter sein als dieses Russland, welches man zwar aus Nachrichten und Zeitungen dem Namen nach kennt, nicht aber der Art dem Esentiellen gemäß.

Die Meinungen der meisten deutschen Teilnehmer/innen zu Beginn der Fahrt waren eine Ansammlung verschiedener stereotypischer Annahmen - Rußland? Da trinken doch alle Wodka! Immer, bereits zum Frühstück...

"Und überhaupt", dachten diejenigen von uns, welche nicht in der Schule in den Genuss der russischen Sprache gekommen waren, "wie soll das werden - so fernab ohne die Sprache zu können? Werden wir uns verständigen können?" Ja, wir konnten. Sehr gut sogar. Was natürlich zu einem erheblichen Teil an den exzellenten Deutschkenntnissen der russischen Teilnehmer/innen, jedoch auch an dem unbedingten Wollen beider Seiten sich zu verstehen und kommunizieren zu können, lag - wenn gar nichts mehr half, musste auf die bewährte Zeichensprache zurückgegriffen werden!

Es war eine wirklich tolle, eindrucksvolle Zeit; Kein leichter, beschwinglicher Urlaub, dafür war der Ort zu geschichtsträchtig und über der Region liegt eine gewisse mahnende Ernsthaftigkeit, nicht aufdringlich oder unangenehm, aber stets vorhanden und sich jedem vergegenwärtigend. Es war eine Zeit, in welcher Völkerverständigung und interkultureller Austausch nicht nur gefordert, sondern auch gelebt wurden, eine Zeit, in der Ressentiments und Vorurteile überwunden wurden und bei jedem die natürlich bewusste, aber dennoch stets neu gemacht-werden-müssende Erkenntnis auftrat, dass wir alle gleich sind, ob wir in Köln oder in Wolgograd leben.

Der Balanceakt zwischen Arbeit auf den Kriegsgräberstätten und Freizeit wurde hervorragend geschafft, so dass auch genug Zeit vorhanden war, um sie an der Wolgo oder am Don zu verbringen, Sport zu machen, in geselliger Runde zusammen zu sitzen, in Wolgograd Museen zu besuchen oder in der rossoschkaer Steppe sitzend den Sonnenuntergang zu betrachten!

Zahlreiche neue Freundschaften wurden geschlossen, welche so bin ich mir sicher, überdauern werden oder - falls sie auf Grund der enormen Distanz nicht gelebt werden können sollten - an die sich immer erinnert werden wird!

Eine tolle Zeit! Danke dafür!

 

Ein Bericht von Kyrill Boschung

 

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