St. Petersburg 2005

Zehn Jugendliche aus Sachsen, Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg und Bayern reisten vom 30. Juli bis zum 16. August 2005 zu einer Begegnung mit russischen Jugendlichen nach St. Petersburg. Seit dem Jahr 2000 organisiert der sächsische Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge jeden Sommer derartige Jugendbegegnungen im Norden Russlands. Die 16- bis 21-jährigen Jugendlichen aus Deutschland waren in der Mittelschule Nr. 20 in einem Außenbezirk von St. Petersburgs untergebracht. Ihre russischen Altersgenossen gehörten der Abgangsklasse dieser Schule an oder waren bereits Studenten der Universität für Telekommunikation "Bontsch-Brujewitsch". Insgesamt beteiligten sich 12 russische Schüler und Studenten aus St. Petersburg an der Aktion.

Programmatischer Schwerpunkt der Jugendbegegnung war die Arbeit auf den Kriegsgräberstätten. Dazu wurde vom 02. bis zum 04. August auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Solugubowka bei Mga (Kirowskij Rajon) gearbeitet. Zusammen mit dem Umbettungsdienst des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. betteten die Jugendlichen in diesen drei Tagen über 1.000 Särge von gefallen deutschen Soldaten ein. Parallel dazu wurden im Lager des Volksbundes am Bahnhof von Mga neue Särge beschriftet und vernagelt. Abschließend fand am 04. August eine kleine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung statt, an der auch Professor Dieter Landgraf-Dietz, Mitglied des Bundesvorstandes des Volksbundes, und Konsul Ralf Eden vom deutschen Generalkonsulat St. Petersburg teilnahmen.

Eine ganz besondere Ehrung wurde der diesjährigen deutsch-russischen Jugendbegegnung des Landesverbandes Sachsen in St. Petersburg zuteil. Im Rahmen einer Gedenkfeier am 12. August 2005 auf dem Piskarijow-Memorial-Friedhof erhielt die Gruppe eine militärische Ehrenwache. Im Anschluss durfte sich der Leiter der Jugendbegegnung, Holger Hase, in das Goldene Buch des Friedhofes eintragen. Aus den Händen des Direktors Wladimir Jakowlewitsch Kolpakow erhielt er eine Urne mit "geheiligter Erde" vom Friedhof sowie eine Ehrenplakette. Die Jugendlichen hatten zuvor vom 08. bis zum 10. August auf dem Gelände des Friedhofes gearbeitet. Dabei wurden u. a. Grabsteine gerichtet und ein Grabfeld von der Fläche 500 x 100 m von Moos, Gras, Laub und Totholz befreit. Derartige Ehrenbezeugungen von russischer Seite sind trotz der verbesserten Beziehungen zwischen beiden Staaten noch immer eher eine Ausnahme, zumal der Piskarijow-Memorial-Friedhof wie kaum ein anderer Ort in Russland an die Schrecken des von Deutschland verursachten Krieges erinnert. Die Dresdner Gruppe war zudem überhaupt die erste Jugendbegegnung des Volksbundes, der eine solche Ehre zuteil wurde. Direktor Kolpakow sowie der anwesende Abgeordnete der St. Petersburger Duma, Igor Wladimirowitsch Wisotskij, würdigten in ihren Reden das Motto der Workcamps des Volksbundes "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" als richtungsweisend und zukunftsorientiert. Nur indem junge Menschen gezielt an die Ruhestätten der Opfer von Krieg und Gewalt geführt werden, könnten sie die historischen Zusammenhänge begreifen und daraus für ihre eigene Zukunft lernen. Beide bedankten sich ausdrücklich für die Initiative des Volksbundes und die geleistete Arbeit und verliehen der Hoffnung Ausdruck, dass das Begonnene im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Ein Bericht von Holger Hase

 

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