St. Petersburg/Mga 2004

Aufgeregt läuft Gabriela Raupach, die Leiterin der Jugendcamps, über den Berliner Flughafen. Sind auch die letzten Teilnehmer eingetroffen? Und haben alle auch nicht mehr als 20 Kilogramm Gepäck dabei? Und wo steckt Alexander schon wieder? In einer Stunde wird der Flieger nach Sankt Petersburg abheben, bis dahin muss alles stimmen.

So begann das Abenteuer Russland für ca. 15 Jugendliche aus ganz Deutschland. Die meisten hatten sich erst beim Vorbereitungswochenende im Mai kennen gelernt und nun war es soweit – die nächsten drei Wochen würden sie gemeinsam mit russischen Teilnehmern in einem kleinen Ort in der Nähe von St. Petersburg verbringen.

Nur wenige Stunden später ist das Ziel, die Internatsschule in Mga, erreicht. Die Neuankömmlinge werden herzlich von den russischen Jugendlichen begrüßt, und nach dem ersten „Beschnuppern“ werden die wichtigsten organisatorischen Dinge geklärt. Für die nächsten Tage steht viel auf dem Programm: man wird gemeinsam Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges pflegen, aber auch die Kultur soll nicht zu kurz kommen – in Sankt Petersburg gibt es viel zu sehen. Auch für die Ordnung in der Unterkunft ist die Gruppe selbst verantwortlich, darum werden Putz- und Tischdienste eingeteilt. Nachdem auch das geregelt ist, klingt dieser erste Abend gemütlich am Lagerfeuer aus…

Insgesamt vier Friedhöfe wurden von den Teilnehmern des Camps in Ordnung gebracht. Dabei darf man sich diese Stätten nicht wie Friedhöfe in Deutschland vorstellen. Meistens handelt es sich um Massengräber ohne Grabsteine, oft steht man auch noch auf den originalen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges. Nur ein großer, hässlicher Klotz (auch Denkmal genannt) weist auf die Bedeutung dieses Platzes hin.

Folglich bestand der größte Teil der Arbeit aus Unkraut zupfen und Rasen mähen, aber auch die Namenstafeln (soweit vorhanden) wurden gesäubert. Außerdem informierten die Teamer immer über die geschichtlichen Hintergründe der einzelnen Anlagen und am Ende der drei Wochen wurden Kränze niedergelegt.

Neben diesem eher ernsten Teil durfte aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen – dafür sorgten viele Ausflüge nach Sankt Petersburg. Viele nutzten die Zeit zum Shoppen, aber auch Museen (wie z. B. die weltberühmte Eremitage) und Kirchen luden zum Verweilen ein. Abgerundet wurde das Kulturprogramm durch den Besuch des St. Petersburger Balletts und einer nächtlichen Newa-Fahrt. Ein buntes Programm also, bei dem Langweile ein Fremdwort blieb. Schon eine Fahrt mit der Metro ist ein Erlebnis für sich…

Beeindruckend war auch der Besuch des Peterhofs, der Sommerresidenz des Zaren direkt am Finnischen Meerbusen, sowie der alten Hansestadt Nowgorod.

Beim „Familientag“ wurden die deutschen Jugendlichen in die Familien der russischen Campteilnehmer eingeladen und konnten so den Alltag – und vor allem die gute Küche -  ihrer Gastgeber kennen lernen.

Und natürlich blieb auch noch Zeit zum Baden, für Sportnachmittage und Spiele-Abende. Und Dank der weißen Nächte brannte das Lagerfeuer auch immer recht lange…

Bei so vielen gemeinsamen Erlebnissen und neuen Freundschaften fiel der Abschied nach drei Wochen natürlich nicht leicht. Doch der Flug war gebucht, die Räume der Schule in Mga nicht länger frei – schweren Herzens verabschiedete man sich am Flughafen, doch nicht ohne die Versicherung, einmal wieder zu kommen.

Ein Bericht von Franzi

 

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