Zeithain 2006

Nach einer ganz langen Reise kommt man endlich in Riesa an. Die Reise kann lang sein für die Teilnehmer, denn die meisten kommen von weit weg (aus Russland, der Ukraine, Belarus, Moldawien, Rumänien), und nur wenige (zwei um genauer zu sein) aus Deutschland. Wenn man direkt aus Dresden oder Leipzig kommt, ist das nicht mal so weit bis Riesa. Aber der Weg zu einem Ort, von dem man weiß, dass er viel Spaß und andere spannende Ereignisse für einen bereithält, ist immer unendlich lang. Denn egal woher man anreist und ob man gerade seine letzten Klausuren an der Uni oder die letzten Arbeiten in der Schule geschrieben hat, hat man eins gemeinsam: man will den Sommer in vollen Zügen genießen und neue Menschen kennen lernen. Obwohl man sehr müde ist und der Trubel des Alltags noch immer einen verfolgt, fühlt man sich erleichtert, denn man wird von Menschen abgeholt, die ein freundliches Lächeln für einen haben.

Wir stellten von Anfang an fest, dass das Camp ein interessantes Programm anzubieten hatte, denn es wurden einige der schönsten Ecken Sachsens erkundet, man kam in Kontakt mit der sächsischen Kultur. Als Highlights kann man Dresden, das wir mittels der professionellen Stadtführung, aber auch auf eigene Faust in den Shoppingsessions entdeckten, Leipzig, Meißen, dem wir uns auf Fahrrädern nähern durften, aber mit dem Bus verlassen durften wegen heftigem Regen, erwähnen. Einige Punkte müssen noch erwähnt werden: das Nudelmuseum und die Drachenbootfahrt in Riesa, sowie die Bären aus Torgau.

Aber wir waren nicht nur neugierig, was das Gastbundesland so zu bieten hat, sondern wir wollten auch mehr über die Länder der Anderen erfahren. Nichts ist schöner als neue Menschen kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören; das geschah am Abend in gemütlicher Runde, indem man auf der Bank saß, entspannte und quatschte. Aber man will auch andere Kulturen und Sitten besser kennen lernen. Eine gute Gelegenheit dafür bot uns auch das Nationalitätenfest, wo jeder Teilnehmer sein Land vorstellte.
Vielleicht waren wir uns dessen nicht bewusst, als es geschehen ist, aber durch diese einfachen Diskussionen haben wir etwas Großes geschafft: wir haben uns mit den Problemen der heutigen Gesellschaft auseinandergesetzt und versucht Vorurteile zu beseitigen, abzubauen und haben so auch ideale Voraussetzungen erreicht, neue Erfahrungen zu machen.

Eine Besonderheit dieses Camps war die Teilnahme Verwandter von Kriegsgefangenen sowie das Projekt der Erstellung der Lebensläufe dieser Kriegsgefangenen, das in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain durchgeführt wurde.

Dadurch und durch die Arbeit, die wir an der Kriegsgräberstätte geleistet haben (in knapp 8 Tagen haben wir 175t Muttererde über das Gelände der Kriegsgräberstätte verteilt), haben wir etwas bewiesen: FEINDE KÖNNEN FREUNDE WERDEN und wir haben, wie schon das Motto des Volksbundes besagt, für den Frieden gearbeitet. Nichts in dieser Welt ist selbstverständlich, und der Frieden um so weniger. Ich glaube spätestens nach diesem Camp ist uns allen das klargeworden.

Der Abschied fiel uns allen schwer, aber was bleibt, ist ein Bündel unvergesslicher Augenblicke und Erlebnisse.

 

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