Pirna / Dresden 2010

Am Ende ging alles ganz schnell: Koffergeklapper, hinein in den Bus, nach Dresden und von dort aus ausschwärmend in alle Winkel Europas. Die unerbittlich näherrückende und nun anstehende Heimreise beendete das, worauf die allermeisten, Organisatoren wie auch jeder einzelne Teilnehmer, ein ganzes Jahr gewartet hatten: das Workcamp Pirna/Dresden 2010. Und ich denke, nichts Falsches zu sagen, wenn ich es wage zu behaupten, dass für alle der Moment der Trennung nach 17 Tagen Gemeinschaft kein einfacher war. Verschiedenste Menschen aus den entferntesten Ländern wurden Freunde und ließen das internationale Workcamp in der Sächsischen Schweiz zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Als Teamer dieser Gruppe fragt man sich, was unterm Strich wirklich bleibt, ob der dort geleistete Dienst Früchte getragen hat. Ich muss nicht lange überlegen, denn die Antwort auf diese Fragen drängt sich mir förmlich auf: Es war eine der eindrucksvollsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens; zu erfahren, wie wunderbar schnell und innig sich jeder Einzelne einbrachte und schließlich ein Teil des großen Ganzen wurde. Gern beschreibe ich diese Gemeinschaft der Teilnehmer als eine große Familie, denn das war sie nach dieser Zeit wirklich. Verlebt man ein solches Camp gemeinsam, trotzt man Fluten und Stürmen, windet sich durch dicken Verkehr auf überfüllten Straßen und übersteht unendlich erscheinende Märsche durch die Untiefen sächsischen Wälder sprichwörtlich Hand in Hand, so schweißt das zusammen. Vor dem Hintergrund unserer Absichten, einen kleinen Teil zur Völkerverständigung beizutragen, ist dieser Schluss sicherlich der wichtigste. Dass dieses nicht immer einfache Unterfangen letzten Endes zu einhundert Prozent den Erfolg versprach, welchen wir uns so sehr erhofften, beweisen die noch wie am ersten Tag frischen Kontakte, welche ich Tag für Tag bis heute pflege.

Es bleiben also Freundschaften, soviel kann ich sofort sagen. Außerdem denke ich zurück an gewaltige und stundenlange Mafiaabende, an denen sich französische, rumänische und russische Räuberbanden gegenseitig das Leben schwer machten, an stimmungsvolle Gitarrenmusik und Männerchöre, welche so lange alles quer durch das musikalische Gemüsebeet musizierten, bis auch die letzte Stimme versagte, an konzentrierte Pokerrunden und unzählig viele und interessante Gespräche und Momente vor unserer Herberge unter dem Sternenhimmel. Dazu kommen die täglichen Ausflüge nach Dresden, Berlin, Bautzen und Pirna. Doch natürlich war nicht alles ausschließlich auf Spaß und Spannung angelegt, die Gedenkstätten in Pirna und Zeithain regten uns zum gemeinsamen Denken, Erinnern und Mahnen an. Arbeiten an verschiedenen Schauplätzen, welche das kriegerische und grausame Erbe Deutschlands und Europas weiterhin symbolisieren und bewahren, ließen uns unseren Teil zur Pflege des Friedens beitragen.

Doch sind es nicht nur Momente der vergangenen Tage, die sich mir aufdrängen, sondern auch die mit ihnen verbundenen Hoffnungen und Ausblicke. Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten nicht nur dreckige Wäsche, sondern auch viele wundervolle Erfahrungen und Eindrücke mit nach Hause nahmen, und vor allem, dass dieses Camp erst der Anfang vieler folgender Begegnungen miteinander gewesen ist.

 

Ein Bericht von Max Voertler

 

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