74. JAK: Stilles Gedenken zum 13. Februar

Am 13. Februar 2009 jährte sich die Zerstörung Dresdens zum 64. Mal. Seit einigen Jahren wird dieses Datum von Rechtsextremisten missbraucht. Ein würdevolles Gedenken und eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Ereignis werden zunehmend schwieriger. Für den JAK Sachsen war dies Anlass, sich einmal näher mit der Bombardierung Dresdens zu beschäftigen.

Gemeinsam mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung organisierten wir deshalb vom 13. bis zum 15. Februar ein Seminarwochenende in Dresden, das Raum bieten sollte für ein angemessenes Gedenken und eine inhaltliche Auseinandersetzung.

Am Freitag beteiligten wir uns zunächst an einer Gedenkveranstaltung auf dem Johannisfriedhof in Dresden-Tolkewitz. Nach der Gedenkrede, vorgetragen von Superintendent Dr. Peter Meis, mahnten Schüler einer Dresdner Mittelschule in einer szenischen Lesung eindrucksvoll zu einem friedlichen Miteinander der Völker. Anschließend wurden Kränze und Blumen an der Ruhestädte der Bombenopfer niedergelegt. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde am Kreuztor des Friedhofes das 64. Dresdner Mahndepot in den Boden eingelassen. Mahndepots markieren Orte des Erinnerns in Dresden. Nach dem Einlassen bleiben allein die Verschlusskappen sichtbar. In den Hülsen der Mahndepots eingeschlossen befinden sich jeweils ein Text der geschichtlichen Erzählung, die mit dem jeweiligen Ort verbunden ist, und eine aktuelle Fotografie. Die Mahndepots sind im Rahmen des Kunstprojektes "Gravuren des Krieges" entstanden und sollen Dresdner und Besucher auf Orte aufmerksam machen, die mit der Bombardierung der Stadt in Zusammenhang stehen.

Am Abend nahmen wir am stillen Gedenken an der Frauenkirche teil. Um 21.45 Uhr läuteten alle Glocken der Stadt. Die Menschen gedachten am Neumarkt in würdevoller Weise der Opfer der Bombenangriffe und entzündeten Kerzen. In der Frauenkirche fanden Veranstaltungen statt, die die Überwindung von Krieg, Rassismus und Gewalt anmahnten.

Der Samstag stand im Zeichen der inhaltlichen Auseinandersetzung. In einem Tagungsraum der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung beschäftigten wir uns zunächst mit dem Bombenkrieg im Allgemeinen. Im Anschluss beschäftigten wir uns mit den Angriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945. In einem Zeitzeugengespräch wurde uns die Lage in der Stadt vor, während und nach dem Angriff sehr eindrucksvoll geschildert. Noch bis zum 13. Februar fühlte man sich in Dresden relativ sicher, auch wenn man von den zerstörten Städten in anderen Regionen wusste und es auch schon kleinere Angriffe auf die Residenzstadt gegeben hatte. Während und nach der Bombardierung begann jedoch für die Bevölkerung ein harter Überlebenskampf.

Im Anschluss diskutierten wir, zusammen mit unserer Zeitzeugin, über einen angemessenen Umgang mit der Zerstörung der Stadt, über die Bedeutung des Gedenkens, von Mahnmalen und von Aufklärungsarbeit, damit dieses Ereignis nicht in Vergessenheit geraten, nicht politisch missbraucht werden und sich vor allem nicht wiederholen möge.

 

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