Arbeitseinsatz in Fort-de-Malmaison/Frankreich

Soldaten aus Kropp im Einsatz für den Volksbund

18. Juli 2017

Die Köche können auch anders !!!

Teilnehmer Arbeitseinsatz am Panzerdrehturm

Nach Abschluss der Kranzniederlegung

Auch in diesem Jahr beteiligten sich Soldaten aus dem Standort Kropp am Arbeitseinsatz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.. Der ehemalige Standortälteste Kropp, Herr Oberst Michael Krah, hatte diesem Einsatz seiner Soldaten zugestimmt. Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 “Immelmann“ hatte eine Gruppe von 9 Soldaten unter Führung von OStFw Hansen rekrutiert, die sich am 2. Juli 2017 in aller Früh in ziviler Kleidung auf den Weg nach Frankreich machten.

Dieser Arbeitseinsatz musste aufgrund der Vorgaben des Auswärtigen Amtes aufgrund der aktuellen Sicherheitslage in Frankreich komplett ohne Uniform stattfinden. Das Verlassen der Kaserne in Uniform war den französischen und somit auch uns deutschen Soldaten nicht gestattet. Fast zehn Stunden dauerte es, bis wir die Kaserne “Camp de Sissonne“ im Departement Aisne unweit der französischen Ardennen erreichten. Wie im Rahmen einer Erkundungsfahrt vereinbart, wurden 10 Einzelstuben für das Arbeitskommando bereitgehalten.

Am 3. Juli 2017 ging es nach Einnahme der Frühstücksverpflegung das erste Mal zur ca. 40 km entfernten deutschen Kriegsgräberstätte Fort-de-Malmaison. Dort ruhen 11.841 deutsche Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg. Wir verschafften uns einen ersten Überblick über die anfallenden Arbeiten, in die wir durch das sehr kompetente und auch kooperative französische Personal der Gedenkstätte eingewiesen wurden.

Unmittelbar im Anschluss ging es dann an unseren einzigen aber dafür umso umfangreicheren Auftrag: - Säubern und abschleifen, - mit Rostschutzfarbe anstreichen und (nach Einwirkung von 2 Tagen) - neu anstreichen von insgesamt 965 gusseisernen Grabzeichen. In der ersten Woche hatten wir mächtig Glück mit dem Wetter. So ging es bei subtropischen Temperaturen von um die 30 Grad sehr gut voran. Es ging sogar so gut voran, dass dem Personal der Gedenkstätte die Rostschutzfarbe ausging. Nach Ablauf der ersten Woche hatten wir bereits sämtliche 965 Grabzeichen gesäubert und abgeschliffen, sowie bereits ca. 570 mit Rostschutz und neuer Farbe angestrichen (soweit der Vorrat reichte!!!).

Verpflegt wurden wir im Übrigen vom französischen Militär: Morgens vor der Fahrt zum Friedhof und abends nach Rückkehr wurden wir in der Truppenküche der Kaserne verpflegt. Für das Mittagessen konnten wir jeweils morgens kalte “Lunch-Verpflegung“ empfangen. Bei der gewünschten Durchführung eines Grillabends zeigten sie sich zudem sehr kooperativ. Am Freitag, den 7. Juli 2017 ging es dann mittags ins wohl verdiente Wochenende. Noch am Freitag stand eine Betreuungsfahrt in die Nähe von Sedan in den französischen Ardennen auf dem Programm. Hier erhielten wir am “Ouvrage de la Ferté“, am nordwestlichen Ende der Maginot-Linie eine deutschsprachige Führung. Sehr anschaulich wurde eine der großen Tragödien des Westfeldzugs dargestellt. Bei dem Kampf um das Infanteriewerk kamen die komplette französische Besatzung durch Kohlenmonoxid-Vergiftung (107 Soldaten) und 90 deutsche Soldaten ums Leben.

Am Samstag folgte dann ein Ausflug in die Champagne. Südlich der Stadt Reims in dem Dorf Ludes besuchten wir das Champagner-Haus “Canard Duchene“. Hier wurde uns - ebenfalls in deutscher Sprache - Einblick in die Herstellung und Lagerung von Champagner gewährt. Die Führung beinhaltete einen kurzen Abstecher zu den Weinreben, den Abstieg in die mit 10 Grad doch recht kühlen Weinkeller und die Verköstigung von zwei auswählbaren Champagner-Sorten. Diese erwiesen sich als sehr schmackhaft, was sich in dem abschließenden Verkauf zeigte: Jeder Teilnehmer nahm mindestens eine Flasche mit auf den Heimweg. Nach den gewonnenen neuen Eindrücken verweilten wir dann noch ein paar Stunden in der Innenstadt von Reims. Der Tag endete mit einem zünftigen Grillabend und anschließender Stubenparty. Den Sonntag nutzten dann die meisten zur Erholung und zum Aufladen der Akkus für die anstrengende zweite Woche.

In der zweiten Woche hatten wir nicht mehr so viel Glück mit dem Wetter. Zeitweise machte leichter Nieselregen das Arbeiten unmöglich. Die aufzutragende Rostschutzfarbe verwässerte und zerlief sofort. So konnten wir vor der Kranzniederlegung zwar noch alle 395 verbliebenen Grabzeichen mit Rostschutzfarbe aber davon nur noch ca. 255 schwarz anstreichen.

Die Gedenkfeier fand am 12. Juli 2017 um 11 Uhr im kleinen – nur der Länderbeauftragte und das Friedhofspersonal waren noch zusätzlich anwesend – aber würdigen Rahmen statt. Nach dem Niederlegen des Kranzes hat der Kommandoführer das Totengedenken gesprochen und nach einer Schweigeminute beim Überreichen der Gastgeschenke Worte des Dankes an den Länderbeauftragten, das Friedhofspersonal und das äußerst motivierte Arbeitskommando gerichtet.

Kurzfristig beschlossen wir - eigentlich unüblich nach einer Gedenkfeier - nochmal tätig zu werden. Doch erneut einsetzender Regen hielt uns vom Abschluss der Arbeiten ab. Ca. 120 Grabzeichen konnten wir nicht mehr abschließend anstreichen. Noch am Abend haben wir dann das Gepäck und die Ausrüstung wieder auf die Fahrzeuge verladen, um am nächsten Morgen nach dem Frühstück um 07:15 Uhr wieder in die Heimat zu verlegen. Nach dem üblichen Stau in Hamburg sind wir dann gegen 17 Uhr wieder wohlbehalten nach Kropp zurückgekehrt. Der 14. Juli 2017 wurde zum Entladen und Reinigen der Fahrzeuge sowie zu einem abschließenden gemeinsamen Frühstück genutzt. Der neue StOÄ Kropp, Herr Oberst Conrath ließ es sich nicht nehmen, sich in diesem Rahmen über den gelungenen Arbeitseinsatz zu informieren und persönlich seinen herzlichen Dank an das Arbeitskommando auszusprechen.

Bericht: OSF Hansen

Bilder: HptFw Voigt

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