Darum: Europa!

Zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Schleswig-Holstein im Landtag

20. November 2017

ca. 150 Teilnehmer gedachten im Plenarsaal des Landtages gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Begrüßung durch den Landesvorsitzenden des Volksbundes, Dr. Ekkehard Klug

Der Schirmherr des Landesverbandes, Landtagspräsident Klaus Schlie, betonte in seinem Grußwort die Rolle Europas für den Frieden

Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger, hielt die Gedenkrede

"Gedanken zum Volkstrauertag" von Hauptfeldwebel Jan Verges aus Husum

Bei der von Volksbund, Landtag, Landesregierung und Landeshauptstadt gemeinsam durchgeführten zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag gedachten am Sonntag rund 150 Gäste im Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtages der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Dr. Ekkehard Klug, Landesvorsitzender des Volksbundes, begrüßte alle Teilnehmer und berichtete über aktuelle Entwicklungen im Volksbund. Besonders wies er dabei auch auf den Wandel der Kriegsgräberstätten von Orten individueller Trauer zu Lernorten der Geschichte und zu Stätten der gesellschaftlichen Erinnerung und der Mahnung zum Frieden hin und zitierte Albert Schweitzer, der diesen Gedanken bereits vor langer Zeit in die Worte fasste: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens, und ihre Bedeutung als solche wird immer zunehmen“.

In seinem Grußwort betonte Landtagspräsident Klaus Schlie vor dem Hintergrund der aktuellen Kampagne des Volksbundes unter dem Motto „Darum Europa!“ die herausragende Bedeutung Europas und der europäischen Idee, die für ihn „der entscheidende Garant für Frieden, Freiheit und Sicherheit ist.“

Dazu passte auch der Hauptredner der Gedenkstunde, der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen. Er blickte in seiner Rede zurück auf das Ende des Ersten Weltkrieges und die Folgen vor allem für Nordschleswig, die auch in seiner Familie unmittelbar spürbar waren.

Er berichtete auch über Diskussionen und den Umgang mit der zentralen Gedenkstätte in Nordschleswig auf dem Knivsberg, die 2012 offiziell von „Ehrenhain“ in „Gedenkstätte“ umbenannt wurde, „denn es war kein ehrenvoller Krieg, in den die überwiegend jungen Nordschleswiger zogen. Ihre Beweggründe und ihr Verhalten in diesem Krieg mögen noch so idealistisch und edel gewesen sein, es ist aber aus heutiger Sicht keine Ehre gewesen, in diesen Krieg zu ziehen – auch nicht, wenn man dafür mit dem Leben bezahlt hat.“

Hinrich Jürgensen schloss seine Rede mit dem Aufruf: „Wir müssen manchmal bereit sein Umzudenken um weiter Gedenken zu können. Und nur durch Gedenken werden wir nicht vergessen.“

In einem persönlichen Beitrag über seine "Gedanken zum Volkstrauertag" berichtete anschließend Hauptfeldwebel Jan Verges vom Spezialpionierregiment 164 aus Husum über seine Erfahrungen aus mehreren Arbeitseinsätzen, die er mit dem Volksbund u.a. in der Slowakei durchgeführt hat. „Die spürbare Dankbarkeit in der Bevölkerung des Ortes als auch die Gastfreundschaft haben uns zu wahren Freunden werden lassen. Was heute in einem geeinten Europa als völlig normal angesehen wird, war vor Jahrzehnten noch undenkbar“, sagte er dabei.

Nach dem traditionellen Totengedenken beschloss das Blechbläserquintett des Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Stabsbootsmann Stefanie Reinke die Veranstaltung mit dem Lied vom "guten Kameraden" und der Nationalhymne.

 

Alle Redebeiträge finden Sie nachstehend zum Download und Nachlesen:

Begrüßung, Dr. Ekkehard Klug

Grußwort, Landtagspräident Klaus Schlie

Gedenkrede, Hinrich Jürgensen

Gedanken zum Volkstrauertag, Hauptfeldwebel Jan Verges

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