Der Erste Weltkrieg - Zäsur und Zerstörung

Ausstellung "14/18 - Mitten in Europa" im Kreishaus Dithmarschen

16. Februar 2016

Bis zum 4. März ist die Ausstellung des Volksbundes im Kreishaus in Heide zu sehen

Landrat und Kreisvorsitzender Dr. Jörn Klimant und Landesgeschäftsführer Frank Niemanns beim Rundgang durch die Ausstellung

Interessante Einblicke zur "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts

HEIDE. Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Diesen Begriff prägte der US-amerikanische Historiker George F. Kennan und beschreibt damit die Zerstörungskraft des ersten totalen Krieges, der die Gesellschaft und die Politik des 20. Jahrhunderts grundlegend veränderte.

Die Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. „14/18 - Mitten in Europa" geht den vielschichtigen Gründen für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges, den Folgen für die Menschen und die weltweite politische Entwicklung bis ins 21. Jahrhundert nach.

Die Ausstellung läuft bis zum 4. März 2016 im Foyer des Kreishauses Dithmarschen, Stettiner Straße 30, in Heide. Besichtigungszeiten sind von montags bis donnerstags, 8 bis 17 Uhr, und freitags von 8 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers und Großherzogs Franz Ferdinand in Sarajevo im Juni 1914 löste den Ersten Weltkrieg aus. Über 15 Millionen Menschen ließen ihr Leben in diesem ersten weltumspannenden und total geführten Krieg. Staats- und Gesellschaftssysteme gerieten ins Wanken oder sind untergegangen. Die Nachkriegszeit entpuppte sich als eine Zwischenkriegszeit, in der Europa durch die Pariser Vorortverträge neu geordnet, aber nicht wirklich befriedet wurde. In vielen Nationalstaaten führten links- und rechtsextremistische Kräfte zu politischen Krisen. Die daraus resultierenden, gegensätzlichen Weltanschauungen trugen maßgeblich zum Weg in den Zweiten Weltkrieg bei. Auch mobilisierten sich nach dem Ersten Weltkrieg Kräfte, die sich für den Frieden einsetzten wie den Völkerbund und die Pazifisten.

Bis heute sind die Folgen des Ersten Weltkrieges spürbar: Konflikte und Kriege im Nahen Osten, der Türkei, auf dem Balkan und in der Ukraine sind ohne Einblick in die Zusammenhänge des Ersten Weltkrieges nicht zu verstehen. Landrat Dr. Jörn Klimant sagte zur Eröffnung: „Die Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist ein Wissens- und Erkenntnisgewinn. Sie zeigt anschaulich die komplexen Zusammenhänge und Auswirkungen des Ersten Weltkrieges. Zugleich verdeutlicht sie uns, wie wichtig es ist, stets für Frieden und Verständigung einzustehen.“

Die Ausstellung schildert den politischen Weg in den Krieg, die wesentlichen militärischen Ereignisse sowie das Schicksal der Soldaten und der Bevölkerung. Ziel der Ausstellung ist es, eine gesamteuropäische Sicht zu gewinnen: Es werden nicht nur die Geschehnisse an der Westfront, sondern auch in Ost- und Südeuropa sowie die Ereignisse im Nahen Osten betrachtet. Außerdem geht die Schau auf die Nachkriegszeit ein, zeigt Wege der Friedenspolitik und zugleich die zunehmende politische Radikalisierung in der Weimarer Republik.

Die Wanderausstellung gliedert sich in sechs Themenkreise, die sich jeweils in vier Kapitel unterteilen. So geht zum Beispiel das Thema „Menschen im Krieg“ auf die Unterpunkte „Soldaten“, „Kriegsverbrechen“, „Kriegsgegner“ und „Kunst“ ein. Für die Ausstellung entwickelte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auch Materialien für Schul- und Jugendgruppen. Die Arbeitsblätter können hier heruntergeladen werden.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel