Ehrung für Oberstleutnant Ralf Heßmann

Anerkennung besonderer Verdienste um die Erinnerung an die am 9. Februar 1975 beim Absturz ihrer Transall auf Kreta verunglückten 42 Soldaten aus Schleswig-Holstein

7. Dezember 2017

Oberstleutnant Ralf Heßmann nach der Auszeichnung mit Oberst Arnt Kuebart, Kommodore FlaRakGruppe 1, der stv. Kreispräsidentin Margarethe Ehler, OTL a.D. Heino Truelsen (sein Bruder war einer der verunglückten Soldaten) sowie Peter Post und Frank Niemanns vom Volksbund (von rechts)

Verleihung der Medaille an OTL Heßmann durch Landesgeschäftsführer Frank Niemanns

Gedenkstein und Namenplatten auf dem deutschen Friedhof in Maleme/Kreta

Auf zwei Steinen sind die Namen der 42 verunglückten Soldaten jetzt festgehalten

Anlässlich der jährlichen Ehrung der Bestsammler im Standort Husum gab es in diesem Jahr auch eine besondere Auszeichnung für einen Soldaten der dort beheimateten FlaRakGruppe 1. Der Landesgeschäftsführer des Volksbundes, Frank Niemanns, zeichnete Oberstleutnant Ralf Heßmann mit der Albert-Schweitzer-Medaille des Volksbundes aus.

Hintergrund ist der Absturz einer Transall-Maschine der Bundeswehr am 9. Februar 1975 in den Weißen Bergen auf Kreta. An Bord waren 42 Luftwaffensoldaten, in der Masse Angehörige des FlaRakBtl 39 aus Süderbrarup, dazu die "Fliegende Besatzung" vom LTG 63 aus Hohn bei Rendsburg. Sie alle fanden den Tod!

Die Ehrung für Oberstleutnant Heßmann kann man eigentlich mit einem Satz begründen: Er hat durch seinen bemerkenswerten Einsatz dafür gesorgt, dass diese 42 Kameraden, die am 09.Februar 1975 ums Leben gekommen sind, ihre Namen wieder erhalten haben!

Nach dem Unglück wurde im Verlauf der Jahre zunächst ein Gedenkstein im militärischen Sicherheitsbereich des NATO-Schießplatzes (nicht allgemein zugänglich) sowie eine Gedenkplatte auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Maleme errichtet. Aber: nirgendwo waren die Namen der im Dienst ums Leben gekommenen Kameraden vermerkt!

Erst bei OTL Heßmann, der 1985 zum ersten Mal dienstlich nach Kreta und natürlich nach Maleme kam, reifte irgendwann der Vorsatz, die Namen der ums Leben Gekommenen zu veröffentlichen. Im Oktober 2014 hat er dann "Nägel mit Köpfen" gemacht. Er nahm Verbindung mit dem Volksbund in Kassel auf und konnte dort seinen Plan überzeugend darstellen.

Die Namenplatten sollten aus dem gleichen Material sein wie der vorhandene Gedenkstein, daher nahm er Kontakt mit der Firma in Belgien auf, die den Stein damals gefertigt hatte. Der Preis für die beiden Steine lag bei 4.000 Euro, 2.000 Euro sammelte OTL Heßmann, der Rest kam vom Volksbund.

Zusammen mit zwei Kameraden holte er die Steine aus Belgien ab. Diese wurden dann mit einer Transall nach Kreta gebracht. Die Fundamente für die Steine wurden in Maleme durch eine Bundeswehrtruppe aus Calw gesetzt.

Die offizielle Einweihung fand dann am 26. September 2015 statt.

Auch wenn es sich hier nicht im eigentlichen Sinne um „Kriegstote“ handelt, für die der Volksbund zuständig wäre, ist der Gedanke, der hinter dem Einsatz von OTL Heßmann steht, doch genau im Sinne der Arbeit des Volksbundes. Die Toten sollen nicht vergessen werden. Wir wollen uns erinnern und aus der Erinnerung heraus in der Gegenwart lernen, um Zukunft gestalten zu können!

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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