Ein Miteinander der Nationen

Trinationaler Arbeitseinsatz 2011 in DÄNEMARK

16. August 2011

Die Teilnehmer des trinationalen Einsatzes, Soldaten und Reservisten aus Österreich, Dänemark und Deutschland

Johannes Zeliska aus Graz, ein "Mann der ersten Stunde"

Grabanlage in Düppel vor der Instandsetzung

Gräber in Augustenburg

Kranzniederlegung der drei Nationen

„ Wir arbeiten hier für den Frieden. Das ist Versöhnung über den Gräbern“ sagt Vizeleutnant i.R. Franz Hofer aus GRAZ in ÖSTERREICH auf meine Frage, was ihn zu einem solchen Einsatz an historischen Kriegsgräbern nach DÄNEMARK bringt. Und der deutsche Kamerad und Kommandoführer Stabsbootsmann a.D. und d.R. Michael Kanotscher fügt hinzu: „ Das Miteinander der Nationen zählt viel bei diesen Einsätzen.“

Zwei, von insgesamt 15 Soldaten aus drei Nationen, die es wissen müssen. Sie sind nicht das erste Mal dabei. Am Anfang, im Jahr 2000, kam die Initiative vom damaligen Beauftragten des Volksbundes für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, Hauptmann a.D. Manfred Koch.

Die Kriegsgräber der deutsch-dänischen Kriege von 1848/51 und 1864 in Schleswig-Holstein befanden sich in einem sehr schlechten Zustand. Diese Kriegsgräber sind aber im Laufe der Jahrzehnte über ihre ursprüngliche Bedeutung hinaus zu historischen Stätten und einmaligen Zeugnissen der Geschichte Schleswig-Holsteins geworden. Sie liegen auf Friedhöfen, am Weges– oder Straßenrand, in Wäldern, Wiesen, Weiden und privaten Vorgärten, nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in DÄNEMARK.

Nach vielen Vorgesprächen in ÖSTERREICH, DÄNEMARK und in Schleswig-Holstein wurde durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Jahr 2001 der erste Einsatz in Schleswig durchgeführt. „Trinationaler Arbeitseinsatz“ war von Beginn an die Bezeichnung, beteiligt waren drei Nationen, DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH und DÄNEMARK. Von Beginn an waren immer Reservisten und aktive Soldaten beteiligt. Reservisten aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen im Handwerk, junge aktive Soldaten um den Gedanken dieses Einsatzes über die Jahre zu erhalten.

Nach dem ersten Einsatz in Schleswig ging es im Jahr 2002 weiter in Rendsburg, 2003 in Flensburg, 2004 in Graz/ÖSTERREICH, 2005 in Sonderburg/DÄNEMARK, 2006 in Schleswig und Eckernförde, 2007 wieder in Graz, 2009 in Rendsburg und Husum und schließlich der neunte Einsatz vom 01.-11.08.2011 in Sonderburg/DÄNEMARK. Begleitet und unterstützt wurden diese Einsätze immer durch das Landeskommando Schleswig-Holstein. Der Umstand, dass immer Reservisten an diesen Einsätzen beteiligt wurden, war und ist dem ResStOffz im LKdo SH, OTL Peter Frank, eine Herzensangelegenheit.

Alle Teilnehmer fanden Unterkunft in der dänischen Heeresunteroffizierschule in Sonderburg. Die Gastgeber haben dabei gut für das Wohlergehen der Kameraden aus DEUTSCHLAND und ÖSTERREICH gesorgt. Gute Verpflegung und ein abwechslungsreiches, interessantes Programm außerhalb der „normalen Arbeitszeit“ wurde geboten. Aber natürlich stand die Arbeit an den historischen Kriegsgräbern im Vordergrund des Einsatzes. Gearbeitet wurde an verschiedenen Einsatzorten, wobei immer darauf geachtet wurde, dass die einzelnen Arbeitskommandos gemischt waren. Am Montag, dem 01. August wurde die trinationale Truppe von der Bürgermeisterin Aase Nyegaard im Rathaus von Sonderburg begrüßt.

Es ist Mittwoch, 03. August, auf dem Friedhof in AUGUSTENBORG. Vor mir steht ein Soldat, der von Beginn an dabei war, der Kamerad Johannes Zeliska aus GRAZ. Stolz zeigt er mir sein Werk. Er kann gut umgehen mit Pinsel und Lackfarbe. Konzentriertes Arbeiten, aber auch eine fröhliche Stimmung erlebe ich an diesem Vormittag auf dem Friedhof in AUGUSTENBORG. Einige Kilometer entfernt, bei DÜPPEL arbeiten die Kameraden an einem Einzelgrab, das im Laufe der Jahre sehr gelitten hat. „ Wir müssen es fertig bringen“, sagt mir der Vizeleutnant Hofer vor Ort. Ich habe meine Bedenken! Auch hier, Soldaten aus 3 Nationen arbeiten an einer gemeinsamen Sache.

Am 10. August ist es dann soweit. Die feierliche Kranzniederlegung auf dem Friedhof AUGUSTENBORG wird durchgeführt. Vor der eigentlichen Kranzniederlegung haben die Gäste Gelegenheit sich über die Arbeit der trinationalen Truppe zu informieren, und vor Ort zu sehen, was hier geschafft wurde. Im Anschluss daran geht es nach DÜPPEL. Hier können alle sehen, wie das Einzelgrab wieder hergerichtet wurde. Ich staune, denn das hätte ich nach dem was ich noch vor einer Woche gesehen habe nicht gedacht.

Bei einem kleinen Empfang in der Heeresunteroffizierschule in SONDERBORG erhalten alle Teilnehmer des trinationalen Einsatzes 2011 ein „Zertifikat“ vom stellv. Kommandeur der Schule. Wieder einmal heißt es Abschied nehmen. Unsere Kameraden aus ÖSTERREICH haben eine lange Reise vor sich. Und beim nächsten Mal, 2013 in GRAZ? „Ich werde wieder dabei sein“, sagt der Hauptgefreite Mathias Drefahl aus dem Landeskommando Schleswig-Holstein.

( Jürgen Spill, Oberstabsfeldwebel a.D.u.d.R. )

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