Kriegsopfergedenken vor tragischem Hintergrund

17. November 2015

Die Kapelle am Friedenshügel war wieder Ort der Gedenkstunde in Flensburg

Schülerinnen und Schüler der Auguste-Victoria-Schule sangen "Lili Marleen"

Gemeinsamer Gang zu den Gräbern auf dem Friedenshügel

Kranzniederlegung am zentralen Gedenkstein

Mit einer Gedenkminute begann die Gedenkfeier am Volkstrauertag 2015 auch in Flensburg. Es war der Terror von Paris, der dem deutschen Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Flensburger Friedenshügel eine furchtbare Aktualität bescherte.

Nach der Begrüßung der Vertreter aus Politik, Verwaltung, Militär und Gesellschaft durch die Vorsitzende des Kreisverbandes Flensburg, Frau Heidemarie Winkelmann, erlebten alle Anwesenden die Feier unter dem Eindruck des sinnlosen Mordens in Paris.

Der Kreisverband hatte Stefan Kläsener, den Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, als Gastredner gewinnen können. Natürlich spielten die Ereignisse des vergangenen Freitagabends eine Rolle, aber Kläseners Fokus blieb auf die Millionen Toten der beiden Weltkriege konzentriert – was klug war, denn die Länder umfassende Kriegsgräberfürsorge war eines der wichtigsten Elemente der Versöhnung. Nicht das schlechteste Zeichen an Tagen des Hasses.

Kläsener sprach von der zivilisatorischen Schneise der Verwüstung, die der 2. Weltkrieg geschlagen hat. Er warf die Frage in den Raum, ob nicht nur der Opfer, sondern auch der Täter gedacht werden müsse. Soldaten, die im blutigen Getriebe des Krieges zu Schuldigen geworden waren. Es waren zwei Begegnungen mit Nazi-Opfern in Israel, die ihn als Angehörigen des Tätervolks stark beeinflusst hatten, ihn erkennen ließen, dass die Trennlinie zwischen Opfern und Tätern nicht leicht zu ziehen ist. Letztendlich gebühre beiden, den Verführten und den Geopferten, das Gedenken. „Wir sind es als ein endlich demokratisches Land den Menschen schuldig, Tätern wie Opfern, dass wir im Angesicht von Kriegsgräbern den Satz sagen: Nie wieder.“

Acht Schülerinnen und Schüler der Auguste Victoria Schulen trugen dann aus ihrem Projekt anlässlich eines Schülerwettbewerbes des Volksbundes das Lied "Lilly Marleen" vor.

Nach dem Totengedenken, verlesen von Flensburgs Stadtpräsidentin Frau Swetlana Krätzschmar, marschierte man zur Kranzniederlegung. An dänischen und deutschen Kindergräbern sowie auf dem Gräberfeld wurden von den teilnehmenden Organisationen und Verbänden (Stadt Flensburg, dänischer Schulverein, Bundeswehr, Deutscher Bundeswehrverband, Deutsches Rotes Kreuz, Polizei, RK Flensburg, MK Flensburg, Sozialverband Flensburg, Volksbund) Kränze und Gestecke niedergelegt.

Die musikalische Gestaltung lag wie in den Vorjahren in den bewährten Händen der Flensburger Stadtbläser unter der Leitung von Ivo Igaunis.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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