Seminar am Golm für Kieler Soldaten

Bereits zum dritten Mal war der Materialprüftrupp Kiel zur Weiterbildung in einer Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte des Volksbunde

25. November 2016

MatPrfTrp Kiel, links im Bild der Leiter LogStSt 3, OTL Kölzer

Feierliche Kranzniederlegung durch Hauptmann Sörensen und Stabsfeldwebel Suckow

...an der „Frierenden“

Jürgen Spill berichtet auf dem Friedhof über die Geschichte des Zeitzeugen Gerhard Kühnemund

Abschlussabend in der JBS

Rückblick: auf Anregung des Reservistenbeauftragten für Schleswig-Holstein und Hamburg, Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Spill, führte der Materialprüftrupp (MatPrfTrp) Kiel im Jahr 2012 eine historisch-politische Weiterbildung in der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) GOLM des Volksbundes durch. Unter der Überschrift „Die Tragödie von Swinemünde“ befassten sich die rund 20 teilnehmenden Soldaten mit der besonderen Geschichte des Kriegsendes in und um Swinemünde (s. gesonderten Bericht aus dem Jahr 2012).

2014 gab es dann eine Folgeveranstaltung in der JBS in LOMMEL/Belgien. Dort wurde der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren als Thema ausgewählt. Nun, im Jahr 2016 sollte eigentlich eine Fortsetzung zum Ersten Weltkrieg mit dem Schwerpunkt „100 Jahre Schlacht bei VERDUN“, diesmal in der JBS YSSELSTEYN in den Niederlanden, folgen. Aus Termingründen musste die Durchführung aber immer wieder verschoben und letztlich abgesagt werden. Alternativ wurde daher ein erneutes Seminar am GOLM mit dem Thema „Raketen und Zwangsarbeit in PEENEMÜNDE“ beschlossen.

Wie die Veranstaltungen zuvor wurde auch dieses Seminar durch Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Spill im Rahmen einer Wehrübung beim MatPrfTrp vollständig vorbereitet und durchgeführt. Es war ein sehr umfangreiches Programm, sowohl mit Anteilen im Seminarraum, als auch mit Exkursionen auf der Insel Usedom. Der neue Leiter der Logistischen Steuerstelle 3 aus BURG bei Magdeburg, der vorgesetzten Dienststelle des MatPrfTrp Kiel, Oberstleutnant Bernhard Kölzer, ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltung zu besuchen und vor Ort zu begleiten.

Da das Seminar am 14. November, einen Tag nach dem Volkstrauertag, begann, wurde zu Beginn eine Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte durchgeführt. Anschließend berichtete Oberstabsfeldwebel Spill als Seminarleiter über die Geschichte eines Zeitzeugen, Gerhard Kühnemund aus Lübeck. Sehr beeindruckt von der Veranstaltung und von den Schilderungen auf der Kriegsgräberstätte, konnten die Teilnehmer den ersten Abend bei anregenden Gesprächen in der „Alten Schule“ beenden.

Am darauf folgenden Tag wurde der Bombenangriff auf Swinemünde am 12. März 1945 behandelt und anschließend im Rahmen eines Historischen Stadtrundganges die ehemals deutsche Stadt Swinemünde besichtigt. Trotz schlechten Wetters waren die Teilnehmer vom Beitrag des Mitarbeiters der Begegnungsstätte, Mariusz Siemiatkowski, sehr begeistert. Ein Abendessen in der Stadt schloss den Abend ab.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen des Themas „Raketen und Zwangsarbeit in PEENEMÜNDE“. Im Vorgriff auf den Besuch im Historisch-Technischen-Museum (HTM) informierte der Seminarleiter über den ehemaligen Technischen Direktor, Wernher von Braun, und über Zwangsarbeit in PEENEMÜNDE. Der Besuch im HTM war für die Teilnehmer ein Höhepunkt des Seminars.

Die Angehörigen des MatPrfTrp Kiel sind durch Einsatzverpflichtungen und durch die im Inland durchzuführenden technischen Materialprüfungen über das gesamte Jahr sehr stark eingebunden. Somit waren natürlich auch die Zusammenkunft, gemeinsame Gespräche und ein Rückblick auf das Jahr 2016 Ziele dieser Veranstaltung. Hierzu wurde eine kleine Jahresabschlussfeier im Speisesaal der Begegnungsstätte durchgeführt. Die Küche der Begegnungsstätte hatte sich etwas einfallen lassen, alle Teilnehmer waren hellauf begeistert und der Leiter des MatPrfTrp Kiel, Oberstleutnant Uwe Schönemann, bedankte sich bei der Leiterin der Begegnungsstätte, Frau Kinga Sikora, für die gute Organisation rund um das Seminar und überreicht das Wappen der Logistischen Steuerstelle 3.

Bei der abschließenden Seminarkritik äußerten sich alle Teilnehmer sehr positiv zur Gestaltung dieses Seminars und dem ausgewählten Veranstaltungsort.

Text und Fotos: Jürgen Spill, Oberstabsfeldwebel a.D.

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