Volkstrauertag 2015

Zentrale Gedenkfeier des Kreises Schleswig-Flensburg am Karberg

18. November 2015

Die Dannewerk-Schüler Parsa Hoomann...

...und Yana Martinkova beteiligten sich aktiv an der Gestaltung der Gedenkstunde auf dem Karberg

Kranzniederlegung am Karberg: Mehr als 200 Besucher verfolgten die zentrale Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages am Karberg in Fahrdorf

Symbol für 70 Jahre Frieden in Deutschland: Landrat Wolfgang Buschmann und Haddebys Amtsvorsteher Frank Ameis pflanzten die letzte der 70 Friedensrosen auf dem Karberg

Gemeinsam mit Lehrer Thilo Mandelkow (l.) erarbeiteten Bente Roggensack, Liv Grete Fahr, Merle Albrecht, Yana Martinkova , Parsa Hoomann und Marco Höhmann ihren Wortbeitrag zum Volkstrauertag. (von links nach rechts)

Neben den vielen Gedenkfeiern in den Kommunen nimmt die Gedenkstunde auf dem Ehrenfriedhof „Karberg“ bei Schleswig eine besondere Rolle ein. Auf dem Friedhof – seit 1962 in der Obhut des Kreises und des Amtes Haddeby – haben ca. 1300 Kriegstote der Weltkriege ihre letzte Ruhe gefunden, deren Gräber ursprünglich im ganzen Kreisgebiet verstreut waren.

Gemeinsam mit dem Amt Haddeby veranstaltet der Kreisverband des Volksbundes die jährliche Gedenkstunde auf dem vorbildlich gepflegten Waldfriedhof, die bei der Bevölkerung großen Anklang findet. Die Gedenkrede hielt in diesem Jahr Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat und Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Die Mitglieder im Landesvorstand, Frau Hanna Henkel und Herr Thilo Mandelkow, legten den Kranz für den Volksbund nieder. Den nachfolgenden Text und die Fotos hat uns Christina Weiß dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

„Nous sommes Paris – wir sind Paris“
Die jüngsten Terroranschläge in Paris überschatteten die zentrale Gedenkstunde des Kreises Schleswig-Flensburg, die anlässlich des Volkstrauertages auf dem Kriegsgräberfriedhof „Karberg“ in Fahrdorf stattfand.

„Mit Wut, Empörung, Betroffenheit und großer Trauer reagieren wir auf die terroristischen Anschläge in Paris, auf die feigen menschenverachtenden Taten, auf den schäbigen Versuch, demokratische Werte und Überzeugungen zu beschmutzen und die hohen Werte der Freiheit, der Brüderlichkeit und Gleichheit zerstören zu wollen. Letzteres darf nicht passieren und wird nicht passieren, wenn alle demokratischen Kräfte zusammenstehen, wenn wir zusammenstehen, wenn wir uns zusammen gegen das wenden, was den normalen Verstand übersteigt“, sagte Landrat Wolfgang Buschmann vor 200 Besuchern.

„Ich hoffe, auch in ihrem Namen feststellen zu können, dass unsere Gedanken und Sympathien dem französischen Volk, und unser Mitgefühl den Opfern und deren Familien gilt. Nous sommes Paris, wir sind Paris“, sagte Buschmann.

Weiter gedachte der Landrat auch derer, die in unserem Land durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache, Opfer geworden sind. „Deshalb brauchen wir Botschafter, die die Rolle der Zeitzeugen übernehmen können, Botschafter, welche die sterblichen Erinnerungen zeitlos werden lassen, die uns zu Mitwissern, zu Teilen eines kollektiven Gedächtnisses werden lassen. „Kriegsgräber, wie hier auf dem Ehrenfriedhof Karberg, sind solche Botschafter, sie halten die Erinnerung nicht nur wach, sondern erinnern uns daran, immer wieder und aufs Neue aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Der Karberg erinnert uns an diese Pflicht. Zuversicht, Menschlichkeit und Solidarität, das sind die Schlüsselbegriffe, um aus den Schrecken der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagte Buschmann.

Gemeinsam mit Amtsvorsteher Frank Ameis pflanzte der Landrat die letzte von insgesamt 70 Friedensrosen, die das Amt Haddeby symbolisch als Zeichen und Mahnung zum Frieden setzten. Weiter lobte Buschmann das Engagement der Dannewerk-Schüler um Lehrer Thilo Mandelkow, die die Gedenkstunde mit persönlichen Wortbeiträgen zum Thema „Folgen des Krieges“ aktiv gestalteten.

Musikalisch begleitete die Haddebyer Amtsfeuerwehrkapelle die Gedenkstunde. Gemeinsam mit den Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ um Kommodore Oberst Michael Krah übernahmen die Feuerwehren des Amtes Haddeby die Ehrenwache.

Nach dem Totengedenken und der Kranzniederlegung endete die Veranstaltung, an der zahlreiche Repräsentanten der Amtsgemeinden und der Stadt Schleswig, Vertreter der Polizei, der Feuerwehr und Bundeswehr sowie zahlreiche Vereine, Verbände und Institutionen teilnahmen. Organisiert wurde die zentrale Gedenkfeier von Volksbund-Kreisgeschäftsführer Konstantin Henkel.

Fotos: Weiss

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