Volkstrauertag in Luxemburg

Gedenkstunde auf dem Patenfriedhof des Landesverbandes Schleswig-Holstein in Sandweiler

19. November 2015

Botschafterin Christine Gläser und der Vertreter des Volksbundes aus Schleswig-Holstein, Manfred Koch, bei der Kranzniederlegung in Sandweiler

Botschafterin Christine Gläser, Manfred Koch, General Mancinelli, Botschafter Japan, Belgien, USA, GB, Österreich (von links nach rechts)

Ansprache von Manfred Koch

Kranzniederlegungen fanden auch statt auf dem deutschen Friedhof in Clausen...

...und auf dem amerikanischen Friedhof in Hamm

Aus Anlass des diesjährigen Volkstrauertages am 15. November 2015 veranstaltete die Deutsche Botschaft in Luxemburg wieder gemeinsam mit dem Landesverband Schleswig-Holstein des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Gedenkfeier auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Sandweiler, an der zahlreiche politische und militärische Vertreter aus Luxemburg und anderen Ländern teilnahmen.

Ansprache und Gebet übernahm Pfarrer Bert Deischter von der katholischen Kirche Luxemburg. Das Orchester des Deutsch-Luxemburgischen Schengen-Lyzeum Perl gab der Gedenkfeier einen feierlichen Rahmen.

Die Übergabe des Soldatenfriedhofes Sandweiler an die Öffentlichkeit jährt sich 2015 zum 60. mal. Am 5. Juni 1955 wurde der Friedhof, auf dem 10.885 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, eingeweiht. Grundlage für die Errichtung des Friedhofs war das Kriegsgräberabkommen mit Luxemburg, das erste Kriegsgräberabkommen, das die Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen hatte. Dieses Abkommen erlaubt die Fürsorge für deutsche Soldatengräber auf luxemburgischem Boden.

Der Landesverband Schleswig-Holstein des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat die Patenschaft über den Friedhof in Sandweiler übernommen und arbeitet eng mit der deutschen Botschaft zusammen. Besonders erfreulich ist, dass auch von luxemburgischer Seite, insbesondere durch die Gemeinde Sandweiler, immer großes Entgegenkommen gegenüber dem Friedhof und dem Volksbund gezeigt wurde und wird. Ein Zeichen der guten Zusammenarbeit sind dabei u.a. zahlreiche Jugendcamps, die hier stattfanden und regelmäßige Arbeitseinsätze von Soldaten aus Schleswig-Holstein. So ist es seit vielen Jahren schon Tradition, dass zum Volkstrauertag eine Abordnung der Marineunteroffizierschule Plön nach Sandweiler kommt. Die Marinesoldaten helfen nicht nur, den Friedhof für die Gedenkstunde vorzubereiten, sie zeigen auch während der Veranstaltung Flagge und nehmen aktiv teil.

Botschafterin Christine Gläser legte auch in diesem Jahr wieder zusammen mit dem Vertreter des Volksbundes aus Schleswig-Holstein, Herrn Manfred Koch, auf den Friedhöfen in Sandweiler, in Clausen und auf dem US-Soldatenfriedhof in Hamm jeweils einen Kranz nieder.

Bei der Gedenkfeier in Sandweiler dankte Botschafterin Christine Gläser ausdrücklich allen Menschen, die dazu beigetragen haben, dass es diese Orte des Gedenkens in Luxemburg gibt und ging in ihrer Rede insbesondere auch auf den zukunftsweisenden Aspekt solcher Orte ein:

"... Vor allem die Jüngeren unter Ihnen werden sich fragen: warum machen wir so viel Aufsehens um Gräber von Menschen, die vor vielen Jahren gestorben sind und an die sich heute kaum noch jemand wirklich erinnern kann.

Soldatenfriedhöfe haben eine Bedeutung, die weit über normale Friedhöfe hinausgeht: Sie sind nicht nur ein Ort des stillen Gedenkens, sie sollen uns vielmehr daran erinnern, dass Kriege keine Lösung sind, weder damals noch heute. Diese Gräber sollen uns mahnen, dass wir uns jeden Tag neu für den Frieden weltweit einsetzen müssen, um dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht.

Die Basis für den Frieden ist das gegenseitige Verstehen und das wird in Europa durch die immer enger werdende Zusammenarbeit gefördert. Der Dissens, der heute in verschiedenen Bereichen zwischen den 28 EU-Mitgliedsstaaten aufscheint, droht dieses europäische Einigungswerk in Gefahr zu bringen. Es liegt an uns allen, dies zu verhindern. Möge es unseren Politikern gelingen, das bislang Erreichte zu bewahren, nicht zuletzt um den Frieden in Europa zu erhalten.

Wie wichtig das gegenseitige Verständnis ist, wurde uns durch die Attentate in Paris gezeigt. Die jungen Menschen, die diese Attentate begangen haben, haben kein Verständnis für unsere westliche Lebensart. Die Opfer der Attentate schließen wir in unser heutiges Gedenken ein.“

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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