Aufgang zum Karberg

Karberg/Schleswig

Projektidee :
Der Ehrenfriedhof Karberg am Haddebyer Noor bietet die Möglichkeit, sich mit der Thematik "Kriegstote - Spurensuche - Einzelschicksale" auseinander zu setzen und dabei besonderes Augenmerk auf die Thematik "Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im nationalsozialistischem Deutschland" - hier am Beispiel für den ländlichen Raum dargestellt am Kreis Schleswig - Flensburg - zu richten. Möglich wäre auch die Auseinandersetzung mit der Thematik "Kriegstote - Flüchtlingsschicksale".

Der Zugang zum Haddebyer Noor, die Einfahrt zum einstigen Wikingerhafen Haithabu, wird flankiert von zwei Anhöhen : Der sog. Hochburg im Westen und dem Karberg im Osten. Diente die Hochburg den Bewohnern der Stadt vermutlich nur als Fluchtburg, so verlor sie nach der Errichtung des Ringwalls um Haithabu an Bedeutung und das Gelände diente nunmehr als Begräbnisplatz. Noch heute sind zahlreiche ca. ein Meter hohe Hügelgräber in dem sog. "Krähenwald" auf der Anhöhe erkennbar.

Blick vom Karberg über die Schlei nach Schleswig

Den etwa 20 Meter hohen Karberg begann man 1959/60 zu einer Begräbnisstätte, einem Ehrenfriedhof für die Toten der Weltkriege, denen ein ewiges Ruherecht zusteht, umzugestalten. Ursprünglich war vorgesehen, alle im Kreis Schleswig verstreuten Soldatengräber (ca. 400) auf den neuen Sammelfriedhof umzubetten. Der Kreisausschuß Schleswig beschloß dann aber im Januar 1960, auch alle Feldgräber und auch Tote aus verschiedenen Massengräbern, bei denen eine dauernde Pflege nicht gesichert war, zu überführen. Am 28.Juli 1962 konnte die Ehrenstätte dann in einem feierlichen Akt eingeweiht werden. Der damalige Landrat des Kreises Schleswig, Dr. Kühl, nahm den Friedhof in die Obhut des Kreises und des Amts Haddeby.

Auf einer Fläche von ca. 13 000 m2 ruhten nun in fünf Feldern 1074 Kriegstote, davon 800 Soldaten sowie 97 Männer, 153 Frauen und 24 Kinder, die unbeteiligt an Kampfhandlungen das Leben verloren.
343 Tote sind Ausländer : Franzosen, Belgier, Holländer, Ungarn, Esten, Letten, Litauer, Türken, Russen, Polen, Jugoslawen, Österreicher, Rumänen, Dänen.
Von jedem Toten sind auf den Grabsteinen - soweit es festzustellen war - Name, Geburts- und Sterbejahr angegeben, bei 180 Toten steht "Unbekannt".

Die Liste der Bestatteten kann in der Amtsverwaltung Haddeby in Busdorf und in der Kreisverwaltung in Schleswig eingesehen werden. Sie verzeichnet bei den Soldaten Dienstränge vom einfachen Schützen bis zum General. Wir finden getötete Lokführer, Arbeitsdienstmänner, Angehörige des Volkssturms, Kriegsgefangene, Flieger des Flugplatzes Eggebek, Matrosen gesunkener Schiffe, an Land getriebene Tote, auf Lazarettschiffen gestorbene Männer, Frauen und Kinder, Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten, aber auch nach der Rückkehr aus russischer Gefangenschaft 1920 in einem Lager verstorbene deutsche Soldaten.
1963 wurden weitere Tote umgebettet, so dass heute etwa 1300 Tote der Weltkriege hier ihre ewige Ruhe gefunden haben.

Der Ehrenfriedhof Karberg hat sich in den Jahren zu einem Waldfriedhof entwickelt mit drei "Aussichtsfenstern" auf die schöne Umgebung. Man sieht den Schleswiger Dom, die alte Haddebyer Kirche, die Hochburg, den Stadtwall von Hathabu und die Noore. Der repräsentative Mittelpunkt des Friedhofs ist eine ca. 10 mal 18 Meter große etwa sternförmige Betonplatte mit einer Öffnung in der Mitte, die auf vier rohen Betonpfeilern ruht. Sie symbolisiert die einstürzende Decke eines bombardierten Hauses (Arbeitsgemeinschaft K.P. Käding, Kiel / Bildhauer R. Müller-Warnke, Hamburg). An einer weiteren Stelle erinnert eine Plastik des Bildhauers S. Amler aus Glücksburg an die Toten.

Mit der Bestattung der Kriegstoten auf einer Anhöhe hat man eine Bestattungsform aufgenommen, die schon in vorchristlicher Zeit hier üblich war und bis zur Christianisierung in Schleswig-Holstein bevorzugt wurde. So finden wir u.a. in der Umgebung den 42 Meter hohen Königshügel mit einem bronzezeitlichen Grab undden Svensberg in Busdorf (nahe der Schule).

Je nach zeitlicher Verfügbarkeit könnten z.B. folgende inhaltliche Programmpunkte in ein Projekt einfließen:

  • Allgemeiner Rundgang ggf. mit Führung
  • Gezielte Erkundung mit konkreten Aufgaben (Karberg Rallye)
  • Hintergrundinformation Flüchtlingsschicksale : Videofilm "Die große Flucht" ZDF 2004
  • Hintergrundinformation "Kriegsgefangene, Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter in S-H" Kontaktadresse : Institut für schleswig-holsteinische Zeit - und Regionalgeschichte, Gottorfstr. 6b, Schleswig, Tel. 04621 - 36545
  • Aufarbeitung von Einzelschicksalen (z.B. "Brief an einen Toten", "Aufstellen eines fiktiven Lebenslaufs", "Ein Grabstein erzählt", "Tote unterhalten sich" (Kaberggeflüster)
  • Pflegearbeiten ggf. in Absprache mit dem Amt Haddeby möglich
  • Besuch der Kriegsgräberstätten aus den deutsch-dänischen Kriegen an der Flensburger Str. in Schleswig, auf dem Friedhof Haddeby, auf dem Königshügel

Schulen, die evtl. als Ansprechpartner gewonnen werden können :
Dannewerk-Realschule, Erikstr. 50, 24837 Schleswig, Tel.: 04621-34350, Fax : 35689. Ansprechpartner : Frau Henkel, Schulleiter Herr Plath
Bugenhagenschule (Grund - und Hauptschule), Friedrichstr. 103, 24837 Schleswig, Tel.: 04621-35011, Fax : 37856. Ansprechpartner : Schulleiter Herr Motullo

Lage der Kriegsgräberstätte
Der Friedhof liegt direkt an der Bundesstraße 76 Schleswig - Eckernförde in Höhe Fahrdorf (kurz hinter Schleswig)

Ansprechpartner:
Amt Haddeby, Rendsburger Str. 54b, 24866 Busdorf, Tel.: (04621) 3890,
Fax: 38935
Amtsvorsteher: Ralf Feddersen (Tel: 38911);
Leitender Beamter: Knud Hansen (Tel: 38910) 

Unterkunftsmöglichkeiten

  • Jugendherberge Schleswig „Nordmark-JH“, Spielkoppel 1, 24837 Schleswig, 122 Betten, 4 Tagesräume, Vollverpflegung, Tel.: (04621) 23893, Fax: 20796
  • Jugendherberge Borgwedel, Kreisstraße 17, 24857 Borgwedel
    280 Betten, 120 Übernachtungsplätze in Zelten, 11 Tagesräume, Vollverpflegung, Tel.: (04354) 219, Fax: 1305

Anreise
mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
mit der Bahn bis Schleswig, weiter mit dem Bus (VGSF Linie 1668 Kiel - Flensburg)
mit dem Auto/Bus:
über die Autobahn 7 bis zur Ausfahrt Schleswig/Jagel, weiter über die B 77 Richtung Schleswig, nach ca. 3 km auf die B 76 Richtung Kiel, nach ca. 1,5 km liegt auf der rechten Seite der Karberg (ausgeschildert „Kriegsgräberstätte“), Parkplatz ist vorhanden

Einige Möglichkeiten zur ergänzenden Programmgestaltung:

  • Besuch der Landesmuseen Schloß Gottorf
  • Besuch des Wikingermuseums Haithabu
  • Städtisches Museum, SL Friedrichstr. 9-11
  • Teddybär Haus, SL Friedrichstr.9-11
  • Volkskundemuseum, SL Hesterberg
  • Museum für Outsiderkunst, SL Stadtweg 57
  • Landesarchiv S-H, Prinzenpalais, SL Gottorfstr. 6
  • Institut für schl.-holst. Zeit- und Regionalgeschichte, SL Gottorfstr.6
  • Idstedt Gedenkhalle, 24879 Idstedt
  • Museum am Dannewerk, 24867 Dannewerk Ochsenweg 5
  • Besichtigung des Schleswiger Rathauses (ehemaliges Kloster)
  • Besichtigung des Schleswiger Domes (mit Brüggemann-Altar)
  • St.-Johannis-Kloster vor Schleswig, SL Am Johanniskloster 8, Priörin Henny von Schiller, Tel.: 04621-24236
  • Bibelzentrum der Nordelbischen Bibelgesellschaften e.V. , SL Am Johanniskloster 4, Tel. : 04621-25853
  • Besichtigung der alten Fischersiedlung auf dem Holm
  • Freibad und Hallenbad in Schleswig, Badestellen an der Schlei und am Selker Noor
  • Grillplatz am Selker Noor

Ein anderes Projekt wäre die Beschäftigung mit der Geschichte des Landes Schleswig-Holstein im 19. und 20. Jahrhundert und die Erkundung der Kampfstätten in den deutsch-dänischen Kriegen. So finden wir auf dem Friedhof in Haddeby ein Massengrab von Schleswig-Holsteinern und Dänen, die 1848 ihr Leben ließen. Ein weiteres Grab birgtdänische und österreichische Soldaten, die bei Kämpfen um den Königshügel 1864 starben.

Bei der Vorbereitung und Durchführung eines Besuches hilft die Touristinformation der Stadt Schleswig, Plessenstraße 7, 24837 Schleswig, Tel.: (04621) 814-226, Fax: 814-400, www.schleswig.de

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto: 3 222 999
Commerzbank Kassel
Bankleitzahl 520 400 21

Aus dem Ausland
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