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Nun blickt er wieder über die Förde...
Neuguss des Adlers auf dem U-Boot-Ehrenmal Kiel-Möltenort angebracht
"Endlich ist er wieder da - ich habe ihn ja so vermisst!" Diese Worte einer Heikendorferin am Tag der Aufstellung des neuen Adlers auf dem U-Boot-Ehrenmal Möltenort zeigen, dass er "dazugehört". Sieben Monate lang war sein Platz auf dem 15 Meter hohen Turm der Gedenkstätte für die über 35 000 gefallenen U-Boot-Fahrer der beiden Weltkriege und die auf See gebliebenen U-Boot-Fahrer der heutigen Deutschen Marine verwaist ...
4,50 Meter hoch - 4,80 Meter Flügelspannweite - fünf Tonnen Gewicht: Das sind die Maße der neuen Adlerfigur aus Silicium-Bronze, die seit dem 12. Juli, 12.00 Uhr mittags auf dem 15 Meter hohen Turm des U-Boot-Ehrenmals Kiel-Möltenort am Ostufer der Kieler Förde steht. 600 Gäste waren der Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge - Landesverband Schleswig-Holstein - gefolgt und konnten so aus nächster Nähe die Anlandung des Adlers durch den Schwimmkran "Hiev", die Übernahme durch einen Mobilkran und die Aufstellung auf dem Sockel verfolgen.
Aus der Geschichte der Vorgänger
Das Vorbild des neuen Adlers war 1936 - 1938 durch den Bildhauer Fritz Schmoll, entworfen worden. Er hatte sich von einer 1606 angefertigten Adlerfigur anregen lassen, die heute im Hof des Münchener Maximilianeums steht. Der zehn Tonnen schwere Adler für das Ehrenmal wurde in den dreißiger Jahren von der Firma WMF/Geislingen aus Eisen und Blei mit einer Kupferhülle hergestellt.
Schon 1930 hatte ein erster Adler (von etwas anderem Aussehen) auf der Möltenorter Schanze gestanden - dieser aber war schon bald nach der Einweihung durch Rost beschädigt, die Anlage bot ein wenig würdiges Bild. Der Volksbund übernahm ihre Neugestaltung, am 12. Juni 1938 wurde sie mit dem neuen Adler auf einem Sockel aus rotem Wesersandstein eingeweiht. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie weitgehend unbeschädigt. Im Jahr 1990 wurde das U-Boot-Ehrenmal, besonders auch der Adler, in das Denkmalbuch Schleswig-Holstein eingetragen.
Nach 62 Jahren musste am 27. November 2000 der zweite Adler abgenommen werden, weil er nicht mehr standsicher war. Nach Beratungen des Volksbundes, der Stiftung U-Boot-Ehrenmal Möltenort und des Kieler Landesamtes für Denkmalpflege konnte eine einvernehmliche Lösung für seinen Ersatz geschaffen werden: eine exakte Nachbildung aus Bronze, ausgeführt von der Firma Noack, Berlin. Die Witwe eines gefallenen U-Boot-Fahrers übernahm die Kosten dafür: immerhin 500 000 Mark! Die weiteren Kosten in Höhe von rund 300 000 Mark trägt der Volksbund, der Eigner des Ehrenmals ist. Die alte Figur wird restauriert und dem Militärhistorischen Museum Dresden für seine neu zu schaffende Abteilung "U-Boote" übergeben.
Gedenken an die Opfer
Der ehemalige Kieler Bürgermeister und heutige schleswig-holsteinische Volksbund-Landesvorsitzende Karl-Heinz Zimmer begrüßte die Gäste, die sich auch durch kräftige Regen- und Gewitterschauer nicht vom Besuch der Veranstaltung abhalten ließen. In ihren Grußworten erinnerten Innenminister Klaus Buß, der Plöner Landrat Dr. Volkram Gebel, Dr. Berthold Köster vom Landesamt für Denkmalpflege, Rolf-Werner Peters, Bürgervorsteher der Gemeinde Heikendorf, Kapitän z. S. Heinz-Eugen Eberbach, Kommandeur der U-Boot-Flottille Eckernförde und Fregattenkapitän a. D. Heinz Thois, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung U-Boot-Ehrenmal Möltenort, an die Geschichte des Ehrenmals und seiner Adlerfiguren. Besonderer Dank aller galt der hochherzigen Spenderin und den an der Erhaltung und Pflege des Ehrenmals beteiligten Organisationen, insbesondere dem Volksbund, der Stiftung und der Gemeinde Heikendorf.
Der stellvertretende Präsident des Volksbundes, Regierungspräsident a. D. Dr. Franz Vogt aus Würzburg, erinnerte an die Gefallenen, die zu dem unübersehbaren Heer der Kriegs- und Gewaltopfer des 20. Jahrhunderts gehören. Kriegsgräber- und Gedenkstätten wie das U-Boot-Ehrenmal würden in ihrer Bedeutung als Mahnmale für den Frieden gerade heute und in Zukunft immer wichtiger werden. Das Gedenken an die Toten sei ein wichtiger Teil der Kultur eines Volkes: Nur ein Volk, das seine Toten ehre, sei fähig, sich selbst zu achten und verantwortlich zu handeln für die nachwachsenden Generationen. Gedenken und Erinnerung richteten sich nicht etwa gegen andere Völker - sie bauten vielmehr Brücken über Grenzen hinweg.
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