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Die Zeit drängt
es gilt eine große Aufgabe zu lösen

Liebe Volksbundfreunde,
in dieser Broschüre dokumentieren wir
den aktuellen Stand unserer Arbeit in den
Ländern des heutigen Osteuropas. Wichtige
Fortschritte konnten erzielt werden,
aber es bleibt noch ein langer Weg bis
zum Ziel.
In den Staaten des einstigen Ostblocks
starben während des Zweiten Weltkrieges
etwa drei Millionen deutsche Soldaten,
und damit doppelt soviel wie im
Westen. Während der Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge recht bald
nach dem Krieg in Westeuropa und Nordafrika
mit seiner Arbeit beginnen konnte,
ließ dies die politische Lage im "Osten"
nicht zu. Bis zum Jahre 1990 hatten wir
nur sehr begrenzte Arbeitsmöglichkeiten.
In den meisten Ländern Osteuropas gab
es keine offiziellen Ansprechpartner und
die Pflege deutscher Kriegsgräber wurde
nur in wenigen Ländern wie Ungarn in
sehr begrenztem Ausmaß geduldet. Die
politischen Veränderungen führten dazu,
dass wir fast 50 Jahre nach dem Zweiten
Weltkrieg endlich auch hier mit unserer
Arbeit beginnen konnten.
Nach und nach gelang es der Bundesrepublik
Deutschland, mit den meisten Ländern
Kriegsgräberabkommen zu schließen,
die unser Anliegen auf eine rechtliche
Grundlage stellten.
In den Kriegsgräberabkommen sind alle
wesentlichen Grundlagen für den Schutz
der deutschen Kriegsgräber festgeschrieben:
das dauernde Ruherecht, die Erfassung
und Sicherung der Ruhestätten,
die Umbettung von Kriegstoten auf neue
oder bestehende Anlagen sowie die Herrichtung
und Pflege von Kriegsgräberstätten.
In den Abkommen ist der Volksbund mit
der Durchführung beauftragt. Das erste
und wichtigste Abkommen über die
Kriegsgräber im Osten wurde im Dezember
1992 mit der Regierung der Russischen
Föderation abgeschlossen.
Inzwischen sind 18 Abkommen in Kraft
getreten (siehe auch letzte Seite im PDF-Download).
Unser Ziel ist es, den Angehörigen in
einem absehbaren Zeitraum die Möglichkeit
zu geben, die deutschen Kriegsgräberstätten
in den Ländern zu besuchen,
wo dies bislang nicht möglich war. Dies
bedeutet für den Volksbund, seine Anstrengungen
zu vervielfachen und seine
Organisation an ständig neue Bedingungen
anzupassen.
Für die nächsten Jahre haben wir uns vorgenommen,
in möglichst vielen Ländern
gleichzeitig präsent zu sein, Friedhöfe
anzulegen, die Kriegsopfer umzubetten
und würdig zu bestatten.
Der Volksbund arbeitet wie bisher eng mit
der Deutschen Dienststelle in Berlin als
Rechtsnachfolgerin der Wehrmachtauskunftsstelle
für Kriegerverluste und
Kriegsgefangene sowie mit dem Suchdienst
des Deutschen Roten Kreuzes in
München zusammen. Rund 1,8 Millionen
Verlustmeldungen für das Gebiet der
ehemaligen Sowjetunion sind bei der
Deutschen Dienststelle registriert. Beim
Suchdienst in München sind die Daten
von 1,2 Millionen Vermissten gespeichert.
Seit Beginn unserer Arbeit haben Volksbundmitarbeiter
schon 500 000 Gefallene
aus gefährdeten Grablagen geborgen
und auf neu entstandene oder bestehende,
ausgebaute Sammelfriedhöfe umgebettet.
Der Volksbund pflegt zur Zeit die Gräber
von zwei Millionen Kriegstoten auf rund
827 Friedhöfen in 45 Ländern. Davon
liegen rund 450 Anlagen in Osteuropa.
Für ihre Erhaltung und die Fortsetzung
der Suche nach den Kriegstoten, ihre
Bergung und Bestattung brauchen wir
Ihre Unterstützung. Danke für Ihre Hilfe!
Rainer Ruff,
Generalsekretär
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