























|
 |
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 - Bankleitzahl 520 400 21 bei der Commerzbank Kassel
|
|
|
|
Die Steppe als Ausgangspunkt der Gestaltung
Die Kriegsgräberstätte in Rossoschka ist in vielerlei
Hinsicht bemerkenswert
Seit
Mai 1992 suchen Mitarbeiter des Umbettungsdienstes im Raum
Wolgograd nach Gräbern deutscher Soldaten. An mehr als
einhundert Orten haben sie mittlerweile Gebeine geborgen.
Zunächst beabsichtigte der Volksbund, mehrere Friedhöfe zu
errichten. Nach langen Verhandlungen aber fiel schließlich die
Entscheidung auf einen einzigen Standort: bei Rossoschka, einem
kleinen Dorf in der Nähe des Flugplatzes Gumrak, wo bereits
während des Krieges ein Friedhof mit etwa 600 Gräbern angelegt
worden war. Hier hat der Volksbund den zentralen Friedhof für
alle Gefallenen zwischen Don und Wolga gebaut.
Rossoschka liegt etwa 30 Kilometer westlich der Stadt. Hier
enden allmählich die bewässerten Feldkulturen, und die
weitläufige, fast ebene Steppenlandschaft beginnt. Die
unmittelbare Umgebung des Soldatenfriedhofes wird als freies
Weideland genutzt. Der Boden ist spärlich mit Gräsern und grauen
Stauden bedeckt. Am Ufer eines schmalen Baches wächst meterhohes
Schilf.
Zwei Grabfelder
Diese landschaftliche Situation wollte Jürgen H. von Reuß,
Professor für Architektur an der Gesamthochschule Kassel, mit
seiner Konzeption des Friedhofsbaus möglichst wenig stören. Für
ihn war die Steppe Ausgangspunkt der Gestaltung. Zugleich aber
sollte die Ungeheuerlichkeit des historischen Geschehens in
Stalingrad architektonisch gewürdigt werden.
Das vorhandene Grabfeld mit seinem trapezförmigen Grundriss
fasste er mit einer Granitmauer ein. Die Zubettungsfläche ist
kreisförmig, misst 150 Meter im Durchmesser und wird ebenfalls
von einer Granitmauer gefasst, die zur Straßenseite 1,25 Meter
hoch ist. Zum Bach hin fällt das Gelände ab. Hier erhebt sich
der Mauerring bis zu 3,50 Meter über den Boden. Beide
Grabflächen können nicht betreten werden.
Durch den Bau des Friedhofes soll der Eingriff in die Natur, wie
von Reuß in seiner Projektbeschreibung erläutert, "so
zurückhaltend eingeordnet werden, dass nur eine minimale
Abweichung vom vorgegebenen Bild der Kulturlandschaft entsteht.
Die Pflege der Flächen, die nicht direkt Bestattungsflächen
sind, soll weiterhin wie bisher mit Beweidung durch Rinderherden
aus dem benachbarten Dorf erfolgen. Bewusst sollen die
Eigenarten dieser Landschaft vermittelt werden: Der scharfe Wind
im Winter, die unerbittliche Hitze im Sommer, die fast
unendliche Weite und die Stille. Der Besucher wird der
Fremdartigkeit einer ungewohnten Landschaft ausgesetzt."
Die Ungeheuerlichkeit des menschlichen Leids in Stalingrad teilt
sich dem Betrachter mit, wenn er die 470 Meter lange Ringmauer
entlanggeht. An der Wand sollen dereinst die Namen der
Gefallenen und der Vermißten angebracht werden, auch die Namen
derjenigen, deren Grab nicht mehr zu finden war: Ein Relief von
Einzelschicksalen ohne Anfang und Ende.
Beide Grabfelder verbindet ein in das Gelände eingeschnittener
Weg, der bis zum Ufer des Baches führt.
"Am Beginn dieser langen Achse befindet sich ein Gedenkplatz,
der mit einem Hochkreuz gekennzeichnet ist. Dieser Platz wird
nach Westen durch eine 2,20 Meter hohe Mauer begrenzt, die
Windschutz bietet und zugleich Informationen in deutscher und
russischer Sprache vermittelt. An dieser Stelle befand sich das
während des Krieges zerstörte Dorf Rossoschka, an das wir durch
Bäume erinnern wollen, die wir in die noch erkennbaren
Kellergruben gepflanzt haben“, erklärt von Reuß.
Am anderen Ende der Achse, am Schilf bewachsenen Ufer, ist ein
kleiner Platz der individuellen Zurückgezogenheit geschaffen. Im
Schatten der neu angepflanzten Weiden mag sich der Besucher zum
persönlichen Gedenken anregen lassen.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat die Rayonverwaltung
1997 einen russischen Soldatenfriedhof errichtet. Er verkörpert
eine völlig andere architektonische Auffassung. Doch durch den
gemeinsamen Parkplatz, durch die Verknüpfung der Wegenetze, aber
auch dank der vereinigenden Kraft der Natur werden beide
Friedhöfe zu einem gemeinsamen Mahnmal gegen den Krieg
zusammenwachsen.
|
|
Eine Kirche baut Brücken
Über 1 000 Gäste waren dabei, als am 20.09.03 die Kirche "Mariä Himmelfahrt" in Sologubowka an die Gemeinde übergeben wurde.
Stalingrad – Erinnerung
an ein Inferno
Für viele tausend Menschen bedeutete Stalingrad Untergang und Tod.
Vor diesem tragischen Hintergrund gedenkt der Volksbund der Opfer.


Arbeitsbilanz 2009

Die Zeit drängt
Informationen zu unserer Arbeit in Ost-, Mittel- und Südosteuropa
Deutsches Riga-Komitee Opfer der Deportation in das Rigaer Ghetto erhalten würdige Grabstätte
Feldpost aus Stalingrad
Briefe in russischem Archiv wieder aufgetaucht
|
|