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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 - Bankleitzahl 520 400 21 bei der Commerzbank Kassel
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Licht - Leben - Liebe.
Die Erinnerung an Stalingrad.
Kurz vor Weihnachten 1942 schuf der Pfarrer, Arzt und Künstler,
Dr. Kurt Reuber das Bild der „Stalingrad-Madonna“. An den Rand
dieses Bildes schrieb er die obigen Worte. Von keinem anderen
Bild, das in dieser Zeit entstand, geht wohl eine solche Wirkung
aus. Seit 1983 hängt es in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
in Berlin, erinnert und mahnt an die schrecklichen Ereignisse im
Kessel von Stalingrad.
Viele junge Menschen kennen diese Ereignisse von Stalingrad
heute nicht und kaum jemand der jüngeren Generation weiß, dass
das heutige Wolgograd früher einmal Stalingrad hieß. Für die
ältere Generation aber steht Stalingrad für die blutigste
Schlacht des Zweiten Weltkrieges, mit ungeheuren Verlusten auf
deutscher wie auch auf russischer Seite. Die Kapitulation der 6.
Deutschen Armee unter Feldmarschall Paulus bedeutete auch
zugleich die Wende im schrecklichsten Krieg des zwanzigsten
Jahrhunderts.
Wer heute die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin besucht,
muss auch vor dem Bild Kurts Reubers stehen bleiben. Nach wie
vor geht von dieser Kohlezeichnung eine eigenartige Faszination
aus. Die Betrachter werden still und nachdenklich, halten
stummes Zwiegespräch mit dem Bild.
Ein Jahr später, nachdem Kurt Reuber dieses Bild geschaffen
hatte, malte er ein ähnliches Bild, wieder um die
Weihnachtszeit, diesmal in einem Kriegsgefangenenlager, 1 000
Kilometer nord-ostwärts von Stalingrad in „Jelabuga“. Wiederum
entstand ein Bild von Mutter und Kind, die „Gefangenen-Madonna“.
Auch diesmal gelang es, Wochen später, das Bild an Kurt Reubers
Frau zu übergeben, gleichzeitig mit der schlimmen Nachricht,
dass Kurt Reuber nach schwerer Krankheit am 20. Januar 1944 im
Lager gestorben sei.
Am Rande dieses Bildes sind wiederum die Worte „Licht - Leben -
Liebe“ aufgeführt und doch ist das Bild anders als das erste. Es
drückt verstärkt die Ungewissheit und Düsterheit der Situation
aus. Die Zukunft scheint dunkel, das Gesicht der Madonna ist nun
von Verlassenheit und Gram gekennzeichnet. Aber gerade deshalb,
trotz Ausweglosigkeit, ist immer noch Geborgenheit möglich, weil
immer noch „Licht“ da ist. Das Licht geht allein vom Kopf des
Christus-Kindes aus. Es gibt noch Hoffnung für die Zukunft. Kurt
Reuber schreibt in seinem Adventsbrief 1943 an seine Frau:
„Schau in dem Kind das Erstgeborene einer neuen Menschheit an,
dass unter Schmerzen geboren, alle Dunkelheit und Traurigkeit
überstrahlt. Es sei uns ein Sinnbild sieghaften zukunftsfrohen
Lebens, das wir nach aller Todeserfahrung um so heißer und
echter lieben wollen, ein Leben, das nur lebenswert ist, wenn es
lichtstrahlend rein und liebeswarm ist“.
Viele Soldaten schrieben aus dem Kessel von Stalingrad an ihre
Angehörigen in der Heimat. Aus vielen Feldpostbriefen spricht
die Verzweiflung und das Grauen. Im Jahr 1957 wurde ein Teil
dieser Briefe unter dem Titel „Letzte Briefe aus Stalingrad“
veröffentlicht. Für den französischen Komponisten Aubert
Lemeland bildeten sie den Anlass für seine 10. Sinfonie „Letzte
Briefe aus Stalingrad.“ Über zehn Jahre lang hatte sich Lemeland
mit dem Thema des Zweiten Weltkrieges und insbesondere der
Tragödie von Stalingrad auseinandergesetzt. Er selbst schrieb
dazu: „Es ist ein schwieriges Unterfangen, die letzten, sehr
persönlichen Augenblicke der deutschen Soldaten, die in
Stalingrad eingeschlossen waren, auszudrücken, vor allem in der
Musik. Ich benötigte mehr als zehn Jahre für den Augenblick
dieser Schlacht. In der Normandie verfolgte man dies wie überall
auf der Welt. Es waren sicher nur die Dummen und die
Fanatischen, die sich an einer solchen Tragödie erfreuten. Im
Augenblick des Todes haben alle Soldaten der Welt nur Worte an
ihre Mütter“.
Das Jahr 2002 soll uns bewusst an den Kessel und die Schlacht
von Stalingrad vor 60 Jahren erinnern. Die Zahl der Opfer ist
bis heute ungeklärt. Man kann aber davon ausgehen, dass über 70
000 deutsche Soldaten im Kessel gefallen sind. 110 000 deutsche
Soldaten gerieten in Gefangenschaft, darunter auch Feldmarschall
Paulus sowie 20 weitere Generäle. 5 000 davon sind als
Spätheimkehrer nach Deutschland zurückgekehrt. Auf russischer
Seite gehen Historiker heute von über 500 000 Opfern aus.
Stalingrad wurde zu einer der größten Tragödien des zwanzigsten
Jahrhunderts. Der Volksbund tut gut daran, zum Volkstrauertag
2002 an diese Tragödie zu erinnern und damit die Hoffnung zu
verbinden, auf ein friedliches Miteinander in Europa und in der
Welt.
In Rossoschka, auf dem großen Sammelfriedhof des Volksbundes für
die Gefallenen der Schlacht um Stalingrad ruhen bisher 36 000
Gefallene. Ihre Namen, die der Vermissten, in den Lazaretten
oder in Kriegsgefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten
werden wir auf Namentafeln verzeichnen, die das Rund der
mächtigen Friedhofsmauer aufnimmt. Noch immer suchen wir hier
nach den Gefallenen der Schlacht von Stalingrad. Ein Ende
unserer Arbeit ist auch heute - 60 Jahre danach - nicht
abzusehen.
Weitere
Informationen finden Sie hier.
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Eine Kirche baut Brücken
Über 1 000 Gäste waren dabei, als am 20.09.03 die Kirche "Mariä Himmelfahrt" in Sologubowka an die Gemeinde übergeben wurde.
Stalingrad – Erinnerung
an ein Inferno
Für viele tausend Menschen bedeutete Stalingrad Untergang und Tod.
Vor diesem tragischen Hintergrund gedenkt der Volksbund der Opfer.


Arbeitsbilanz 2009

Die Zeit drängt
Informationen zu unserer Arbeit in Ost-, Mittel- und Südosteuropa
Deutsches Riga-Komitee Opfer der Deportation in das Rigaer Ghetto erhalten würdige Grabstätte
Feldpost aus Stalingrad
Briefe in russischem Archiv wieder aufgetaucht
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