Auch dieser Sommer steht im Zeichen des Friedens

Camp-Teilnehmer treffen sich zur Vorbereitung in Ulm

25. Mai 2016

Die Camp-Saison 2016 ist auch in Süddeutschland offiziell gestartet: An diesem Wochenende fand in Ulm das Zentrale Vorbereitungstreffen für die Teilnehmenden der Jugendbegegnungen statt. Für das zweitägige Treffen sind 35 Jugendliche angereist und haben sowohl Informationen zu den einzelnen Projekten als auch zur allgemeinen Friedens- und Jugendarbeit des Volksbunds erhalten. Veranstaltet und begleitet wurde das Wochenende von Haupt- und Ehrenamtlichen des Volksbunds aus Baden-Württemberg und Bayern.

Arbeit für den Frieden – Wichtige Aufgaben des Volksbunds

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens. Nachdem sich die 35 jungen Teilnehmenden gegenseitig vorgestellt haben wurden sie zunächst bei einer Präsentation mit der Arbeit des Volksbunds vertraut gemacht. Im Rahmen einer Präsentation lernten sie die Aufgaben des Volksbund kennen, der im Auftrag der Bundesregierung arbeitet, und welche Rolle dabei die Jugendarbeit spielt. Anschließend begab sich die Gruppe auf eine thematische Führung durch die Gedenkstätte „Oberer Kuhberg“. Der Verein versteht sich als Forum für alle, die sich kritisch mit dem Nationalsozialismus und seinen Auswirkungen auf die Gegenwart auseinandersetzen wollen.

Versöhnung über den Gräbern – Ehrenamtliches Engagement von jungen Menschen

Im Anschluss an diese thematische Einführung stand der Samstagabend ganz im Zeichen der Jugendarbeit. In einem interaktiven „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von den vielfältigen Projekten machen, die der Volksbund anbietet. Es wurden fünf Stationen angeboten: Bei der „Aktion Rote Hand“ ging es darum, ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten zu setzen. In der „Denkwerkstatt I und II“ haben sich die Teilnehmenden mit den Begrifflichkeiten Frieden und Krieg auseinandergesetzt und über Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen ausgetauscht. Als besondere Projekte wurden „Internationale Jugendbegegnungen“ als eine Möglichkeit vorgestellt, viele verschiedene Nationen nach Deutschland einzuladen und kennen zu lernen. Eine weitere Station ermöglichte den Jugendlichen ihrerseits Projekte anzuregen, die sie interessieren.

Bauklötze statt Waffen – Ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Nach einem gemütlichen Ausklang ging es am Sonntag weiter mit drei thematischen Projekten. Im Workshop „Spurensuche“ wurde den Jugendlichen erläutert, wie der Volksbund nach wie vor nach Angehörigen gefallener Soldaten der beiden Weltkriege sucht. Einige Teilnehmenden versuchten selbst, in der Volksbund-Datenbank „Gräbersuche Online“ nach Gefallenen ihrer Stadt oder Angehörigen zu suchen, indem sie Namen oder Geburtsort eingaben. Parallel dazu beschäftigte sich eine andere Gruppe mit Ursachen und Folgen des Einsatzes von Kindersoldaten. Sie hielten ihre Gedanken auf einem riesigen Plakat fest, das unter dem Motto „Bauklötze statt Waffen“ stand und den Schutz von Kindern und Jugendlichen forderte. Schließlich begab sich die dritte Gruppe auf eine Zeitreise. Angefangen bei der so genannten „Stunde Null“ bis in die heutige Zeit wurden zentrale Ereignisse der Friedens- und Kriegsgeschichte in Fotos abgebildet und miteinander diskutiert. Unter anderem ging es um den Friedensmarsch Martin Luther Kings, den Kniefall Willy Brands, die Errichtung und dem Fall der Mauer sowie um aktuelle Themen wie Mobbing oder Atomkraft.

JAK-Treffen im Rahmen des Vorbereitungswochenendes

Auch der Jugendarbeitskreis (JAK) Baden-Württemberg nutzte die Gelegenheit, sich über die anstehende Camp-Saison und die weitere Jahresplanung auszutauschen. Neben der internationalen Jugendbegegnung in Engen am Bodensee sind in diesem Jahr sechs Projekte im Ausland geplant. Für die baden-württembergischen Gruppen geht es in die Niederlande, Slowenien, in die Slowakische Republik, Montenegro, Italien und Frankreich. Im Anschluss an die Campsaison trifft sich der JAK bei den Nachtreffen wieder. Für diesen Sommer ist zudem ein Projekttag auf einem Friedhof in Mannheim geplant. Auch am Volkstrauertag werden sich die ehrenamtlichen Jugendlichen wieder im Rahmen der zentralen und dezentralen Gedenkveranstaltungen beteiligen. Gegen Ende des Jahres findet dann das traditionelle Jahresabschlusstreffen gemeinsam mit dem JAK Bayern statt. Auch von den anwesenden Jugendlichen, die in diesem Sommer zum ersten Mal ein Jugendcamp mitmachen, haben sich Interessenten gefunden – wir freuen uns darauf, sie bei einer nächsten JAK-Veranstaltung zu begrüßen.

Alexandra Simtion