Bewegende Eindrücke in Verdun gesammelt

16. April 2019

Die Teilnehmer aus Unterfranken vor dem Beinhaus von Douaumont. Foto: Oliver Bauer

Auf Initiative des Bezirksverbands Unterfranken besuchten Anfang April Ehrenamtliche, Vertreter des Bezirksjugendrings, Mitarbeiter der kommunalen Jugendarbeit und Pädagogen drei Tage Metz und Verdun. Die 35-köpfige Gruppe aus Unterfranken und einigen Teilnehmern aus Oberfranken wollte vor allem einen persönlichen Eindruck von dem bekanntesten Schauplatz des Ersten Weltkrieges gewinnen, an dem auch mehr als 100 Jahre nach Kriegsende die Narben der gewaltigen Auseinandersetzung allgegenwärtig sind.
Für nahezu alle Teilnehmer war es der erste Besuch in Verdun, der für tiefe und bewegende Eindrücke sorgte. In der Stadt Verdun empfing Pierre Lenhard die Gruppe und begleitete sie zu verschiedenen markanten Punkten des ausgedehnten Schlachtfelds. Erste Station war der Caureswald, wo im Februar 1916 die vorrückenden deutschen Soldaten auf erbitterten französischen Widerstand gestoßen waren, obwohl das Gebiet zuvor stundenlang unter heftigem deutschen Artilleriebeschuss gelegen hatte. Die von den Granaten und Geschossen gerissenen Trichter prägen mehr als 100 Jahre nach der zerstörerischen Schlacht immer noch die Landschaft, in der sich die alten Lauf- und Schützengräben deutlich abzeichnen. Der überaus sachkundige und dem Volksbund sehr verbundene Pierre Lenhard führte die Gruppe anschließend zur Kriegsgräberstätte Azannes I. Hier ruhen vor allem Gefallene und ihren Verwundungen erlegene deutsche Soldaten der ersten Wochen der Schlacht. Rund um das Schlachtfeld von Verdun gibt es insgesamt rund 70 Soldatenfriedhöfe, verdeutlichte Lenhard die Ausmaße der Auseinandersetzung. Im weiteren Verlauf des Tages besichtigte die Gruppe das Fort Douaumont, das Beinhaus, in dem die Gebeine von mehr als 100.000 französischen und deutschen Gefallenen ruhen. Letzte Station war Fleury, das zu den neun vollkommen zerstörten Dörfern auf dem Schlachtfeld von Verdun gehört. Hinweistafeln zu den vor mehr als 100 Jahren hier stehenden Gebäuden und eine später errichtete Kapelle machen Besucher darauf aufmerksam, das hier einst ein Dorf stand.
Die gewonnenen Eindrücke können in den Unterricht oder die Jugendarbeit einfließen. Sie helfen über Fakten und Jahreszahlen hinaus zu verstehen, wie groß das Leid für die Soldaten und die betroffene Bevölkerung war. Oliver Bauer, Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes in Unterfranken, informierte die Gruppe über die vielschichtige Arbeit des Volksbundes und stellte insbesondere die für Unterricht und Jugendarbeit bestehenden Angebote wie Ausstellungen, pädagogische Handreichungen, Workcamps und Programme der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten vor.
Auf der Heimreise legte die Reisegruppe einen Zwischenhalt bei Saint Avold ein und besuchte den größten US-amerikanischen Soldatenfriedhof in Europa. Die monumentale Anlage wird von der American Battle Monuments Commission (ABMC) unterhalten. Die ABMC erfüllt nahezu die gleichen Aufgaben wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ist aber eine staatliche Behörde.

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