Bezirksverband Unterfranken

Schulprojekt zum Ersten Weltkrieg: Schüler der Mittelschule Großheubach setzen sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinander

Diese Schülerinnen und Schüler haben am Ende der Projektwoche an der Mittelschule Großheubach das Abschlussquiz am besten gemeistert. Das Bild zeigt sie mit BV-Geschäftsführer Oliver Bauer (links), Bürgermeister Günther Oettinger (hintere Reihe links) sowie Landrat Jens Marco Scherf, Schulrat Michael Brummer und Schulleiterin Ulrike Maier (von rechts).

Mit viel Engagement haben sich die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Großheubach im Unterricht mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt – unter anderem konnten sie sich anhand der Ausstellung „14/18 – Mitten in Europa“ informieren. Am Freitag, 12. Oktober, endete die gleichnamige Projektwoche, gleichzeitig erfolgte stellvertretend für den Landkreis Miltenberg der Auftakt zur Kriegsgräbersammlung.

Dass Frieden in Europa nicht selbstverständlich ist, stellten Großheubachs Bürgermeister Günther Oettinger und Landrat Jens Marco Scherf zu Beginn einer kleinen Feierstunde am Freitagmorgen in der Aula der Mittelschule heraus. Die Erinnerung an die vielen Kriegstoten gelte es wach zu halten, sagten beide. Auch müsse man ständig darum kämpfen, den seit 73 Jahren anhaltenden Frieden in Europa zu erhalten.
Oliver Bauer, Geschäftsführer des Bezirksverbands des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, blickte auf den Beginn der Kriegsgräberfürsorge im Jahr 1919 zurück. Das Ziel sei es gewesen und sei es immer noch, in den beiden Weltkriegen gefallenen deutschen Soldaten eine würdige Ruhestätte zu geben. Dass heutige Kriegsschauplätze gar nicht weit entfernt sind, belegte Bauer unter anderem mit dem Bürgerkrieg in der Ukraine – kaum zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Gar nicht so groß seien die Unterschiede auf den Bildern, wenn man die Trümmerlandschaften in deutschen Großstädten 1945 und den umkämpften Städten im syrischen Bürgerkrieg vergleicht.
Im Zweiten Weltkrieg seien auch 60 Soldaten aus Großheubach gefallen, hatte Bauer im Archiv recherchiert, der Letzte sei nur fünf Tage vor Ende des Weltkrieges gestorben. Der Geschäftsführer zeigte Bilder von Gedenkstätten in ganz Europa, die an die Kriegsopfer erinnern und wies auf die zahlreichen Jugendbegegnungsstätten des Volksbunds in ganz Europa hin, in denen sich Jugendliche aus Europa treffen, die Gräber pflegen, miteinander reden und Grenzen überbrücken. Für die Kriegsgräberfürsorge bleibe die Suche nach Kriegstoten eine Daueraufgabe, erklärte er. So habe man erst vor wenigen Tagen ein Massengrab bei Stalingrad mit 800 Toten gefunden. Es gelte nun, in akribischer Arbeit herauszufinden, wer die Toten sind, um deren Gebeine umzubetten. Diese Arbeit koste Geld, deshalb sei der Verband äußerst dankbar für das Geld, das durch die Haus- und Straßensammlung zusammenkommt.
Bürgermeister Günther Oettinger freute sich, dass sich mehrere Schülerinnen und Schüler der Mittelschule meldeten, um die Sammlung zu unterstützen. Schulrat Michael Brummer schilderte die wertvollen Begegnungen von Jugendlichen beim Besuch von Kriegsgräberstätten in Europa. „Krieg ist immer furchtbar“, sagte er und warnte vor Propagandavideos, die den Krieg verherrlichen.
Schulleiterin Ulrike Maier zeichnete am Ende der Feierstunde mehrere Schülerinnen und Schüler aus, die am Ende der Projektwoche ein schwieriges Quiz zum Projektthema gemeistert hatten. Als Beste wurden ausgezeichnet: Silas Helfert und Innocenza Celerino (Klasse 7), Sina Herbertz und Josephine Münch (Klasse 8) sowie Lukas Mechler, Erik Melcher und Georg Henning (Jahrgangsstufe 9).


Text und Bild: Winfried Zing

Pater Jesaja Langenbacher segnet die Gedenktafeln für gefallene Schüler aus dem Ersten Weltkrieg mit Weihwasser. Der Feierstunde am Friedhofseingang des Klosters wohnen auch Unterfrankens Regierungspräsident und Bezirksvorsitzender des Volksbundes Dr. Paul Beinhofer (Mitte), stellvertretender Landrat Paul Streng (Zweiter von rechts) und Prior Pascal Herold (rechts) bei. (Bild: Peter Pfannes)

Denkmalprojekt des Gymnasiums Münsterschwarzach

Gymnasiasten lassen mit Unterstützung des Volksbundes Gedenktafeln für gefallene Schüler aus dem Ersten Weltkrieg reaktivieren

Münsterschwarzach „Wer sich erinnert, kann aus der Geschichte lernen“, sagte Dr. Paul Beinhofer am Mittwoch den 21. März am Friedhofseingang der Abtei Münsterschwarzach. Unterfrankens Regierungspräsident und Bezirksvorsitzender des Volksbundes Dr. Beinhofer dankte Schülern und Lehrern des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach, die die Erneuerung dreier Gedenktafeln für gefallene Schüler aus dem Ersten Weltkrieg initiierten und mithilfe von Sponsoren und des Benediktinerklosters realisierten. Die steinernen Zeitzeugen, die acht gefallenen Schülern von einst gedenken, wurden an der Mauer des klösterlichen Friedhofs installiert und in der Feierstunde mit Weihwasser gesegnet.

Eine Projekt-Gruppe, bestehend aus 13 Schülern der elften Klassen des Gymnasium, hatte sich im vergangenen Jahr auf Initiative ihrer Lehrerin Karin Illner zum Ziel gesetzt, die dreiteilige Gedenktafel restaurieren und als Mahnmal für den Frieden wieder aufstellen zu lassen. Pater Pascal Herold, der Prior der Abtei erinnerte in seiner Ansprache vor etwa 70 Festgästen an das Abnehmen der Gedenktafeln von der Klostermauer vor etwa 20 Jahren im Rahmen von Umbauarbeiten. Sie seien zusammen mit weiteren Gedenksteinen, die an gefallene Klosterangehörige erinnerten, im Klosterkeller gelagert worden. Pater Pascal dankte allen Unterstützern, die „im Geist des Friedens und der Verständigung“ gehandelt hätten. Die Gedenktafeln gäben Anlass zum Nachdenken, sagte Regierungspräsident Beinhofer, nachdem Benjamin Hettrich auf der Trompete das Lied „Ich hatte einen Kameraden“ gespielt hatte. Den Ersten Weltkrieg bezeichnete Beinhofer als die „Ur-Katastrophe des 20. Jahrhundert“. Es sei der erste technisierte Krieg gewesen, der erbittert mit Maschinengewehren, Bomben aus der Luft und Giftgasangriffen geführt worden sei. Die Folgen der grausamen Auseinandersetzungen seien für die Menschen mit Millionen Toter und Verletzter einschneidend gewesen. Die von der Bildhauerin Rosi Dresch-Fritzsch erneuerten Gedenktafeln seien keine Heldenverehrung sondern vielmehr Achtung vor den Toten und Erinnerung an deren Leid. Den Mitarbeitern des Projekts am Gymnasium dankend blickte der Regierungspräsident aber auch nach vorne. „Wer einen Konflikt eskalieren lässt, spielt mit dem Feuer, weil er sein Gesicht verlieren würde, wenn er aussteigt.“ Mit Blick auf die Krisenherde auf der ganzen Welt meinte Beinhofer: „Auch heute wird an dieser Eskalationsschraube gedreht.“ Die beiden Projektgruppensprecher Natalia Hirschmann und Jan Wiegand freuten sich, dass die Gedenktafeln wiederbelebt werden konnten. Die Gedenksteine sollen eine Warnung sein. „Auch wenn Gewalt und Ausgrenzung Lösungen für Konfliktfelder zu versprechen scheinen, zeigen die Tafeln aus dem Klosterkeller, was Krieg wirklich ist“, betonte Natalia Hirschmann. „Das darf man besonders in Zeiten wie den unseren nicht vergessen.“ Die Schüler dankten den Mönchen und Schulleitung für die Offenheit, mit der sie dem Projekt begegneten. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der gesamten Arbeit gewesen. Dank für die Unterstützung sagten sie auch dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der durch seinen Bezirksvorsitzenden Dr. Paul Beinhofer und durch Maximilian Fügen, den Schul- und Bildungsreferenten des Landesverbandes Bayern, vertreten war. Mit Hilfe des Volksbundes lernten die Schüler Wege der selbstständigen Recherche über Soldaten des Ersten Weltkrieges kennen. So zum Beispiel die Auswertung von Kriegsstammrollen als wichtige Quelle für die Recherche von Einzelschicksalen. Über die „Gräbersuche Online“ konnten durch die Schüler Grablagen auf den Kriegsgräberstätten des Volksbundes und Vermisstenschicksale geklärt werden.
Parallel zu der Eröffnung der Gedenktafel zeigt der Volksbund noch bis 13. April seine Schulausstellung zum Ersten Weltkrieg „14/18 – Mitten in Europa“ im Gymnasium Münsterschwarzach.
Im Anschluss an die Weihe durch Pater Jesaja Langenbacher legten Schüler einen Kranz an den Gedenktafeln nieder. „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ lautete der Titel des Abschlussliedes der Gesangsgruppe aus der Schule.

(Text exkl. Ergänzungen der Redaktion: Peter Pfannes)