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Ehrungsveranstaltung für sammelnde Schulen aus Winnenden bei der Haus- und Straßensammlung im Herbst 2019
19. Februar 2020
  • Nordwürttemberg

Traditionsgemäß bedankt sich die Stadt Winnenden bei den sammelnden Schulen, die sich im Rahmen der Haus- und Straßensammlung des Volksbundes aktiv beteiligten. Die Ehrungsveranstaltung für die Sammlung 2019 fand am 19. Februar im Sitzungssaal des Rathauses in Winnenden statt. Insgesamt beteiligten sich 76 Schülerinnen und Schüler aus 4 Schulen an der Sammlung. Gesammelt wurde traditionell als Straßensammlung und auch an den Gedenkveranstaltungen der Stadt und der Teilorte. Das Sammelergebnis konnte dieses Jahr mit stolzen 1.878 Euro beziffert werden.

Oberbürgermeister und Bezirksvorsitzender Hartmut Holzwarth, sowie der stellv. Bezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Wilhelm Halder begrüßten und bedankten sich bei den Schülerinnen und Schülern, und den Organisatoren innerhalb der Schulen, sowie bei Herrn Woitke, der seitens der Stadt für die Organisation und Abwicklung verantwortlich ist.

Sowohl Holzwarth und Halder berichteten von den Schicksalen einiger Mitglieder Ihrer Familie, legten aber, wie nachher auch Bezirksgeschäftsführer Thomas Faul den Blick auf die über die eigenen Familien hinaus gehenden Ereignisse und Zusammenhänge beider Weltkriege, sowie auch die schrecklichen Vorkommnisse im Rahmen der NS-Gewaltherrschaft.

Wilhelm Halder betonte bei seinen Ausführungen, dass die Menschen für den Größenwahn des deutschen Reiches geopfert wurden. Hintergrund seien Faschismus und Nationalismus gewesen so Halder. Dabei stellte er auch die Vorteile des heutigen Europas heraus und unterstrich zudem die historisch lange Friedensphase, die er als über 60 Jahre alter Mensch bislang erleben durfte. Dies während die Kriegsgeneration im Vergleich den Krieg nicht überlebten, oder oftmals die besten Jahre des Lebens im Krieg, bzw. mit den Folgen des Krieges verbrachten. .

Auch Bezirksvorsitzender Hartmut Holzwarth stellte die verbrecherischen Handlungen des Unrechtsregimes in der NS-Diktatur dar. Zudem führte er aus, dass der 2. Weltkrieg noch viel brutaler war, als der 1. Weltkrieg. Dabei beschrieb er auch die Tatsache, dass im 2. Weltkrieg eben auch die Zivilbevölkerung weitaus mehr betroffen war. Dies hatte zur Folge, dass z. B. auch er keine Großväter hatte, und viele in der Generation seiner Eltern ohne Vater aufwachsen mussten. Die Notwendigkeit des Erinnerns stellte Holzwarth mit den Worten von Lukas Bärfuss heraus, der im Letzten Jahr den Georg-Büchner Preis erhielt. „Wer den letzten Krieg vergisst, bereitet schon den nächsten vor“.

Zuvor machte Bezirksgeschäftsführer Thomas Faul einen Abriss über die Aufgaben des Volksbundes, die sich im Laufe des hundertjährigen Bestehens auch änderten. War der Volksbund nach dem 1. WK zunächst eine reine Auskunftsdatei, so ist zu der humanitären Arbeit der Gräberfürsorge der Aussöhnungsgedanke und somit die Friedensarbeit seit langer Zeit gleichrangig dazu gekommen. Die Notwendigkeit der Aussöhnung für den Friedenserhalt war eine wichtige Lehre aus dem 1. Weltkrieg, nachdem diese damals nicht stattfand, und so der Weg in den 2.WK. begünstigt wurde, so Faul weiter. In diesem Zusammenhang bedankte auch er sich bei allen Beteiligten für das Engagement in der letztjährigen Haus- und Straßensammlung und hob dabei hervor, dass dieses Engagement aktive Arbeit zum Erhalt des Friedens ist, denn Frieden muss in harter Arbeit stets neu gestiftet werden.