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Gedenken an KZ-Häftlinge in Berga an der Elster
Ort der Mahnung und Erinnerung fertiggestellt
27. Mai 2020
  • Thüringen

Eigentlich sollte am 18. Mai 2020 der in den vergangenen zwei Jahren neu angelegte KZ-Häftlingsfriedhof am Baderberg in Berga/Elster in Thüringen eingeweiht und der dort begrabenen 315 Opfer der NS-Diktatur gedacht werden. Wegen der Corona-Krise gab es statt dessen eine Gedenkfeier im kleinsten Kreis mit Kranzniederlegung.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges sollte nahe Berga/Elster Treibstoff hergestellt werden – unter Tage in Bunkern und Stollen, um vor Luftangriffen geschützt zu sein. Für den Stollenbau wurden vor allem Kriegsgefangene und Häftlinge aus dem KZ Buchenwald eingesetzt, darunter viele Juden aus Ungarn. Viele Gefangene kamen dabei zu Tode und wurden am Baderberg verscharrt. 

Langer Weg bis zur Fertigstellung
„Es war ein langer Weg bis zur Fertigstellung der Gedenkstätte für die jüdischen und anderen Opfer des KZ Buchenwald-Außenlagers", bemerkte Professor Reinhard Schramm, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Die Nachkommen der Opfer seien dankbar, dass es nun diesen würdigen Ort gebe, der der Mahnung und der Erinnerung diene.

Wie der mit der Realisierung dieses Projekts beauftragte Landschaftsarchitekt Steffen Möbius aus Erfurt treffend bemerkte, "handelt es sich bei der Anlage auf dem Baderberg um die größte komplette Neuanlage einer Kriegsgräberstätte in Thüringen in den letzten Jahrzehnten". 

Termin für die Einweihung ist noch offen
Nicht zuletzt über die Schicksale und Leidenswege der hier begrabener Opfer und die Bemühungen der Nachkommen, einen würdigen Ort der Trauer und des Gedenkens zu finden, ist im Rahmen der Einweihung dieser Grabstätte noch zu berichten – auch auch noch offen ist, wann das sein wird. 

Zu danken ist den vielen engagierten Partnern und Privatpersonen bei der Realisierung dieses umfangreichen Projekts: begonnen bei Landschaftsarchitekt Steffen Möbius, dem Thüringer Landesverwaltungsamt für die Finanzierung aus Mitteln des „Gräbergesetzes“, der Thüringer Staatskanzlei für die Koordination der Zusammenarbeit, dem Heimat- und Geschichtsverein Berga/Elster e.V. für die Erforschung und Bewahrung der lokalen Geschichte, der Heimatforscherin Christine Schmidt für ihre unermüdliche Recherche zu den Schicksalen einzelner Opfer und vielen anderen, die noch zu nennen sind.

Für den Kranz mit der Aufschrift "Nie wieder Faschismus" dankt der Volksbund Winfried Leusbrock, dem Geschäftsführer der Eggert GmbH aus Heek in Nordrhein-Westfalen, die mit ihrer Georadar-Untersuchung des Geländes und Auswertung maßgeblich zum Erfolg dieses Projektes beigetragen hat. 

Text: Henrik Hug (Geschäftsführer des Landesverbandes Thüringen)