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Volkstrauertag: Leben über Grenzen
Mariusz Siemiatkowski spricht über seine Familiengeschichte im Bundestag
14. November 2019

"Als Kind hörte ich häufig von den Kriegserfahrungen meiner Großeltern. Sie erzählten von Elend, Hunger und Angst. Diese Kriegserfahrungen meiner Vorfahren haben auch mein Leben noch geprägt. So musste ich erst eine Lehre als Bäcker machen, weil für die Großeltern das Brot immer wichtig war. Danach hatte ich freie Hand und durfte das studieren, was ich wollte.

Mit meiner Familiengeschichte ist es für mich ideal, an der deutsch-polnischen Grenze zu leben, beruflich und privat. Meine Frau und ich fühlen uns in beiden Ländern wohl. Unser fünfjähriger Sohn besucht den Kindergarten in Deutschland. Er wird bilingual erzogen.

Die Einladung im Deutschen Bundestag ist mir eine Ehre. Er ist eine Würdigung der Erinnerung an meine Familie und all diejenigen, die im Krieg unter ähnlicher Situation leiden mussten."

Mariusz Siemiatkowski ist Wissenschaftlicher Leiter der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm und studierter Deutschlehrer. Er lebt in Swinemünde und pendelt zwischen beiden Ländern.