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In Litauen geborgen: Kriegsgefangene 1944 im Sumpf erschossen

Volksbund-Partner exhumiert 13 Tote dank der Erinnerung von Zeitzeugen

Enorme Leistung unter schwierigsten Bedingungen: In einem Dorf bei Kaišiadorys im Süden Litauens bargen Umbetter des dortigen Volksbund-Partners 13 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Augenzeugenberichten zufolge waren sie dort als Kriegsgefangene erschossen worden.
 

Die Mitarbeiter des Kulturwerteschutzdienstes, der für den Volksbund in Litauen exhumiert, geben die Erinnerungen von Zeitzeugen so wieder: Die Deutschen seien 1944 auf ihrem Rückzug von sowjetischen Soldaten angegriffen und gefangen genommen worden. Als Kriegsgefangene hätten sie den ganzen Tag im Dorf verbracht, bis plötzlich ein sowjetischer Offizier eingetroffen sei und befohlen habe, sie zu erschießen. Das sei in diesem sumpfigen Wald geschehen, wo die Toten schwer zu finden sein würden.
 

Drei Hektar großes Gebiet

In diesem Jahr unternahm der Kulturwerteschutzdienst besondere Anstrengungen, um die Informationen zu überprüfen und die Grabstätte in dem drei Hektar großen Sumpfgebiet zu finden – mit Erfolg.

„Die Exhumierung in dem schweren Boden war kompliziert: Einige Mitarbeiter waren zeitweise nur damit beschäftigt, mit Eimern das Wasser aus den Grablagen zu schöpfen, während die anderen Schritt für Schritt die sterblichen Überreste der Soldaten freigelegt haben“, berichten die Umbetter. Glücklicherweise gelang es sogar unter diesen extrem schwierigen Bedingungen und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, lesbare Erkennungsmarken zu finden.
 

80 Meter sondiert

Die Toten waren offenbar in zwei Gruppen erschossen worden: die erste mit fünf Soldaten, die zweite rund 80 Meter entfernt mit acht Toten. Das Team sondierte die gesamte Strecke zwischen beiden Grablagen – ein enormer Aufwand unter diesen Bedingungen.

Neun Erkennungsmarken gehören zu den „Beifunden”. Sie helfen dabei, möglichst alle Toten zusammen mit dem Bundesarchiv zu identifizieren und Familien zu benachrichtigen.


 

Der Volksbund ist ...

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 10.000 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.

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