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Wenn zwei Weltkriege ein Leben prägen

Zeitzeugen-Projekt – Gespräch mit Dr. Dorothea Tetzlaff (97) aus Bad Oeynhausen

Krieg und seine Folgen – Dr. Dorothea Tetzlaff hat sie fast ihr ganzes Leben lang mitgetragen. Ihr Vater wurde im Ersten Weltkrieg an der Somme verschüttet und starb 1937 an den Folgen. Ihr Mann wurde im Zweiten Weltkrieg so schwer verwundet, dass er sein ganzes Leben darunter litt. Das Zeitzeugen-Projekt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. bewahrt Erinnerungen wie die von Dorothea Tetzlaff vor dem Vergessen. Melissa Grosche und Simone Schmid haben sie in Bad Oeynhausen besucht.
   

Die 97-Jährige  erinnert sich an ihre Kindheit im Zweiten Weltkrieg, an Bombennächte in Berlin, den Verlust ihres Vaters und an eine Jugend zwischen Alltag und Ausnahmezustand. Ihre Geschichte zeigt eindrücklich, wie Kriegserfahrungen Generationen verbinden – und weshalb Erinnern und Gedenken bis heute unverzichtbar sind.
 

Kindheit in Berlin 

Geboren 1928 in Berlin, ist sie acht Jahre als, als der Vater stirbt. Sie kann noch nicht begreifen, was mit ihm passiert ist. Sein Schicksal, sein Leid prägen die Familie tief. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die bleibt. „Ich habe meinen Vater sehr vermisst. Und das ist ja nur als Folge eines Krieges zu sehen.“ 

Als der Zweite Weltkrieg beginnt, scheint das Leben zunächst fast normal. Erst mit den Bombenangriffen verändert sich der Alltag radikal: Nächte im Luftschutzkeller, zerstörte Fenster, Angst und Unsicherheit werden zur täglichen Realität. Gleichzeitig wachsen Kinder wie Dorothea Tetzlaff in einem System auf, dessen Ideologie sie zunächst nicht hinterfragen – viele Zusammenhänge werden ihnen erst nach Kriegsende klar. 
 

Hunger und verdrängte Wahrheiten

Die letzten Kriegsjahre sind geprägt von Evakuierung, Hunger und ständiger Bedrohung. Schließlich erlebt das junge Mädchen den Einmarsch der sowjetischen Truppen in Berlin und das Kriegsende. Erleichterung mischt sich dabei nicht mit dem Gefühl von Befreiung, sondern dem der Niederlage. Der Kampf ums Überleben geht weiter auch in den ersten Nachkriegsjahren. 

Trotz aller Härten bleibt eines für Dorothea Tetzlaff zentral: die Erinnerung. Der Verlust des Vaters, die Verwundung ihres Mannes und die vielen Opfer machen ihr deutlich, wie wichtig es ist, das Schicksal der Kriegstoten nicht zu vergessen. Deshalb unterstützt sie heute die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge – damit die Folgen von Krieg sichtbar bleiben und sich Geschichte nicht wiederholt. 
 

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Das Zeitzeugen-Projekt

Videos von Gesprächen über den Zweiten Weltkrieg veröffentlicht der Volksbund seit einigen Jahren. Dank des Zeitzeugen-Projekts kommen jetzt weitere hinzu. Sie gehören zu #volksbundhistory – einer Rubrik, unter der der Volksbund einen Blog, Biographien, Ausstellungen und eben diese Videos bündelt. Aus schriftlichen Erinnerungen ist das jüngste Buch entstanden (Band 24 der Volksbund-Reihe): „Erinnerungen – Wie der Zweite Weltkrieg zu Ende ging”. Gerne kostenfrei bestellen – der Volksbund freut sich über eine Spende!
 

Der Volksbund ist …

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Knapp 6.000 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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