Gräbersuche-Online
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Leonhardt Weber
Geburtsdatum 14.08.1919
Geburtsort Sorg
Todes-/Vermisstendatum 02.07.1946
Todes-/Vermisstenort POW-Camp 16 Longniddry East Bothian Schottland
Dienstgrad Unteroffizier
Leonhardt Weber ruht auf der Kriegsgräberstätte in Cannock Chase .
Endgrablage: Block 3 Reihe 15 Grab 469
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- Bitte prüfen Sie vorher an Hand Ihrer Unterlagen sorgfältig, ob es sich wirklich um Ihren Angehörigen handelt. Falls Sie nicht sicher sind, vermerken Sie dies im Textfeld des Formulares.
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Kurzbiographie
"Leonhardt Weber erblickte im August 1919 als 10. von 13 Kindern in einem kleinen Dorf im Frankenwald (Oberfranken) das Licht der Welt. Seine Eltern Martin und Margaretha Weber besaßen eine kleine Landwirtschaft und Vater Martin war in den umliegenden Dörfern auch als Metzger tätig. Leonhardt hatte noch 8 Brüder und 4 Schwestern, die im Zeitraum zwischen 1904 und 1926 geboren wurden.
Leonhardt besuchte zusammen mit einigen seiner Geschwister die einklassige Schule in Sorg. Er war zeichnerisch begabt und auch sehr musikalisch. Neben anderen Instrumenten lernte er auch das Zitherspiel. Nach der Schule war er in der Weberei tätig und half auch seinen Eltern bei der Landwirtschaft. 1939 wurde er zum Militär eingezogen und absolvierte in Frankfurt eine Ausbildung bis zum Unteroffiziers-Dienstgrad.
Im Jahr 1942 heiratete er seine Frau Hilde, geb. Goßler, aus Räumlas. Die Hochzeit wurde im Kreis der großen Familie gefeiert. Leonhardt trug am Hochzeitstag Uniform.
In den Kriegsjahren war Leonhardt an der Westfront stationiert und wurde während eines Angriffs durch einen Granatsplitter am Unterkiefer verletzt. Im Juni 1944 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde als POW zuerst in einem Lazarett in New York behandelt.
Von diesem Lazarett aus nahm er Kontakt zu seinem älteren Bruder Johann auf, der im Jahr 1925 in die USA ausgewandert war. Bruder Johann lebte mit seiner kleinen Familie in Jefferson City (Missouri). Die Geschwister hatten sich in all den Jahren nicht mehr gesehen und es begann ein reger Schriftverkehr zwischen dem POW Camp und Jefferson City. Im Sommer 1944 besuchte Johann mit Frau Hulda und Sohn Elmer seinen Bruder im Lazarett, was Leonhardt mit sehr großer Freude in seinen Briefen beschreibt.
Auch der Kontakt zu seiner Familie in Deutschland und zu seiner Frau Hilde ist immer wieder Thema in den Briefen aus den POW Camps. Im September 1944 erfährt er von seinem jüngeren Bruder Reinhold, dass dieser ebenfalls in amerikanische Gefangenschaft geraten ist und in einem POW Camp in Austin, Indiana interniert wurde. Auch sein jüngster Bruder Heinrich geriet im Alter von 18 Jahren in Gefangenschaft und kam ebenfalls als POW nach Amerika.
Leonhardt Weber wurde in der Zwischenzeit in das Internierungslager Camp Fort Leonard Wood in Missouri verlegt, wo die Gefangenen auch arbeiten konnten und dafür eine kleine Entlohnung erhielten.
Den Briefen nach zu urteilen, war 1945 der Kontakt zur Heimat über viele Monate abgebrochen, was nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches und dem Kriegsende nicht verwunderte.
Schwägerin Hulda schrieb englische Briefe an Leonhardt, was ihm Freude bereitete und half, seine Englischkenntnisse zu verbessern.
Im April 1945 wurde Johanns und Huldas 2. Sohn Jim geboren. Bruder Leonhardt wurde das Patenamt übertragen, worüber er sich sehr freute.
Anfang 1946 gibt es erstmals wieder ein Lebenszeichen von Mutter Margaretha aus Deutschland und es keimt auch bei Leonhardt die Hoffnung, dass es bald wieder zurück in die Heimat geht. Sein Bruder Reinhold äußert sich im Mai 1946 in einem Brief an Bruder Johann entsprechend und Bruder Heinrich ist bereits am 16. Januar wieder gut zu Hause angekommen.
Für Leonhardt erfüllt sich der Traum, endlich wieder nach Hause zu kommen, leider noch nicht. In einem Brief vom 17. Mai 1946 schreibt er, dass er mit einem Schiff von Amerika nach Schottland gebracht wurde und nun weiterhin im POW Camp Amisfield / Haddington interniert ist.
Anfang Juni 1946 berichtet er von einer zweiwöchigen Krankheit und er scheint deprimiert, weil er noch keine Nachrichten von zuhause bekommen hat. Einen Monat später geht nochmals ein Gruß an Bruder Johann. Der letzte Brief ist auf den 28.07.1946 datiert. Leonhardt schreibt, dass er nun wieder wöchentlich Post aus der Heimat erhält und die ganze Woche bei der Frühkartoffelernte arbeitet. Er wäre froh, wenn er sich dann abends zur Ruhe begeben kann….
Am 02. November 1946 setzt Leonhardt Weber im Camp 16 Longniddry East Bothian Schottland seinem Leben durch Selbstmord ein Ende. Er wurde seinerzeit in Portobello Friedhof Edinburgh, Schottland, Grab 159 beigesetzt. Im Jahr 1962 wurde der ehemalige Wehrmachtsangehörige durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf den Friedhof Cannock Chase /Großbritannien Block 3, Reihe 15, Grab 469 zur letzten Ruhe umgebettet.
Was der Auslöser für seine Verzweiflungstat war, ist leider nicht genau bekannt.
Seine älteren Brüder Hans (*1914) und Max (*1913) sind ebenfalls nicht aus dem Krieg zurückgekommen. Hans fiel 1944 in Frankreich und Max gilt bis heute als vermisst."(gekürzt, verfasst von der Nichte Ingrid Schäfer)
Cannock Chase, Großbritannien
Cannock Chase nördlich von Birmingham ist der zentrale deutsche Soldatenfriedhof in Großbritannien. Er liegt in der Nähe eines britischen Militärfriedhofs, auf dem weitere deutsche Soldaten bestattet sind.
Friedhofbeschreibung
Die Kriegsgräberstätte liegt in einer flachen Talmulde, die im Süden von Kiefernwald begrenzt wird. Im Eingangsgebäude befindet sich der Besucherraum mit den Namenbüchern. Der kleine Innenhof bildet die Verbindung zur Ehrenhalle, in deren Mitte eine Bronzeplastik auf einem Steinsockel steht. Sie stellt einen gefallenen Soldaten dar. Eine Senke durchzieht das Gelände und trennt die Gräberfelder der Toten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges. Stelen aus belgischem Hartmuschelkalk kennzeichnen die Gräber. Auf ihnen sind meist die Daten von je zwei Gefallenen auf Vorder- und Rückseite eingraviert. Pate des Friedhofs ist der Volksbund-Landesverband Bremen.
Belegung
Auf der Anlage ruhen mehr als 4.900 Gefallene: 2.143 Tote aus dem Ersten Weltkrieg und knapp 2.800 aus dem Zweiten Weltkrieg, die zum größten Teil in Kriegsgefangenschaft oder in Internierungslagern ihr Leben verloren. Hinzu kommen Besatzungsmitglieder von abgestürzten Kampfflugzeugen sowie Tote, die an die Küste geschwemmt wurden.
Historie
Der Soldatenfriedhof Cannock Chase wurde am 10. Juni 1967 der Öffentlichkeit übergeben. Die Gedenkstätte entstand, nachdem die Regierungen des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland sowie der Bundesrepublik Deutschland am 16. Oktober 1959 ein Abkommen geschlossen hatten. Der Volksbund übernahm im Auftrag der Bundesregierung die Aufgabe, die in Großbritannien und Nordirland bestatteten deutschen Kriegstoten zusammenzubetten.
1.566 Tote aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, die bereits auf britischen Soldatenfriedhöfen bestattet worden waren, blieben ausgenommen. Diese Gräber auf 148 Ehrenteilen werden weiterhin von der Commonwealth War Graves Commission, der britischen Kriegsgräberfürsorge, betreut. Bestehen blieb die Friedhofsanlage Fort George in St. Peter Port auf der Kanalinsel Guernsey. Dort liegen 111 deutsche Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg.
Besonderheit
Auf dem nur etwa 400 Meter entfernten britischen Militärfriedhof Cannock Chase Brereton ruhen 228 deutsche Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg und 29 Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier haben außerdem 24 Engländer und 73 Neuseeländer aus dem Ersten Weltkrieg sowie drei Engländer aus dem Zweiten Weltkrieg ihr Grab.
Hinweis für Friedhofsbesucher
Auf einigen Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in Osteuropa errichtet hat, ist die Namenkennzeichnung teilweise noch nicht erfolgt! Daher bitten wir dringend darum, dass sich Angehörige vor einer geplanten Reise mit uns unter der E-Mail-Adresse service@volksbund.de oder der Telefon-Nummer +49(0)561-7009-0 in Verbindung setzen. So können wir auch gewährleisten, dass die jeweilige Kriegsgräberstätte zum geplanten Besuchstermin geöffnet ist.
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Prospekt "Kriegsgräberstätten in Großbritannien, Irland und Island"Mediathek
Lesen Sie mehr über den Kriegsgräberdienst und über die Volksbund-Arbeit allgemein.