Gräbersuche-Online
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Gertrud Werner
Geburtsdatum 13.11.1908
Geburtsort -
Todes-/Vermisstendatum 07.06.1945
Todes-/Vermisstenort -
Dienstgrad -
Gertrud Werner ruht auf der Kriegsgräberstätte in Oksböl .
Endgrablage: Reihe 6 Grab 1700
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Kurzbiographie
Gertrud Werner (geb. Rehberg) wurde am 13. November 1908 geboren. Mit ihrem Ehemann, dem Kranführer Kurt Adolf Werner, lebte sie in Danzig. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Im Mai 1932 wurde die Tochter Elsbeth (verh. Schönrock) geboren und im November 1941 folgte Ursula.
Der Vater wurde als Soldat in die Wehrmacht eingezogen. Gertrud Werner selbst verließ aufgrund der Kriegsgeschehnisse im Herbst 1944 die Stadt und kam zunächst bei ihren Eltern unter. Nachdem die Front immer näher rückte, entschloss sich Gertrud Werner gemeinsam mit ihrer Schwester und ihren Töchtern zur Flucht. Von der Halbinsel Hela vor Danzig gelang ihnen am 29. April an Bord der Nautic die Flucht. Nachdem die Familie am 1. Mai im Hafen von Kopenhagen von Bord ging, so erinnert sich Elsbeth Schönrock, habe ihre Mutter zu ihnen gesagt: "Nun ist alle Gefahr vorüber, wir sind in Sicherheit."
Allerdings ging die Flucht für die Familie weiter. Von Kopenhagen nahmen Sie einen Zug nach Jütland. Während der Fahrt wurde der Zug am 4. Mai 1945 auf der Strecke zwischen Skjern und Tarn von englischen Fliegern beschossen. Im Skjerner Tageblatt hieß es: "Flüchtlingszug gestern Abend bei Skjern beschossen. Größte Katastrophe, die sich während des ganzen Krieges in unserer Gegend abgespielt hat." Nur wenige Stunden nach dem Beschuss endete am selben Tag die deutsche Besatzung Dänemarks mit der Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande.
An die Ereignisse der Zugfahrt erinnert sich Elsbeth Schönrock: "Plötzlich sah ich von meinem Fensterplatz aus herannahende Flugzeuge. Zugleich bemerkte ich Lichtblitze von den Fliegern. Aus Danzig wusste ich, dass es sich dabei um das Mündungsfeuer von den Bordwaffen handelte. Instinktiv – bzw. wohl eher, weil meine Mutter es uns immer wieder so eingeschärft hatte – duckte ich mich weg. Im selben Moment gab es in schneller Folge viele laute Einschläge. Als ich den Kopf wieder erhob, bemerkte ich einen starken, beißenden Rauch. Mein erster Gedanke: Es brennt! "Schnell, raus hier!", rief ich meiner neben mir sitzenden Mutter zu. Doch sie antwortete nicht, sondern fiel zur Seite – und dann von der Sitzbank herunter. Voller Angst schrie ich auf, forderte die gegenübersitzenden Männer auf, meiner Mutter zu helfen … doch dann sah ich auch schon, dass sie tot waren!"
Gertrud Werner wurde mit Magen- und Beckendurchschuss und zertrümmerten Hüftknochen zunächst in das Krankenhaus in Tarm gebracht und später nach Horne verlegt, wo sie durch deutsche Militärärzte versorgt wurde. Elsbeth und ihre Schwester waren unverletzt geblieben und wurden zunächst in Skjern, später gemeinsam mit Ihrer Tante in einer Kaserne in Tarm einquartiert. Regelmäßig durften Sie ihre Mutter besuchen. Nachdem Sie in das Flüchtlingslager Brosbølgård verlegt wurden, wurden die Besuche bei der Mutter beschwerlicher und daher seltener. So hätten sie als internierte eine Sondererlaubnis benötigt, erinnert sich Elsbeth Schönrock.
Am 7. Juni erlag Gertrud Werner in Horne ihren Verletzungen. Dort wurde sie auch zunächst bestattet. Dass auch der Vater den Krieg nicht überlebt hatte, erfuhren die Töchter Elsbeth und Ursula erst später. Im Flüchtlingslager kümmerte sich fortan ihre Tante um sie. Sie sorgte etwa dafür, dass Elsbeth konfirmiert wurde oder bastelte Poesiealben für sie zur Unterhaltung.
Am 27. Mai 1966 wurde Getrud Werner umgebettet und ruht seitdem auf der Kriegsgräberstätte in Oksbøl, Reihe 6, Grab 1700.
Empfohlene Zitationsweise: Projekt "Kriegsbiographien", Gertrud Werner, in: Volksbund Dt. Kriegsgräberfürsorge e.V., Gräbersuche Online, [Zugriff am].
Oksböl, Dänemark
Auf dem Gelände eines Flüchtlingslagers entstand nach dem Zweiten Weltkrieg die Kriegsgräberstätte Oksbøl. Die Anlage ist Ruhestätte für Soldaten und Flüchtlinge.
Friedhofbeschreibung
Die Deutsche Kriegsgräberstätte Oksbøl liegt in Jütland an der dänischen Westküste. Der Ort Oksbøl gehört zur Kommune Varde. Ein Steinwall aus Feldsteinen umschließt die Gedenkstätte. Natursteinkreuze kennzeichnen die Gräber. Sie tragen auf Vorder- und Rückseite die Namen und Daten von je zwei Toten. Die Gräberfläche ist mit Heide bepflanzt. Am Ende des Hauptwegs steht ein drei Meter hohes Bronzekreuz. Im Gebäude am Rande des Friedhofs erinnert eine Ausstellung an die Situation der Flüchtlinge damals und informiert über die weltweite Arbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dort liegt auch das Namenbuch aus. Ein Orientierungsplan aus Bronze auf einem Steintisch am Eingang gibt eine Übersicht über die Lage der Gräber.
Belegung
Auf der Kriegsgräberstätte Oksbøl sind 121 deutsche Soldaten und 1.675 Flüchtlinge bestattet, die im Lager ums Leben gekommen sind.
Historie
Auf dem Gelände im damaligen besetzten Dänemark war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ein Flüchtlingslager errichtet worden, in dem zwischen 1945 und 1949 bis zu 35.000 deutsche Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht waren. Anfang 1945 waren Tausende Menschen aus dem Ostteil des Deutschen Reichs vor der sowjetischen Armee in den Westen geflohen.
Die Kriegsgräberstätte Oksbøl legten Flüchtlinge an. 1953 pflanzten junge Menschen, die selbst einige Jahre in Flüchtlingslagern verbringen mussten, Heidekraut und stifteten Holzkreuze, um die Gräber zu kennzeichnen. Auf dem Friedhof waren ursprünglich 1.247 Tote, darunter sehr viele Kleinkinder, beerdigt. Nach Abschluss des Kriegsgräberabkommens 1962 wurden durch den Volksbund 549 Zubettungen vorgenommen und der Friedhof vergrößert. Die Einweihung des neugestalteten Friedhofs fand 1969 statt.
Besonderheit
Unmittelbar neben der Kriegsgräberstätte liegt das neue internationale Museum für Flüchtlingserzählung in Dänemark „FLUGT“. Es handelt sich dabei um das weltweit erste Museum, welches sich mit Flüchtlingsgeschichten der letzten hundert Jahre in Dänemark auseinandersetzt, darunter auch die der deutschen Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges. Weitere Informationen erhalten Sie über die Website des Museums: www.flugtmuseum.dk (Quelle: Ausstellungen – FLUGT).
Hinweis für Friedhofsbesucher
Auf einigen Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in Osteuropa errichtet hat, ist die Namenkennzeichnung teilweise noch nicht erfolgt! Daher bitten wir dringend darum, dass sich Angehörige vor einer geplanten Reise mit uns unter der E-Mail-Adresse service@volksbund.de oder der Telefon-Nummer +49(0)561-7009-0 in Verbindung setzen. So können wir auch gewährleisten, dass die jeweilige Kriegsgräberstätte zum geplanten Besuchstermin geöffnet ist.
Lesen Sie mehr über den Kriegsgräberdienst und über die Volksbund-Arbeit allgemein.