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Gräbersuche-Online

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Julius Pleß

Geburtsdatum 21.12.1882

Geburtsort Stargard

Todes-/Vermisstendatum 06.09.1914

Todes-/Vermisstenort Tagnon

Dienstgrad Wehrmann

Julius Pleß ruht auf der Kriegsgräberstätte in Noyers-Pont-Maugis .

Endgrablage: Kameradengrab

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Kurzbiographie

Kein Portrait vorhanden

Julius Pleß wurde am 21. Dezember 1882 in Stargard geboren. Er arbeitete als Kaufmann. 1912 verlobte er sich mit Johanna Hannah Zadek, die aus einer jüdischen Berliner Kaufmannsfamilie stammte.

Das Ehepaar führte unter dem Namen „Fließ & Co.“ gemeinsam ein Textilwarengeschäft in Reichenau in Sachsen (heute Bogatynia, Polen). Die beiden Schwägerinnen Pleß‘ führten gemeinsam mit ihren Ehemännern andernorts ebenfalls Textilwarengeschäfte. Die drei Kaufhäuser kooperierten wirtschaftlich und kauften etwa Ware gemeinschaftlich ein.

Julius Pleß, ebenso wie sein Schwager Curt Schönwald, dienen im Ersten Weltkrieg im Deutschen Heer. Damit gehören sie zu den etwa 100.000 Deutschen jüdischen Glaubens, die – entgegen verbreiteter antisemitischer Diffamierungen – in der kaiserlichen Armee kämpften. Curt Schönewald wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Pleß, der im Reserve-Infanterie-Regiment 118 kämpfte, wurde bei Kämpfen in Tagnon am 6. September 1914 getötet. Zunächst wurde er in einem Feldgrab bei Rethel in Frankreich beigesetzt. In der Todesanzeige hieß es: „Den Tod für sein Vaterland starb mein inniggeliebter Mann […] Julius Pless“. Der Dank des Vaterlandes jedoch blieb den jüdischen Kriegsteilnehmern und -toten verwehrt. Die antisemitische Dolchstoßlegende diffamierte sie pauschal als „Drückeberger“.

Seine verwitwete Ehefrau führte das Textilgeschäft in der Nachkriegszeit eigenständig weiter. Erst infolge zunehmender antisemitischer Gewalt gab sie 1938 das Geschäft auf und zog zu ihrer Schwester Regina Schönwald und deren Ehemann Curt Schönwald nach Großröhrsorf. Doch auch hier wurden während der antisemitischen Pogrome im November 1938 gezielt jüdische Einwohner angegriffen. „Juden raus“ schalte es um 2:30 Uhr nachts am 10. November 1938 vor dem Kaufhaus der Schönewalds. Die versammelte Menschenmenge zerrte die Familie aus dem Haus und verwüstete das Haus. Johanna Pleß ebenso wie ihre Schwester und ihr Schwager wurden durch die Straßen getrieben und anschließend in „Schutzhaft“ genommen.

Danach flohen sie nach Berlin. Die Gewalt gegen Juden nahm im Zuge des Zweiten Weltkrieges weiter zu. Im März 1942 wurden Johanna Pleß gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Schwager verhaftet und in das Ghetto Piaski deportiert und ermordet. Auch die dritte Schwester Emma Lachmann und ihr Ehemann wurden im August 1942 deportiert, zunächst in das KZ Theresienstadt und im Mai 1944 in Auschwitz ermordet.

Julius Pleß fand seine letzte Ruhestätte später im Gemeinschaftsgrab auf der Kriegsgräberstätte Noyers-Pont-Maugis. Seine jüdische Herkunft war lange unbekannt geblieben.

Empfohlene Zitationsweise: Projekt "Kriegsbiographien", Julius Pleß, in: Volksbund Dt. Kriegsgräberfürsorge e.V., Gräbersuche Online, [Zugriff am].

Noyers-Pont-Maugis, Frankreich

Auf der Kriegsgräberstätte Noyers-Pont-Maugis sind deutsche Gefallene aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bestattet.

Friedhofbeschreibung

Die Kriegsgräberstätte Noyers-Pont-Maugis liegt etwa fünf Kilometer südlich der Stadt Sedan, unweit der Grenze zu Belgien. Die Anlage besteht aus zwei Gräberfeldern. Das Gräberfeld des Ersten Weltkrieges ist in zwei Blöcke unterteilt. Das Gräberfeld des Zweiten Weltkrieges besteht aus acht Blöcken. Die Grabkennzeichnung erfolgte in den Blöcken 1 bis 4 wegen der Hanglage durch liegende Grabplatten für je zwei Gefallene. In diesem Teil sind Kreuzgruppen aufgestellt. In den Blöcken 5 bis 8 sowie auf dem Gräberfeld des Ersten Weltkrieges stehen Grabkreuze, die je vier oder sechs Namen tragen. Das Gemeinschaftsgrab für die Toten des Zweiten Weltkrieges befindet sich oberhalb des Plattenwegs. In ihm ruhen sieben bekannte und 30 unbekannte Tote. Es ist durch einen liegenden Gedenkstein aus grauem Kalksandstein gekennzeichnet. Auf einer Bastion wurde ein elf Meter hohes Kreuz aus grauem Granit errichtet. Eine Terrasse bietet einen Blick ins Maastal und auf die belgischen Ardennen. Im Besucherraum in der Vorhalle liegen die Namenbücher aus. Ein Weg führt vom Eingangsgebäude den Hang aufwärts zur Gedenkhalle. Der Innenraum ist als Kreuzgewölbe gestaltet und wird durch drei Rundfenster aus farbigem Glas erhellt. Als Verkörperung der Trauer um die Gefallenen beider Weltkriege steht hier die von Prof. Dr. Kurt Schwippert geschaffene Statue einer Frauenfigur aus Muschelkalk.

Belegung

Auf der Anlage in Noyers-Pont-Maugis ruhen knapp 26.900 Tote, etwa 14.000 des Ersten und knapp 12.800 Tote des Zweiten Weltkrieges.

Historie

1922 legten die französischen Behörden auf den Höhenzügen westlich der Maas eine deutsche Kriegsgräberstätte an, auf die sie die in diesem Gebiet während des Ersten Weltkrieges gefallenen deutschen Soldaten umbetteten. Im Zweiten Weltkrieg gab es 1940 erneut heftige Kämpfe im Raum Sedan. Die Gefallenen waren zunächst am Wegrand und auf provisorischen Friedhöfen bestattet worden. Sie wurden zwischen 1940 und 1942 durch den Gräberdienst der Wehrmacht auf ein besonderes Feld im Anschluss an den Friedhof des Ersten Weltkrieges umgebettet. Nach Kriegsende betteten die Franzosen einige Soldaten zu. Beim Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens 1954 hatten hier bereits 4.880 Tote des Zweiten Weltkriegs ihre Ruhestätte erhalten. Im Rahmen des Abkommens wurde der Volksbund von der Bundesregierung mit der Zubettung der Toten aus der weiteren Umgebung und der Ausgestaltung des Friedhofes betraut. Im Sommer 1959 begannen die Umbettungen. Am 17. September 1966 wurde die Kriegsgräberstätte eingeweiht.

Hinweis für Friedhofsbesucher

Auf einigen Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in Osteuropa errichtet hat, ist die Namenkennzeichnung teilweise noch nicht erfolgt! Daher bitten wir dringend darum, dass sich Angehörige vor einer geplanten Reise mit uns unter der E-Mail-Adresse service@volksbund.de oder der Telefon-Nummer +49(0)561-7009-0 in Verbindung setzen. So können wir auch gewährleisten, dass die jeweilige Kriegsgräberstätte zum geplanten Besuchstermin geöffnet ist.

Mediathek

  • Prospekt "Kriegsgräberstätten Nordfrankreich"
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  • Brochure "Oorlogsgraven Noord-Frankrijk"
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  • Brochure "Cimetières de guerre en Nord de la France"
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  • Brochure "War graveyards Northern France"
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