Gräbersuche-Online
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Karl Heinrich Wilhelm Hofmann
Geburtsdatum 20.07.1886
Geburtsort Singhofen
Todes-/Vermisstendatum 03.04.1918
Todes-/Vermisstenort b. Achiet-le-Grand
Dienstgrad Obermatrose
Karl Heinrich Wilhelm Hofmann ruht auf der Kriegsgräberstätte in Neuville-St.-Vaast .
Endgrablage: Block 29 Grab 139
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Kurzbiographie
Karl Heinrich Wilhelm Hofmann wurde am 20. Juli 1886 als Sohn des Landwirtes Wilhelm Hofmann und dessen Ehefrau Wilhelmina Hofmann in Singhofen geboren. Er war evangelischer Konfession. Verheiratet war er mit Christina Phillippina, geborene Müller.
Vor dem Krieg verdingte er sich als Fabrikarbeiter. Undatierte Fotografien zeigen Hofmann zudem in der Uniform der Kolonialen Schutztruppe. Ein Aufdruck des Fotografen T. Takahashi gibt Aufschluss über den Entstehungsort: Die Stadt Tsingtau im deutschen Pachtgebiet Kiautschou. Ab 1898 wurde die Kolonie unter Zwang vom Kaiserreich China an das Deutsche Kaiserreich verpachtet und diente als Stützpunkt für die kaiserliche Marine. Bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges musste das Deutsche Kaiserreich die Kontrolle über das Gebiet abtreten. Hofmann war dort wahrscheinlich einige Jahre zuvor als junger Mann stationiert.
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges trat Hofmann dann am 2. August 1914 erneut in den Militärdienst. Als Obermatrose der Artillerie wurde er bei der Bootskanonenbatterie Linxweiler im 2. Bataillon des 1. Marine-Infanterie-Regiments eingesetzt. Im März 1915 wurde er aufgrund einer Tripperinfektion (Gonorrhoe) in das Marine-Feldlazarett II Brügge eingewiesen. Etwa zwei Monate später wurde er entlassen und kam erneut zur Truppe. Geschlechtskrankheiten wie der Tripper nahmen infolge des Krieges erheblich zu.
Am 3. Mai 1917 wurde er erneut in das Marine-Feldlazarett II Brügge eingewiesen. Diesmal wegen eines Nervenleidens. Bereits am 7. Mai kam er als „dienstfähig“ zurück zur Truppe. Zuletzt war er als Obermatrosenartillerist der Seewehr I der III. Marine-Artillerie-Abteilung eingesetzt. Er starb am 3. April 1918 an einer Verwundung bei Achiet-le-Grand. Dort wurde er anschließend auch beigesetzt.
Heute ruht Karl Heinrich Hofmann auf der Kriegsgräberstätte Neuville-St. Vaast in Block 29, Grab 139.
Empfohlene Zitationsweise: Projekt "Kriegsbiographien", Karl Heinrich Wilhelm Hofmann, in: Volksbund Dt. Kriegsgräberfürsorge e.V., Gräbersuche Online, [Zugriff am].
Neuville-St.-Vaast, Frankreich
Diese Grabanlage gehört seit September 2023 zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Der deutsche Soldatenfriedhof Neuville-St.-Vaast ist der größte des Ersten Weltkrieges in Frankreich.
Friedhofbeschreibung
Neuville-St.-Vaast ist eine Gemeinde im Département Pas-de-Calais im Norden Frankreichs. Der Soldatenfriedhof liegt eineinhalb Kilometer südlich des Stadtzentrums. Der Eingangsbereich hat eine zum Friedhof hin offene Halle. Eine Reliefdarstellung auf einem Steinblock stellt den Frontverlauf von 1914 bis 1918 dar. Das Relief nennt auch 17 Friedhöfe anderer Nationen in unmittelbarer Umgebung, auf denen zusammen mehr als 200.000 Tote bestattet sind, darunter Engländer, Franzosen, Kanadier, Tschechen und Polen.
Ein von der Gemeinde gestiftetes Holzkreuz trägt die Inschrift "Paix aux Hommes de Bonne Volonté" (Frieden den Menschen, die guten Willens sind). An den Gräbern tragen Metallkreuze die Namen und Daten der hier Ruhenden. Von den 36.848 Gefallenen in Einzelgräbern sind 588 unbekannt. 8.040 Gefallene ruhen im Gemeinschaftsgrab. 32 Schieferkreuze kennzeichnen diesen 140 Meter langen Grabhügel. Die 842 Namen der hier bestatteten bekannten Gefallenen sind auf Metalltafeln festgehalten. Die 131 Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten statt des Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein.
Belegung
44.888 deutsche Kriegstote des Ersten Weltkrieges ruhen in Neuville-St.-Vaast. Die Anlage ist der größte deutsche Soldatenfriedhof des Ersten Weltkrieges in Frankreich. Aus mehr als 110 Gemeinden im Département Pas-de-Calais erfolgte die Umbettung der bis dahin in Feldgräbern oder kleinen Kriegsgräberstätten provisorisch beigesetzten deutschen Toten. Sie starben bei den schweren Kämpfen um Artois und um die Lorettohöhe von August 1914 bis Ende 1915, um die Vimy-Höhe Ostern 1917 und im Herbst 1918 sowie durch den zwischen den Großkampftagen andauernden Stellungskrieg.
Historie
Den Friedhof legten die französischen Militärbehörden zwischen 1919 und 1923 als Sammelfriedhof für deutsche Kriegstote aus dem Raum nördlich und östlich der Stadt Arras an. 1928 begann der Volksbund mit Arbeiten, um den Zustand des Friedhofs zu verbessern. 1935 übernahm die Wehrmacht die Patenschaft, Soldaten spendeten damals mehrere Millionen Reichsmark. Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Am 13. November 1983 erfolgte die Einweihung des Friedhofs Neuville-St.-Vaast.
Besonderheit
Noch heute werden in dieser Region Tote geborgen, etwa bei Bauarbeiten. Im September 2023 hat die UNESCO 139 Friedhöfe des Ersten Weltkrieges zu Weltkulturerbestätten erklärt. 24 deutsche Grabanlagen sind in Obhut des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - Neuville-St.-Vaast ist eine davon.
Hinweis für Friedhofsbesucher
Auf einigen Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in Osteuropa errichtet hat, ist die Namenkennzeichnung teilweise noch nicht erfolgt! Daher bitten wir dringend darum, dass sich Angehörige vor einer geplanten Reise mit uns unter der E-Mail-Adresse service@volksbund.de oder der Telefon-Nummer +49(0)561-7009-0 in Verbindung setzen. So können wir auch gewährleisten, dass die jeweilige Kriegsgräberstätte zum geplanten Besuchstermin geöffnet ist.
Lesen Sie mehr über den Kriegsgräberdienst und über die Volksbund-Arbeit allgemein.