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Gräbersuche-Online

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Wilhelm Wilm Adalbert Hosenfeld

Geburtsdatum 02.05.1895

Geburtsort Mackenzell

Todes-/Vermisstendatum 13.08.1952

Todes-/Vermisstenort Kgf.Laz.5771 i.Stadtteil "Roter Oktober"

Dienstgrad Hauptmann

Wilhelm Wilm Adalbert Hosenfeld konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Rossoschka war somit leider nicht möglich. Sein Name ist auf dem o.g. Friedhof an besonderer Stelle verzeichnet.

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  • Bitte beachten Sie, dass auf einigen Friedhöfen nicht die aktuelle Version ausliegt, somit kann der Name Ihres Angehörigen darin evtl. noch nicht verzeichnet sein.
  • Falls Wilhelm Wilm Adalbert Hosenfeld mit Ihnen verwandt ist, und Sie von uns über Sachstandsänderungen informiert werden möchten, füllen Sie bitte das folgende Formular aus.
  • Bitte prüfen Sie vorher an Hand Ihrer Unterlagen sorgfältig, ob es sich wirklich um Ihren Angehörigen handelt. Falls Sie nicht sicher sind, vermerken Sie dies im Textfeld des Formulares.

Kurzbiographie

Textauszug aus Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Hrsg.: Daniel Fraenkel und Jakob Borut, Wallstein Verlag, Göttingen, 2005.

 

Der Retter des "Pianisten"

 

Wilhelm Hosenfeld wurde 1895 in einem Dorf in Hessen geboren. Seine Familie war katholisch, und er wuchs in einer frommen und konservativen, patriotischen deutschen Umgebung auf. Nachdem er im Ersten Weltkrieg gedient hatte, wurde er Lehrer und unterrichtete an einer örtlichen Schule. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war Hosenfeld verheiratet und hatte fünf Kinder.

Ende August 1939, eine Woche vor dem deutschen Angriff auf Polen, wurde der dreiundvierzigjährige Hosenfeld in die Wehrmacht eingezogen. Er wurde in Polen stationiert, zunächst in Pabianice und ab Juli 1940 in Warschau, wo er bis zum Ende des Krieges bleiben sollte. Hosenfeld verbrachte die meisten Kriegsjahre als Sport- und Kulturoffizier, wobei er vom Stabsunteroffizier zum Hauptmann aufstieg. Im Sommer 1944, während des polnischen Aufstands, als alle militärischen Kräfte damit beschäftigt waren, die Revolte niederzuschlagen, war er am Verhör von Gefangenen beteiligt.

 

Obwohl Hosenfeld bereits 1935 der NSDAP beigetreten war, verlor er bald seine Illusionen über das Regime und war entsetzt von den Verbrechen an Polen und Juden, deren Zeuge er wurde. Während seines gesamten Militärdienstes führte er ein Tagebuch, in dem er all seine Gefühle zum Ausdruck brachte. Die Texte überlebten, da er die Notizhefte regelmäßig nach Hause schickte. In seinen Aufzeichnungen betonte Hosenfeld seine wachsende Empörung gegenüber der Unterdrückung der Polen durch das Regime, der Verfolgung des polnischen Klerus, der Misshandlung der Juden und, mit Beginn der "Endlösung", sein Grauen vor der Vernichtung des jüdischen Volkes. 1943, nachdem er die Niederschlagung des Warschauer Ghettoaufstands miterlebt hatte, schrieb er in sein Tagebuch: "Diese Tiere. Mit diesem entsetzlichen Judenmassenmord haben wir den Krieg verloren, eine unaustilgbare Schande, einen unauslöschlichen Fluch haben wir auf uns gebracht. Wir verdienen keine Gnade, wir sind alle mitschuldig. Ich schäme mich, in der Stadt herumzulaufen."

Hosenfeld brachte seine tiefe Abscheu nicht nur in Worten zum Ausdruck sondern leistete den Opfern aktiv Hilfe. Leon Warm floh 1942 während der Deportationen aus Warschau aus einem Zug nach Treblinka. Er schaffte es, in die Stadt zurückzukehren, und mit Hilfe Hosenfelds, der ihn im Sportstadium anstellte und mit falschen Papieren ausstattete, gelang es Warm, zu überleben. Hosenfelds Hilfe für einen anderen Juden wurde durch den Film "Der Pianist" berühmt, der auf der Lebensgeschichte Władysław Szpilmans basiert. Nachdem seine ganze Familie ermordet worden war, glückte es Szpilman, das Ghetto zu verlassen und mit Hilfe polnischer Freunde (Janina Godlewska, Andrzej Bogucki und Czeslaw Lewicki wurden 1978 als "Gerechte unter den Völkern" geehrt) auf der "arischen" Seite zu überleben. Nach dem Warschauer Aufstand im Sommer 1944 wurde die polnische Bevölkerung aus der Stadt ausgewiesen, und Szpilman blieb allein zurück, versteckt in den Ruinen der zerstörten Stadt, hungrig, frierend, verängstigt und ohne jegliche Hilfe. Hier fand ihn Hosenfeld Mitte November 1944 und half ihm, die kritischen Monate vor der Befreiung zu überleben.

 

Im Januar 1945 wurde Hosenfeld von den Sowjets gefangengenommen. Fünf Jahre später, am 7. Mai 1950, verurteilte ihn ein Militärtribunal zu 25 Jahren Gefängnis. Der Prozess, so heißt es in dem eine Seite langen Urteil, wurde ohne Verteidigung geführt. Im Urteilsspruch wurde behauptet, Hosenfeld habe persönlich während des Warschauer Aufstands Festgenommene verhört und sie in Gefangenschaft geschickt, womit er den Faschismus in seinem Kampf gegen die Sowjetunion gestärkt habe.

Sechs Monate nach dem Prozess, im November 1950, kam Leon Warm nach Thalau, um Hosenfelds Frau zu besuchen. Ein polnischer Priester, der Hosenfeld in einem Kriegsgefangenenlager kennengelernt hatte, hatte Warm aufgesucht, um ihm vom Los seines Retters zu erzählen. Warm, der im Begriff war, aus Europa auszuwandern, schrieb auch einen Brief an Szpilman in Warschau. Es scheint unwahrscheinlich, dass die beiden Überlebenden, die ihre Familien verloren hatten, etwas hätten erreichen können, während sie, wie andere auch, hart arbeiteten, um die Scherben der Vergangenheit aufzulesen und zu versuchen, ein neues Leben aufzubauen in einer Welt, die wenig Interesse an der jüdischen Tragödie hatte. Hosenfeld starb 1952 in einem sowjetischen Gefängnis.

 

1998 stellte Szpilman bei Yad Vashem den Antrag, seinen Retter würdigen zu lassen. Zu dieser Zeit war Leon Warm bereits gestorben, aber sein Brief an Szpilman existierte noch, und seine Schwester schrieb aus Australien an Yad Vashem, um die Rettung ihres Bruders zu bestätigen. Bevor die "Kommission zur Ermittlung der Gerechten" den Titel verleihen konnte, musste sichergestellt werden, dass Hosenfeld nicht an Kriegsverbrechen beteiligt war. Sobald seine Tagebücher und Briefe veröffentlicht worden waren, wurde der Fall der Kommission vorgelegt. Auch die Polnische Kommission zur Untersuchung von Nazi-Verbrechen bestätigte gegenüber Yad Vashem, dass sein Verhalten untadelig gewesen sei.

Am 25. November 2008 wurde Wilhelm Hosenfeld durch Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" anerkannt. Wilhelm Wilm Adalbert Hosenfeld konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Rossoschka - Sammelfriedhof war somit leider nicht möglich. Sein Name ist auf dem o.g. Friedhof an besonderer Stelle verzeichnet. In Anwesenheit von Familienmitgliedern wurde am 1. September 2007 der Wilm-Hosenfeld-Platz auf dem Gelände der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm auf Usedom eingeweiht.

Rossoschka, Russische Föderation

In Rossoschka sind russische und deutsche Soldaten in unmittelbarer Nähe begraben. Sie fielen in der erbitterten Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg.

Friedhofbeschreibung

In mitten des damaligen "Kessels von Stalingrad", 37 Kilometer nordwestlich der Stadt Wolgograd, die bis 1961 Stalingrad hieß und wo eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkriegs stattfand, liegt Rossoschka.

Die deutsche Kriegsgräberstätte fügt sich auf einer Fläche von knapp sechs Hektar in die Steppe ein. Die kreisförmige Anlage mit einem Durchmesser von 150 Metern gleicht einer überdimensionalen, waagerecht auf die Steppe gelegten flachen Scheibe. Der Friedhof gliedert sich in zwei Gräberfelder. Links des Zugangswegs liegt der alte, inzwischen neu gestaltete Friedhof, der schon während des Kriegs von der Wehrmacht für 600 Gefallene angelegt worden war. Das trapezförmige Areal ist von einer Natursteinmauer umgeben. Rechts davon liegt der neue Teil. Eine Ringmauer aus Granitblöcken grenzt mit einem umlaufenden gepflasterten Weg das Gelände von der Steppe ab. Auf Granittafeln stehen die Namen der geborgenen deutschen Gefallenen aus dem Kessel sowie dem Gebiet um das ehemalige Stalingrad.

Der Kasseler Architekt Jürgen von Reuß vermittelt mit seinem Entwurf die Eigenarten der Kulturlandschaft: den scharfen Wind im Winter, die unerbittliche Hitze im Sommer, die Weite der Steppe und ihre Stille. Auf großen Granitblöcken sind die Namen von fast 120.000 Vermissten und Toten verewigt. Die Einweihung der Würfel fand am 9. September 2006 statt. Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion verzeichnet Rossoschka neben Sologubowka die meisten Besucherinnen und Besucher.

Belegung

In Rossoschka sind 61.791 Gefallene begraben. Weitere Zubettungen folgten.

Historie

Die Schlacht von Stalingrad ist eine der bekanntesten des Zweiten Weltkriegs. Im Spätsommer 1942 griff die 6. Armee die russische Stadt an. Nach einer Gegenoffensive der Roten Armee im November wurden bis zu 300.000 Soldaten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten eingekesselt. Im Winter 1942/1943 folgte die deutsche Kapitulation. Mehr als eine Million Soldaten kamen bei den Kämpfen ums Leben.

Besonderheit

Die deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka wurde 1999 eingeweiht. Zuvor hatte der Volksbund den Bau eines russischen Soldatenfriedhofs finanziert, der 1997 als Versöhnungsprojekt eröffnet wurde. Beide Anlagen sind nur durch eine schmale Landstraße getrennt. Die Friedhöfe sind sehr unterschiedlich gestaltet. Im Zentrum der russischen Anlage steht ein Glockenturm mit der originalen Glocke des im Zweiten Weltkrieg komplett zerstörten Dorfs Rossoschka. Um ihn herum sind Grabzeichen vorwiegend unbekannter russischer Soldaten angeordnet. Zerstörte Stahlhelme auf Granitsteinen erinnern an die etwa 20.000 Toten, die auf dem halbkreisförmigen Friedhof ruhen.

Hinweis für Friedhofsbesucher

Auf einigen Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in Osteuropa errichtet hat, ist die Namenkennzeichnung teilweise noch nicht erfolgt! Daher bitten wir dringend darum, dass sich Angehörige vor einer geplanten Reise mit uns unter der E-Mail-Adresse service@volksbund.de oder der Telefon-Nummer +49(0)561-7009-0 in Verbindung setzen. So können wir auch gewährleisten, dass die jeweilige Kriegsgräberstätte zum geplanten Besuchstermin geöffnet ist.

Mediathek

  • Prospekt "Kriegsgräberstätten Russische Föderation (deutsch)"
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  • Проспект "Российская Федерация"
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  • Luftaufnahmen der Kriegsgräberstätte Rossoschka
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  • Informationstafel Rossoschka in Russland
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