Gräbersuche-Online
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Arthur Krause
Geburtsdatum 12.12.1926
Geburtsort -
Todes-/Vermisstendatum 07.12.1944
Todes-/Vermisstenort -
Dienstgrad Unteroffizier
Arthur Krause ruht auf der Kriegsgräberstätte in Andilly .
Endgrablage: Block 16 Reihe 2 Grab 134
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Kurzbiographie
Arthur Krause wurde am 12.12.1926 vermutlich in Festenberg/Schlesien geboren. Er wuchs gemeinsam mit einem Bruder und einer Schwester in Festenberg auf, wo er auch das Gymnasium besuchte. Eine seiner Mitschülerinnen war Rosemarie Ernst, seine Jugendliebe. In seiner Heimatstadt war er auch Führer im Jungvolk. Im Jan/Feb. 1943 wurde er für die Heimatflak gemustert. Mit 16 Jahren, verließ er die Schule vorübergehend, um zum 30.03./01.04.1943 ein Praktikum in einer Metallfabrik ("Famo") in Breslau zu beginnen. Er plante, dort in Breslau sowohl die Ingenieursvorschule (ab 01.10.) in Abendkursen, parallel zur praktischen Ausbildung zu besuchen, als auch nach seinem Wehrdienst die Ingenieursschule in Breslau zu besuchen.
Mitte Mai 1943 wurde er von der SS untersucht und hoffte, als SS-Mann seine Praktikantenzeit beenden zu können. Dazu brauchte er aber Frontbewährung, die er als LKW-Fahrer und Führeranwärter machen wollte. Zudem hoffte er, dass die Freiwilligen seines Jahrgangs 1926 bald an die Front kämen. Bei einer am 21.06.1943 erfolgten Musterung erhielt er das Ergebnis: Ers. Res. I u. k.v. und Res.-Off.-Bewerber, schwere mot. Artillerie, Panzer, Pioniere. Arthur war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Im Anschluß an die Musterung ließ er sich von einem Offizier beraten und meinte seinen Annahmeschein auch bekommen zu können, ohne sich zu verpflichten und ohne zur SS zu müssen. Er wollte sich als Reserve Offizier Bewerber (R.O.B.) melden. Am 01.07.1943 unterschrieb Arthur seine Kriegsfreiwilligenmeldung und wurde im Wehrbezirkskommando geprüft/gemustert.
Nach einem 14 tägigen Urlaub erhielt Krause am 1. August abends seinen Gestellungsbefehl für den Reichsarbeitsdienst (RAD), den er am 2. August 1943 abends bzw. 3. August morgens begann. Er wurde eingezogen nach Lüdden bei Posen, Krs. Obornik (Warthegau) und vermutete, dann weiter in die Ukraine oder nach Griechenland geschickt zu werden, was aber nicht eintraf. Arthurs RAD Abteilung war ein Sonderlehrgang für kriegsfreiwillige Offiziers- und Unteroffiziersanwärter. Während er als Schreiber in der Krankenstube seinen Dienst tat, wurde ihm angeboten, sich als Hilfsheilgehilfe ausbilden zu lassen. Als junger Hilfsheilgehilfe wurde er Mitte September ausgewählt und nun versetzt nach Rogasen im Wathegau. Mitte Oktober war sein RAD Sonderlehrgang vorbei. Er hatte einige Wochen Urlaub, bevor er am 24.11. zur Wehrmacht eingezogen wurde.
Am 25.11. brach er von zu Hause auf "mit unserem Ford nach Breslau", um von dort von der Elserkaserne als Transportführer nach Hirschberg/Riesengebirge in die Hubertuskaserne abkommandiert zu werden. Seitdem diente er als Schütze im I. Nachr. Zug Pz. Aufkl. Ers. u. Ausb.. Abt. 55, Hirschberg/Riesengebirge, erst in der Hubertuskaserne, wenige Tage später in der Arraskaserene. Anfang Dezember begann er dort einen Funkerlehrgang. Im Riesengebirge verlebte er auch seinen 17. Geburtstag und das Weihnachtsfest 1943 im Kreise seiner Kameraden. Im Januar 1944 wurde Arthur Krause vereidigt.
In seinen Briefen kritisierte er das Rekrutendasein. So schrieb er am 16. Januar 1944 an Rosemarie: "Ich werde dies nie begreifen, daß man wie eine Maschine, wie ein Mensch ohne irgend einen eigenen Willen arbeiten muß." Im Mai 1944 gelangte er mit den anderen Offizier Bewerbern nach Insterburg, Ostpreußen, um dort den Offizier-Lehrgang zu absolvieren. Die ostpreußische Landschaft inspirierte Krause – er zog zwischenzeitlich in Erwägung, Landwirt zu werden und später auf einem Gut in Ostpreußen zu arbeiten. Aufgrund des russischen Vormarsches kam es zwei Monate später zur Verlegung der Abteilung von Insterburg nach Meinigen, Thüringen. Im August 1944 beförderte man Arthur Krause zum Gefreiten, am 1. Oktober 1944 zum Unteroffizier.
Nach Beendigung des Lehrgangs, Ende Oktober 1944, erhielt er 16 Tage Abstellungsurlaub und hielt sich in der Heimat auf. Anschließend wurde er erneut einberufen und musste zur "Bewährung" an die Front nach Frankreich, wo er vermutlich in der 11. Panzer Division im Einsatz war. Sein letzter Brief ist auf den 3. Dezember 1944 datiert. Am 7. Dezember fiel er – fünf Tage vor seinem 18. Geburtstag. Seine Jugendliebe Rosemarie schickte ihm am 18. Dezember 1944 einen Weihnachtsbrief, der mit der Kennzeichnung "Zurück an Absender – Empf. vermißt" zurückkam. Heute ruht Arthur Krause auf der Kriegsgräberstätte in Andilly. Die Endgrablage befindet sich in Block 16, Reihe 2, Grab 134.
Andilly, Frankreich
Mit mehr als 33.000 Toten ist die Kriegsgräberstätte Andilly die größte deutsche Anlage des Zweiten Weltkrieges in Frankreich. Der Friedhof wurde am 29. September 1962 eingeweiht.
Friedhofbeschreibung
Die deutsche Kriegsgräberstätte Andilly liegt etwa zwölf Kilometer nördlich der Stadt Toul im Département Meurthe-et-Moselle. Ein mit Sträuchern bepflanzter Wall bildet die Einfriedung. Verstreut stehende Baumgruppen und ein dichter Kranz von Bäumen rund um den Friedhof verleihen der Anlage den Charakter eines lichten Haines. Links vom Eingangsbau liegt die "Ehrenhalle", deren Nischenwand das Mosaik von drei trauernden Soldaten zeigt. Dort steht auch ein Kreuz, das früher auf der deutschen Kriegsgräberstätte Pouxeux stand. Deutsche Kriegsgefangene hatten es für ihre toten Kameraden geschnitzt. Auf der rechten Seite, in einem kleinen Raum, liegen in einem Schrein die Namenbücher der hier Bestatteten aus.
Belegung
Andilly ist mit mehr als 33.000 Gräbern die größte deutsche Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkrieges in Frankreich.
Historie
Die Anlage entstand aus einem provisorischen Friedhof des US-Militärs. Bereits am 12. September 1944 hatte der amerikanische Gräberdienst damit begonnen, in der Gemarkung des kleinen Orts Andilly eigene und deutsche Gefallene zu bestatten. Es handelte sich dabei zunächst um Tote, die im Raum westlich von Metz gefallen waren. So entstand der US Temporary Cemetery Andilly für 3.400 amerikanische und 5.000 deutsche Soldaten. 1945/46 legte der amerikanische Gräberdienst im etwa 100 Kilometer entfernten St. Avold einen endgültigen Friedhof für seine Gefallenen an und überführte alle auf provisorischen Anlagen Bestatteten dorthin. Dafür wurden in Andilly 575 deutsche Gefallene aus St. Avold und 4.891 aus Epinal-Dinoze bestattet. Damit stieg die Zahl der in Andilly ruhenden Soldaten auf 11.000 an.
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens von 1954 erhielt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Auftrag, die deutschen Toten des Zweiten Weltkriegs aus der gesamten Region in Andilly zu bestatten. 1957 begannen Zubettungen aus den Départements Nievre, Saône-et-Loire, Côte d'Or, Haute-Marne, Jura, Doubs, Haute-Saône, Vosges, Belfort, Meuse und Meurthe-et-Moselle. Bei planmäßigen Durchsuchungen des gesamten Geländes wurden fast 2.000 bis dahin in der Grablage unbekannte deutsche Tote, vor allem in den Vogesen, gefunden. Der Friedhof wurde am 29. September 1962 eingeweiht.
Besonderheit
Als Zeichen der Hoffnung und des Friedens wurde 1995 in Andilly ein Ginkgo-Baum gepflanzt.
Hinweis für Friedhofsbesucher
Auf einigen Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in Osteuropa errichtet hat, ist die Namenkennzeichnung teilweise noch nicht erfolgt! Daher bitten wir dringend darum, dass sich Angehörige vor einer geplanten Reise mit uns unter der E-Mail-Adresse service@volksbund.de oder der Telefon-Nummer +49(0)561-7009-0 in Verbindung setzen. So können wir auch gewährleisten, dass die jeweilige Kriegsgräberstätte zum geplanten Besuchstermin geöffnet ist.
Lesen Sie mehr über den Kriegsgräberdienst und über die Volksbund-Arbeit allgemein.