Bildung in Europa – Bildung für Europa

Volksbund auf dem Congrès National der Francas

4. November 2014

Béatrice Angrand, Generalsekretärin des Ofaj / Dfjw, im Gespräch Manon Bonnaudet (Francas d’Alsace), Julie Morestin (Volksbund Bundesgeschäftsstelle) Konstantin Dittrich (Volksbund Hessen), Foto: Marielle Cartiaux

Kongresslogo, Quelle: Les Francas

Patrick Kanner, Minister für Stadtentwicklung, Jugend und Sport, auf dem Forum, Foto: Konstantin Dittrich

Béatrice Angrand, Generalsekretärin des Ofaj/ Dfjw, am Infostand von Francas Alsace und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. auf dem Forum de l'action éducative locale, Foto: Konstantin Dittrich

Europäisches Seminar, Foto: Clément Laheurte

Vom 23.-26.10.2014 fand im nordfranzösischen Amiens in der Picardie der Nationalkongress unserer Partnerorganisation Les Francas statt. Der alle fünf Jahre stattfindende Kongress stand 2014 im Kontext des Engagements des Verbandes bei der Umsetzung der Neustrukturierung des Schulsystems in der Republik. In diesem Prozess begleiten die Francas die kommunalen Gebietskörperschaften bei der Reform der Schulrythmen.

500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 82 Gruppen einzelner Departements und zahlreiche internationale Partnerorganisationen nahmen am Kongress teil. Den Volksbund vertraten Julie Morestin, die im Jugendreferat der Bundesgeschäftsstelle in Kassel im Programm Arbeit beim Partner des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) für die Weiterentwicklung des deutsch-französischen Jugendaustausches verantwortlich ist, und Konstantin Dittrich, Referent für Jugend- und außerschulische Bildungsarbeit des Landesverbandes Hessen.

Europäischer Netzwerktreffen und prominente Wertschätzung

Durch unsere beiden Mitarbeitenden konnte der Volksbund bei einem parallel zum Kongress stattfindenden Europäischen Seminar an der Entwicklung eines neuen Konzeptes der Francas für europäische Bildungsarbeit mitwirken. In den Workshops des Kongresses selbst brachten sie die deutsche Perspektive vor allem im Hinblick auf europäisches und transkulturelles Lernen sowie Friedenserziehung ein. Zu mehreren Gelegenheiten präsentierten sie zudem an einem Messestand auf dem Forum der lokalen Bildungsangebote die gemeinsamen Projekte einer deutsch-französischen Jugendleiter*innenausbildung (BAFA-Juleica), die der Landesverband Hessen in Kooperation mit den Francas d’Alsace seit dem letzten Jahr erfolgreich konzipiert und umgesetzt hat. Patrick Kanner, Minister für Stadtentwicklung, Jugend und Sport zeigte bei seinem Rundgang durch das Forum großes Interesse an dem Projekt und Béatrice Angrand, Generalsekretärin des DFJW, diskutierte mit den Trägern angeregt über die Frage, inwiefern die Ausbildung die Entwicklung der beiden Vereine beeinflusst. Mehrere potentielle Projektpartner der lokalen Jugendzentren informierten sich über zukünftige deutsch-französische Begegnungsprojekte und es wurden interessante Kooperationsgespräche geführt. Bei einem feierlichen Festakt konnte auf 70 Jahre Bewegung der Francas zurückgeblickt werden.

Neue Orientierungen 2015-2020

Die Francas setzen sich seit ihrer Gründung 1944 ununterbrochen für die Qualität lokaler Bildungsprojekte in Form von schulbegleitenden und non-formellen Bildungsangeboten ein. Auf dem Kongress wurden die Konzepte weiter präzisiert und neue Orientierungen und Strategien erarbeitet, damit sich der Verband weiterhin erfolgreich in der Bildungspolitik positionieren kann.

In drei Fachvorträgen (Janie Pelabay, CEVIPOF Paris: Vivre et agir ensemble dans une société ouverte à la diversité et fraternelle; Frédéric Jesu, Pédopsychiatre/Dei France: Construire l’action éducative par l’attention portée aux enfants et aux adolescents; Romain Pasquier, Université de Rennes: Mutation des territoires – Gouvernance et société civile) und zahlreichen stark partizipativen Workshops und Diskussionsrunden wurden die Grundsatzorientierungen, Prinzipien und Werte für die kommenden fünf Jahre bearbeitet. Die drei folgenden Maßnahmen standen dazu im Mittelpunkt.

- Die Präzisierung des Beitrags der Francas zur lokalen Bildungslandschaft und die Bedingungen zu ihrer Weiterentwicklung, indem eine permanente Anpassung an regionale Kontexte und dazu erforderliche lokale Projektpartnerschaften versucht wird;

- die Mobilisierung, Erreichung und Einbindung von Aktivistinnen und Aktivisten des Bildungssektors, der Kinderrechte und lokaler Akteure und

- das Anstoßen von Organisationsentwicklungen im Verband hinsichtlich Entscheidungsstrukturen, Betriebsabläufen und Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche im Sinne der Ambition für das Wohlergehen der Kinder.

Europäisches Seminar

Ein Europäisches Seminar fand parallel zur Hauptveranstaltung statt und versammelte europäische Partnerorganisationen der Francas. Vier davon waren anwesend, neben dem Volksbund auch die Arbeiterwohlfahrt, der Bund der Deutschen Landjugend sowie das Centre d’Action Laique (Belgien).

Neben der bereits erwähnten Entwicklung eines neuen Konzeptes der Francas für europäische Bildungsarbeit sollte das Seminar auch dazu dienen, dass sich die unterschiedlichen Organisationen kennenlernen und ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten. Der Zweck dieser Arbeitsphase war es festzustellen, ob eine gemeinsame europäische Plattform für die Organisationen von Nutzen sein könnte. Die genaue Rolle der Plattform ist noch nicht definitiv festgelegt, doch erste Ideen ergaben, dass sie zur Vernetzung und zu einem breiteren Austausch zwischen den europäischen Vereinen, die alle im Bereich der Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit tätig sind, beitragen soll.

In diesem Sinne möchten die Francas das Seminar in einem dauerhaften Engagement beibehalten und unterstrichen zu mehreren Gelegenheiten die große Motivation, auf diesem Gebiet auch weiterhin eng mit dem Volksbund zu kooperieren.

Weiterführende Informationen zur Partnerschaft

Weitere Informationen zur Partnerschaft mit den Francas finden Sie hier. Die BAFA-Juleica-Ausbildung wird auf einer eigenen Unterseite näher präsentiert und deutsch-französische Begegnungsprojekte können in der Workcampdatenbank abgerufen werden.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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