Die dunkle Vergangenheit Frankfurts

Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen Gelnhausen begeben sich auf Spurensuche

12. Juli 2016

Schüler bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse, Foto: Judith Sucher

Kurz vor den Sommerferien nutzten 36 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Beruflichen Gymnasiums das gemeinsame Angebot des Landesverbandes und der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH um sich mit den regionalgeschichtlichen Facetten von Zwangsarbeit zu befassen.

Bei einem Besuch des Frankfurter Hauptfriedhofs erfuhren die Jugendlichen mehr über die Kriegsgräberfürsorge, über Einzelschicksale mehrerer Kriegstoter sowie über den Umgang mit verschiedenen Opfergruppen - damals wie heute. Auch das Massengrab der 528 Häftlinge des KZ "Katzbach" war Bestandteil der Führung.

Der nach diesem Einstieg folgende zweite Teil des Projekttages konnte erstmalig am historischen Ort stattfinden: Winfried Becker, Leiter des Gallus Theater, stellte dankenswerterweise nicht nur die Räumlichkeiten seines Hauses zur Verfügung, sondern gab zudem einen einführenden Überblick über die Geschichte der Adlerwerke und berichtete von seinen Begegnungen mit den Überlebenden des Konzentrationslagers.

Das Bewusstsein, sich dort zu befinden, wo tausende Häftlinge unter unmenschlichsten Bedingungen leben und sterben mussten, begleitete die anschließende Arbeit in Kleingruppen. Anhand historischer Quellen und Artefakte erarbeiteten sich die Teilnehmenden unterschiedliche Aspekte zum Thema Zwangsarbeit, die anschließend im großen Plenum vorgestellt und zusammengeführt wurden.
Das so entstandene komplexe Bild wurde durch den Film "Zwei Balkone" von Andrzej Falber, welcher den Veranstaltern von Friedrich Radenbach und der Wilhelm, Heinrich, Otto-Claudy-Stiftung zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt worden war, in Bezug auf den Ort und die Regionalgeschichte vertieft.  

Durch den Film und die vertiefende Gruppenarbeit wurde den Schülerinnen und Schülern eindrücklich vermittelt, dass sich auch in ihrer Heimat unmittelbare Spuren von Zwangsarbeit finden lassen. Kurz vor dem Zusammenbruch des Regimes wurden die entkräfteten Häftlinge der Adlerwerke im März 1945 zu Fuß in Richtung Buchenwald getrieben. Der 120 Kilometer lange Marsch verlief quer durch den heutigen Main-Kinzig-Kreis bis nach Hünfeld und passierte dabei auch Gelnhausen.
Einige der Menschen, die unterwegs starben oder umgebracht wurden, sind heute in der Region bestattet. Überlebende dieses "Todesmarsches" kamen im Film zu Wort.

Die Schülerinnen und Schüler bedankten sich mit einer Spende an den Landesverband für die Veranstaltung. Damit unterstützen sie direkt unsere Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Wir sagen sehr herzlich: Danke schön!!!

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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