Die Kriegsgräberstätte Schlüchtern, rechtsextreme Gewalttaten und Rechtspopulismus

15. Juli 2016

Schülerinnen und Schüler bei der Spurensuche auf der Kriegsgräberstätte Schlüchtern, Foto: Judith Sucher

Rechtsextremismus und Rassismus sind aktuell wiederkehrende Phänomene, die nicht nur ostdeutsche Großstädte wie Dresden und Magdeburg betreffen, sondern auch im kleinen hessischen Schlüchtern Spuren hinterlassen haben.

Grund genug für 85 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums sich einen Tag lang intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Der Projekttag war ein Angebot der Hessischen Landeszentrale für politsche Bildung (HLZ), das in Kooperation mit dem Landesverband Hessen, der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH und dem Büdinger Kreis e. V. - Verein zur politischen Bildung und Kommunikation durchgeführt wurde. 

In drei Workshops befassten sich die jungen Leute zum einen mit historischen Aspekten hinsichtlich des Themas, veranschaulicht an der Kriegsgräberstätte Schlüchtern und den dort zu findenden Opfergruppen und der Bedeutung der Erinnerung hinsichtlich neuer Gewalttaten und aktueller poltischer Strömungen.
Ein weiterer Workshop, geleitet von Yvonne Weyrauch von der Universität Gießen, handelte von „Rechtsextremer Gewalt gegen Migranten und Flüchtlinge“. Er griff unter anderem die Mordserie des sogenannten NSU auf und legte hier einen Schwerpunkt auf die Betroffenenperspektive. Auch hier waren regionale Bezüge relevant: Enver Şimşek, das erste Mordopfer, kam aus Schlüchtern. Eine Gedenktafel an seinem Geschäft erinnert an ihn und sein Schicksal. Auch der dritte Workshop setzte direkt an der Lebenswelt der Jugendlichen an. Jette Stockhausen, freie Mitarbeiterin der HLZ, diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern über „Rechtspopulismus in Familie und Schule“, sensibilisierte dafür, wann Rechtspopulismus anfängt und zeigte zugleich Handlungsspielräume und Gegenstrategien auf.

So entstand am Ende des Projekttages ein komplexes Bild von Rechtsextremismus damals und heute, dass von den jungen Leuten als Bereicherung zum Unterricht wahrgenommen wurde. "Wir sollten viel öfter solche Angebote haben", äußerte sich ein Schüler beispielhaft für alle Teilnehmenden.
Ein Wunsch, den der Landesverband nur unterstützen kann.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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