„Hinter jedem Grabstein steht ein Schicksal“

Jugendliche aus Butzbach befassen sich mit der Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel

29. Juni 2016

Schülerinnen und Schüler bei der "Spurensuche", Foto: Judith Sucher

Schülerinnen fertigen eine Frottage des Grabsteins von Friedrich Ehrke an, Foto: Judith Sucher

Seit vielen Jahren nimmt die Weidigschule das Angebot des Landesverbandes wahr, regionalgeschichtliche Projekttage durchzuführen. Auch in diesem Jahr besuchten sechs neunte Klassen des Butzbacher Gymnasiums jeweils im Rahmen eines regionalgeschichtlichen Projekttags die Kriegsgräberstätte Nieder-Weisel.

Diese ist der letzte Ruheort für 519 Tote der Jahre 1944 und 1945, deren Alter von 2 bis 74 Jahren reicht. Diese und weitere Informationen erschlossen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst selbstständig anhand eines Fragebogens, der anschließend gemeinsam mit der Bildungsreferentin des Landesverbandes ausgewertet und ergänzt wurde. Sie erfuhren, dass in Nieder-Weisel neben den deutschen Soldaten – einige nicht viel älter, als die Schülerinnen und Schüler selbst – auch Zivilisten und insgesamt 99 ausländische Kriegsopfer, mehrheitlich sowjetische Kriegsgefangene, aber auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter anderer Nationen, bestattet sind.

Im Anschluss an die „Spurensuche“ auf der Kriegsgräberstätte befassten sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen vertiefend mit den im Fragebogen angesprochenen Themen. Die den einzelnen Gruppen gestellten Aufgaben reichten dabei von der kreativen Auseinandersetzung zum Thema Gedenken und Erinnerungskultur über Einzelschicksale bis hin zu den Themen Zwangsarbeit und Bombenkrieg. Anhand von Materialien und Quellen erarbeiteten die Jugendlichen je eine Präsentation, in der sie das Thema der Klasse vorstellten. Die unterschiedlichen Themen und Fragestellungen ergaben so ein komplexes Bild der regionalen Geschichte, aber auch des Umgangs mit der Vergangenheit. Die biografischen und regionalen Hintergrundinformationen, die die Grundlage dieses Projekttages bilden, wurden vom Landesverband Hessen im Rahmen des Forschungsprojektes zur Aufarbeitung ausgewählter Kriegsgräberstätten in Hessen zusammen getragen.

Darüber hinausgehend wurde auch die Bedeutung und die Notwendigkeit von Kriegsgräberstätten diskutiert. „Ich finde es richtig, dass die Gräber existieren. Sie erinnern daran, was damals passiert ist und dass so etwas nicht noch mal passieren darf“, so ein Schüler.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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