Ich nenn' euch die Zahl, die Namen, die Qual...

Friedenspädagogische Chancen des Kriegstotengedenkens

6. Februar 2011

"In absehbarer Zeit wird es keine Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs mehr geben. Das hat für die deutsche Erinnerungskultur zwangsläufig Folgen. Denn während in der offiziellen Erinnerung, spätestens nach den Auschwitzprozessen, das Eingeständnis der Schuld am systematischen Massenmord an den Juden und am Ausbruch des Krieges fest verankert wurde, überwiegen im privaten Bereich andere Erinnerungsmuster. Familiäre Erfahrungen von Flucht, Hunger, Bombardierungen und den Gräueln des Krieges schaffen den emotionalen Kontext für eine eigene Bewertung der Geschichte. Die Schuld Deutschlands wird oftmals zum Kapitel im Geschichtsbuch, überlagert von der persönlichen Not der Kriegs- und Nachkriegsjahre.

Was aber wird aus den so unterschiedlichen Toten des Zweiten Weltkriegs, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind und die familiären Erzählungen langsam an Kraft verlieren? Sollen und können sie Teil einer öffentlichen Erinnerungskultur werden, die Mitläufer und Täter, Leugner und Gegner eines totalitären Regimes?

Sabine Mannitz stellt die Frage nach einem angemessenen öffentlichen Erinnern an die Kriegstoten. Sie zeigt, wie Kriegsgräberstätten, eingebettet in das Gedenken an die unterschiedlichen Opfer von Krieg und Verfolgung, auch in Zukunft friedenspädagogisch wichtige Aufgaben erfüllen können: Sie können der Demokratie- und Menschenrechtserziehung dienen und als europäische Gedächtnisorte dazu beitragen, dass die Bedingungen und Folgen von Unmenschlichkeit und Massengewalt nicht in Vergessenheit geraten."

Das Editorial von Karin Hammer, Redakteurin an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt am Main, führt in eine wissenschaftliche Untersuchung von Dr. Sabine Mannitz ein, die unter dem Titel "Ich nenn' Euch die Zahl, die Namen, die Qual... Friedenspädagogische Chancen des Kriegstotengedenkens" in "HSFK-Standpunkte", Nr. 8/2010 veröffentlicht wurde. Die HSFK zählt seit dem Jahr 2006 zu den Kooperationspartnern des Landesverbandes Hessen.

Hier können Sie sich die komplette Ausgabe der HSFK-Standpunkte ansehen.

 

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