"Unser Mann im Norden" - wird 90

Seele der deutsch-norwegischen Freundschaft

29. August 2018

Sivert Haugrönning und Christiane Lensch beim gemeinsamen Besuch der Kriegsgräberstätte Trondheim im Jahr 2017. (Foto: Rudolf Blobner)

Neunzig Jahre sind eine lange Zeit für einen Menschen, fast schon biblisch. Doch für Sivert Haugrönning waren diese Jahre gerade so ausreichend, um all das zu Wege zu bringen, was er im Dienste des Volksbundes und der Völkerverständigung geleistet hat – und das war eine Menge: Der Jubilar unterstützt den Volksbund schon seit Ende der 1970er Jahre und war dabei stets die gute Seele der zahlreichen Volksbund-Workcamps in Trondheim/Norwegen. Eine kleine Würdigung zum 90. Geburtstag.  

Sivert Haugrönning betreute als Mitarbeiter der Stadtverwaltung Trondheim bis ins Jahr 1993 die deutsche Kriegsgräberstätte Trondheim-Havstein sowie die damit verbundenen Jugendcamps, die zuerst vom Landesverband Schleswig-Holstein, später dann alle zwei Jahre vom Landesverband Hessen mit Leben gefüllt wurden. Dann kam seine Pensionierung. Das aber kümmerte ihn wenig. Die Aufgabe, sich mit aller Kraft den Workcamps zu widmen, setzte er einfach fort. Viele Jahre über seine Pensionierung hinaus machte er diesen Job mit großem Engagement weiter, weil er so sehr von dieser völkerverbindenden Arbeit überzeugt war und inzwischen enge Freundschaften mit seinen zahlreichen Volksbund-Freunden geschlossen hatte.   

„Unser Mann im Norden“

So spricht die heutige Landesgeschäftsführerin Viola Krause aus Hessen einfach nur von „unserem Mann im Norden“, wenn von der guten Camp-Seele Sivert Haugrönning die Rede ist – und jeder weiß Bescheid. Auch der langjährige Camp-Leiter Josef Heidler formuliert seine Bewunderung für den inzwischen ehrenamtlichen Helfer nicht minder begeistert: „Sivert war immer zur Stelle. Wenn wir kamen, war das Camp schon rundum vorbereitet, die Betten in der Hallset-Skole als Unterkunft für die deutschen Jugendlichen schon aufgebaut und vieles mehr. Aber das war nur der praktische Teil. Seine eigentliche Stärke lag vor allem darin, dass er von Anfang an für eine ausgezeichnete, ja sogar familiäre Stimmung sorgte, die sich direkt auf die Jugendlichen übertrug. Das war für jeden spürbar. Er organisierte Ausflüge, sei es zu den St. Olav’s Freiluftfestspielen nach Stiklestad, zur Insel Munkholmen oder auch zum Fußballspielen im Trondheimer Gefängnis.“  

Außerdem organisierte der inzwischen 90-Jährige regelmäßig Stadtführungen und Bootstouren, knüpfte Verbindungen zu Vereinen und Institutionen, hielt die Kontakte zum Volksbund-Gartenmeister Reinhard Krause und machte die Jugendbegegnungen des Volksbundes so stets zu einem bleibenden Erinnerung für alle Beteiligten.

Gemeinsam am Lagerfeuer

So ist es nicht nur in der Rückschau wenig verwunderlich, dass auch das abendliche Lagerfeuer am Strand seines privaten Anwesens stets einer der Höhepunkte eines jeden Trondheim-Camps war und Sivert Haugrönning so etwas wie dessen sozialer Mittelpunkt. Dort am Strand wurden über die Jahre viele Probleme der gesamten Welt diskutiert, aber auch gegrillt, gelacht, gesungen und viele neue Freundschaften geschlossen. Es war herrlich.

Zugleich begeisterte Sivert auch viele Trondheimer Jugendliche für die Workcamps des Volksbundes. Seine Tochter Ashild reiste sogar nach Russland, um gemeinsam mit deutschen Jugendlichen auf Tambover Kriegsgräberstätten zu arbeiten. Daraus resultierte im Jahr 1991 eine einmalige deutsch-norwegisch-russische Jugendbegegnung mit Arbeit auf deutschen und russischen Gräbern in Trondheim.

Aus der dienstlichen Zusammenarbeit entstanden enge persönliche Freundschaften, die das Ehepaar Haugrönning zum Beispiel nach Bad Hersfeld und Herleshausen brachte. Umgekehrt reisten auch viele hessische Volksbund-Freunde regelmäßig in den hohen Norden. Bei unserem letzten Treffen 2017 in Trondheim war er rüstig wie eh und je. Wieder führte unser Weg gemeinsam auf die Kriegsgräberstätte Havstein, die übrigens eine Jugendbegegnung mal wieder dringend gebrauchen könnte. Die Arbeit geht also weiter.

Wir wünschen Sivert, unserem besten Mann im Norden alles erdenklich Gute zu seinem besonderen Geburtstag und hoffen, dass er zusammen mit seiner Ehefrau Hjordis diese friedensstiftende Arbeit mit seinem großen Herzen noch lange begleiten wird.

Christiane Lensch (Mitglied des Volksbund-Landesvorstandes Hessen)        

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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