Lernort Kriegsgräberstätte für sowjetische Kriegsgefangene Klein-Zimmern

Auf dem Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene in Klein-Zimmern weist zunächst nichts auf die unzähligen Gebeine hin, die unter der Erde ruhen. Einzig die symbolischen Kreuzgruppen sowie der allgemein gehaltene Gedenkstein sind Zeugnisse, dass es sich um einen Friedhof handelt. Mindestens 397 sowjetische Kriegsgefangene, die zwischen 1941 und 1945 im Stalag IX B in Bad Orb interniert waren und in dem dem Lager zugehörigen Lazarett in Klein-Zimmern starben, wurden auf dem abseits gelegenen Gebiet inmitten von Ackern bestattet. Sie wurden in Massengräbern verscharrt – ohne Kennzeichnung der Grablage, ohne Nennung ihrer Namen, noch im Tode jeder Menschenwürde beraubt.  

Teilnehmende der Internationalen Jugendbegegnung 2017 erkunden die Kriegsgräberstätte. (Foto: Volksbund)
Teilnehmende der Internationalen Jugendbegegnung 2017 fertigen die ersten Namensziegel in Erinnerung an die Kriegsgefangenen an. (Foto: Volksbund)

Das Projekt „Wir schreiben Eure Namen“ möchte diesen Zustand ändern. Über die heute zugänglichen Personalkarten ist es möglich, den in Klein-Zimmern bestatteten Toten symbolisch Namen, Identität und Würde wiederzugeben. Anhand dieser Dokumente befassen sich Schülerinnen und Schüler mit ausgewählten Einzelschicksalen und fertigen Tonziegel mit den Namen, Geburts- und Todesdaten der Opfer an. Diese werden in Ermangelung einer Grabkennzeichnung an der Kriegsgräberstätte befestigt.

Das Projekt kann gemeinsam mit einem Themen-Workshop, der sich mit historischen Hintergrundaspekten befasst, durchgeführt werden. Alternativ kann der Workshop durch eine etwa 60-minütige Führung auf der Kriegsgräberstätte oder einen Vortrag ersetzt werden.

Lernziele:

  • Auseinandersetzung mit regionalen Aspekten des Zweiten Weltkrieges, NS-Ideologie, Kriegsgefangenschaft und Erinnerungskultur
  • Umgang mit biografischen Informationen und deren Einordnung in historische Zusammenhänge
  • Quellenarbeit

 Rahmenbedingungen:

  • Zeitlicher Rahmen mit Themenworkshop: 5 – 7 h (inkl. Pausen)
  • Zeitlicher Rahmen mit Führung oder Vortrag: 4 – 5 h (inkl. Pause)
  • Zielgruppe: Jugendliche ab 14 Jahren bzw. Klassen ab der Jahrgangsstufe 9
  • Auch für ältere Teilnehmende und Erwachsenenbildung geeignet
  • Vorkenntnisse zum Thema Nationalsozialismus wünschenswert
  • Maximal 30 Teilnehmende
  • Ein geringer Unkostenbeitrag wird erhoben.
  • Der Friedhof ist nur zum Teil barrierefrei zugänglich.

 

 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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