Lernort Kriegsgräberstätte Kassel-Niederzwehren

Im Kasseler Ortsteil Niederzwehren liegen zwei Kriegsgräberstätten. Genau an diesem Platz befand sich zur Zeit des Ersten Weltkriegs ein Gefangenenlager. Die Toten waren hier ehemals interniert und Opfer von schlechter Verpflegung, Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung. Die meisten starben an einer Typhusepidemie.

Während auf der britischen Kriegsgräberstätte individuelle Grabsteine auf die ca. 1800 Toten verweisen, fehlt auf der russischen Kriegsgräberstätte jegliche namentliche Kennzeichnung. Lediglich ein Stein am Eingang des Friedhofes gibt zu erkennen, dass es sich hier um die letzte Ruhestätte von ca. 2000 russischen Kriegsgefangenen handelt.

An die russischen Kriegsgefangenen der Kriegsgräberstätte NIederzwehren erinnert lediglich ein anonymer Gedenkstein. (Foto: Arne Jost)
Zukünftig sollen Namensziegel (hier gefertigt für die Kriegsgräberstätte Klein-Zimmern) als Namenskennzeichnung vor Ort angebracht werden. (Foto: Volksbund)

Über Kasseler Archive konnten Sterbelisten ausfindig gemacht werden, durch die sich heute – je nach Ausführlichkeit der jeweiligen Personalakte – Namen und weitere Daten der Toten herausarbeiten lassen. Diese Dokumente ermöglichen es, den russischen Toten der Kriegsgräberstätte 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges ihren Namen und somit ihre Identität zurückzugeben.

Nach einer einführenden Spurensuche über die Kriegsgräberstätte, die die historischen Hintergründe des Ortes beleuchtet, befassen sich Schülerinnen und Schüler anhand der historischen Quellen mit ausgewählten Einzelschicksalen und fertigen Namenstafeln mit den Geburts- und Todesdaten der Opfer an. Diese sollen dauerhaft auf der Kriegsgräberstätte verankert werden und die vielen persönlichen Schicksale anschaulich machen.

 

Lernziele

  • Auseinandersetzung mit regionalen Aspekten des Ersten Weltkriegs, Kriegsgefangenschaft und Erinnerungskultur
  • Umgang mit biografischen Informationen und deren Einordnung in historische Zusammenhänge
  • Arbeit mit historischen Quellen

Rahmenbedingungen

  • Zeitrahmen mit Spurensuche: 5 – 7 h (mit Pausen und Transfer)
  • Zielgruppe: Jugendliche ab 14 Jahren bzw. Klassen ab der Jahrgangsstufe 9
  • Vorkenntnisse zum Thema Erster Weltkrieg
  • max. 30 Teilnehmende
  • Ein geringer Unkostenbeitrag wird erhoben
  • Das Modul kann auch auf zwei Tage aufgeteilt werden

 

 

 

 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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