Die Gräberfelder für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Im Frankfurter Stadtgebiet sind auf 20 Friedhöfen über 10.000 Tote der beiden Weltkriege bestattet. Die größten Kriegsgräberstätten liegen auf dem Hauptfriedhof und dem Waldfriedhof Oberrad. Einige Gräberfelder ("Gewanne") auf dem Hauptfriedhof wurden schon während der Kriege angelegt und später von der Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit Bund und Land sowie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gestaltet. Ein weiteres Feld mit 50 Kriegsgräbern befindet sich auf dem im Süden des Hauptfriedhofs gelegenen jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße.

Soldaten und Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs

In den Frankfurter Kriegsgräbern ruhen Männer, Frauen und Kinder aus Deutschland und vielen anderen Nationen. Den Mittelpunkt der Kriegsgräberstätte auf dem Hauptfriedhof bildet das Kriegsopfer-Ehrenmal von 1928. Rund 1.600 deutsche Soldaten und 50 Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs sind im vorderen Teil des Gewanns VII begraben. Die meisten dieser Toten waren krank oder verwundet in Frankfurter Lazarette eingeliefert worden, deren Kapazität sich bis 1918 auf knapp 7.600 Betten steigerte. Andere Tote wurden von ihren Sterbeorten an den Kriegsfronten zur Bestattung auf den Hauptfriedhof überführt.

Zivile Bombenopfer und deutsche Soldaten des Zweiten Weltkriegs

Im hinteren Teil des Gewanns VII wurden über 3.000 zivile Bombenopfer und deutsche Militärangehörige des Zweiten Weltkriegs beigesetzt. Von den 406 toten deutschen Soldaten waren 18 nachweislich Mitglieder der SS. Die Gräber in diesem Teil des Friedhofs sind mit rötlichen Kreuzen gekennzeichnet, im Gegensatz zu den grauen Grabkreuzen für die Toten des Ersten Weltkriegs.

Ausländische und deutsche Opfer der NS-Gewaltherrschaft und "Displaced Persons"

Rechts von der Informationstafel am zentralen Kriegsopfer-Ehrenmal führt ein Weg zum Gräberfeld für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Es wurde auf Beschluss der Stadt Frankfurt angelegt und 1959 eingeweiht. Hier sind heute die sterblichen Überreste von über 800 ausländischen Zwangsarbeitskräften und Kriegsgefangenen bestattet, außerdem Urnen mit den Namen von mehr als 500 deutschen Opfern des NS-Terrors. Ein Großteil von ihnen waren Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, die unter dem Vorwand der "Euthanasie" ("gutes Sterben") ermordet wurden, weil ihr Leben als "lebensunwert" galt.

Abseits der zentralen Kriegsgräberstätte befindet sich im Gewann E das Gemeinschaftsgrab von 528 KZ-Häftlingen vor allem aus Polen, die zwischen August 1944 und März 1945 in einem Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof in den Frankfurter Adlerwerken Zwangsarbeit leisten mussten. In einer Grabanlage im Gewann X sind 113 ebenfalls überwiegend polnische Tote bestattet, die im Zweiten Weltkrieg oder als "Displaced Persons" in den Nachkriegsjahren in Frankfurt verstarben.

Kriegsgräberstätten als Lernorte der historisch-politischen Bildung

Der Volksbund in Hessen begreift Kriegsgräberstätten heute vor allem auch als Lernorte der historisch-politischen Bildung. Der Aufgabe, das Geschehene aufzuarbeiten, stellt er sich unter anderem, indem er in seinem Forschungsprojekt exemplarische Schicksale von Kriegstoten rekonstruiert und sie öffentlich zugänglich macht.

Einzelschicksale auf der Kriegsgräberstätte

Die in der Diashow präsentierten Kurzbiografien sind Ergebnisse der Forschungsarbeit des Volksbunds in Hessen in den Jahren 2018 und 2019. Sie basieren auf den aktuell verfügbaren Quellen und können ergänzt oder korrigiert werden, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. Wo die Namen oder die Lebensdaten der Toten auf den Gräbern falsch angegeben sind, wurde dies in den Kurzbiografien nach Möglichkeit und Kenntnisstand berichtigt.

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Kein Titel

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel


Ergebnisse

1. Arbeitsphase des Projekts: Wesentliche Fakten der Recherche wurden im Jahr 2005 auf einer Informationstafel am Vorplatz des zentralen Kriegsopfer-Ehrenmals dokumentiert. In den Folgejahren wurden Schicksale einzelner Toter, die auf den Kriegsgräberstätten des Frankfurter Hauptfriedhofs beerdigt sind, erforscht und in der Bildungsarbeit des Volksbunds verwendet. Der Hauptfriedhof wurde regelmäßig als Lernort genutzt. Die Materialien der Bildungsarbeit wurden für internationale Jugendbegegnungen aufbereitet.

Die gegenwärtige Informationstafel aus dem Jahr 2005. Bild: Landesverband Hessen

In der 2. Arbeitsphase des Projekts (2018/2019) wurden ergänzende Fakten zusammengetragen, die über den Text der Informationstafel hinausgehen. Es zeigte sich, dass dieser in einigen Punkten einer Korrektur bedarf. Der Hauptfriedhof wurde weiterhin als Lernort genutzt; neue Forschungsergebnisse konnten am "Tag des Friedhofs" 2018 und am "Tag der Führungen" 2019 im Rahmen themenbezogener Führungen ("Kriegsgräber erzählen Geschichte(n)") der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Am "Tag der Führungen" 2019. Bild: Landesverband Hessen.

Der Forschungsstand zu den bisher in der Bildungsarbeit verwendeten exemplarischen Einzelschicksalen wurde überprüft; außerdem wurden rund 30 weitere Schicksale aus den Quellen rekonstruiert. In dieser Phase des Projekts wurde auch die Kriegsgräberstätte auf dem jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße in die Recherche einbezogen. Die Schicksale von zwei Frankfurter Soldaten des Ersten Weltkriegs, die dort bestattet sind, konnten dokumentiert werden.

Jüdischer Friedhof Rat-Beil-Straße, Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Bild: Landesverband Hessen

Bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Landes Hessen zum Volkstrauertag in der Frankfurter Paulskirche wurden die Ergebnisse der 2. Projektphase am 17. November 2019 erstmals vollständig öffentlich vorgestellt.

Volkstrauertag 2019 in der Frankfurter Paulskirche. Bild: Landesverband Hessen

(Zuletzt aktualisiert: 07.02.2020)