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Drei Fragen an Dieter Holdenried, Bezirksvorsitzender Oberbayern-West der Bayerischen Krieger- und Soldatenvereinigung (BKV)
17. Juni 2019
  • Oberbayern

Herr Holdenried, warum die Fahrt nach Verdun, was war Ihr Ziel?

Dieter Holdenried: Wir wollten diese Reise schon immer machen, um Verdun mit eigenen Sinnen nachzuerleben, es gefühlsmäßig zu begreifen. Wenn man es nur aus Medien erfährt, ist es weit weg. Die Jüngeren unter uns sollen das weitertragen. Jetzt können wir auch denen, die uns Reservistenvereine nicht kennen, erklären, wofür wir da sind – nicht, um Krieg zu verherrlichen, sondern dafür, um Frieden zu werben.

Was kann man in Zukunft besser machen?

Die Leute müssen verstehen, dass sie als Kleine für die Großen, die Machtbesessenen, nichts sind, nur Kanonenfutter, das verheizt wird – in sinnlosen Schlachten wie vor Verdun. Dafür ist es wichtig, die Generationen an einen Tisch zu bringen, sich zu unterhalten und zu verstehen. Wir haben in unseren Kriegervereinen drei Generationen unter einem Dach – vom 18-Jährigen bis zum Großvater.

Wie lautet Ihr Fazit?

Die Fahrt hat bestätigt, dass Kriege grausam und zu vermeiden sind. Ich habe mit 14 Jahren noch Zeitzeugen erlebt, die im Ersten Weltkrieg gekämpft haben. Heute gibt es keine mehr, umso wichtiger sind Gedenkstätten. Hier bekommt man das physische Gefühl für die Schrecken des Kriegs vermittelt. Es war beklemmend, die Nässe, Kälte und Enge in den Kasematten, dann die Gräber, das Beinhaus – das bestätigt uns Soldatenvereine in unserer Friedensarbeit und der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge.

Das Interview führte die Journalistin Dr. Andrea Hammerl, es wurde in der Schrobenhausener Zeitung veröffentlicht.