Nachricht
Helmwiese im Luitpoldhain
27. August 2019
  • Mittelfranken

Künstlerische Intervention
 in Nürnberg

Der Künstler Reiner F. Schulz bereitet zum Antikriegstag 2019 am Sonntag, 1. September,  von 14 bis 19.30 Uhr eine Intervention im öffentlichen Raum vor. Verrostete Stahlhelme liegen auf der großen Wiese des Luitpoldhains in Nürnberg. Hier fanden während der Reichsparteitage der NSDAP Aufmärsche von SA und SS statt. Es ist der 1. September 2019, genau 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Die Weltkriege des letzten Jahrhunderts haben Tod und unsägliches Leid über viele zig-Millionen von Menschen gebracht. Nationalismus und Propaganda haben dazu geführt. Heute müssen wir erleben, dass Nationalismus und glatte Lügen allenthalben wieder gesellschaftsfähig werden. Von Ferne kann man sie für Maulwurfshügel auf einer Wiese halten – ein zunächst friedliches Bild. Aber wenn man erkennt worum es sich handelt, gefriert einem das Blut in den Adern.
Die Helme lagen viele Jahrzehnte unter der Erde. Jeder hat sein eigenes Schicksal des Rostens und Zerfallens erfahren, jeder in einer anderen Erde. Sie wurden sie als möglichst billige industrielle Massenprodukte hergestellt, um in den Weltkriegen des letzten Jahrhunderts Kopfverletzungen bei deutschen, französischen, britischen und russischen Soldaten zu vermeiden. Ironischerweise haben die Helme erst durch den individuellen Zerfall - ihren „Tod“ - ihre Individualität erlangt. Eine Individualität, die Soldaten in ihren Marschkolonnen nicht zugebilligt wird.
Zur Website des Künstlers www.schulz-art.com/helmwiese