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Treue und Nähe zum Volksbund: Ernst Ortner zum Neunzigsten
01. Juli 2019
  • Oberbayern

Am 27. Juni 2019 feierte unser Mitarbeiter Ernst Ortner aus Berchtesgaden seinen 90. Geburtstag. Seit 1971 ist er Mitglied im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und seit über 40 Jahren gestaltet er für den Volksbund mit viel Liebe und Sorgfalt den Schaukasten am Torbogen des Berchtesgadener Schlossplatzes. Solange er dazu in der Lage ist, will er diese Aufgabe auch weiter wahrnehmen. Dazu fühlt er sich aufgrund seiner Familiengeschichte auch gegenüber dem Volksbund verpflichtet.


Als jüngstes von 4 Kindern der Lehrerfamilie Ortner aus Waldhof bei Pfarrkirchen wurde er, abgesehen von einem kurzen abschließenden Intermezzo beim Volkssturm, nicht mehr Soldat in der Wehrmacht. Seine beiden Brüder sind gefallen. Sein Vater kehrte erst 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Der ältere Bruder fiel bereits 1941 bei der Belagerung von Leningrad und der jüngere 1945 in den letzten Kriegstagen bei den Rückzugsgefechten der Wehrmacht in Italien. Er wurde im deutschen Soldatenfriedhof am Futapass im nördlichen Apennin beigesetzt. Diese Informationen schon kurz nach Kriegsende verdankte die Familie Ortner der Such- und Bergungsarbeit des Volksbundes.
Als 1996 der Volksbund bei Leningrad mit den Such- und Bergungsarbeiten begann und am 9. September.2000 dann für mehr als 54 000 Kriegstote der deutsche Soldatenfriedhof Solugobowka feierlich eröffnet wurde, stand Ernst Ortner zusammen mit seiner Frau, dank der Arbeit des Volksbundes, erstmals auch am Grab seines älteren Bruders. 


In Anerkennung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Volksbund zeichnete ihn unser Mitarbeiter Klaus Gerlach an seinem 90. Geburtstag mit der Silbernen Ehrennadel des Landesverbandes aus.