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Gedenkspaziergang in Berlin: Premiere für die Netzwerkarbeit

Abgeordnetenreisen des Bundespresseamtes: Volksbund-Angebot soll gelistet werden

Sinti und Roma, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen – Mahnmale für diese Opfergruppen des Nationalsozialismus sind Stationen eines Gedenkspaziergangs in Berlin. Zum ersten Mal nutzte ein Bundestagsabgeordneter dieses Angebot des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. für eine Gruppe aus seinem Wahlkreis.

 

Zum Volkstrauertag hatte sich das Büro von Dr. Jan-Niclas Gesenhues (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem westfälischen Emsdetten an den Volksbund gewandt, um bei einer Abgeordnetenreise der Gruppe Gelegenheit zu geben, mehr über die Volksbund-Arbeit zu erfahren.
 

Bis zu drei Fahrten im Jahr

Das Bundespresseamt unterstützt jede Abgeordnete und jeden Abgeordneten des Bundestages dabei, solche Fahrten für Wählerinnen und Wähler nach Berlin zu organisieren – maximal drei pro Jahr – und bietet eine Liste mit möglichen Programmpunkten an. Künftig soll der Gedenkspaziergang dort gelistet sein. Die Weichen dafür werden gerade gestellt.

Neben dem weltweit bekannten Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Brandenburger Tor gibt es zahlreiche weitere Orte im Zentrum Berlins, die der Rundgang einbezieht – etwa das Denkmal zur Erinnerung an 96 ermordete Reichstagsabgeordnete und das Denkmal für die Sinti und Roma Europas, die deren Schicksal teilten.
 

Individuell abgestimmt

Weitere mögliche Stationen sind der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der »Euthanasie«-Morde und das Denkmal für die verfolgten Homosexuellen. Auch das Sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni gehört dazu, denn dahinter liegt ein Friedhof für rund 2.500 sowjetische Soldaten, die in der Schlacht um Berlin gefallen sind.

Der Gedenkspaziergang lässt sich individuell zusammenstellen und so machten sich – nach Absprache mit dem Büro des Abgeordneten – zwei Volksbund-Mitarbeiter mit je der Hälfte der rund 50-köpfigen Gruppe auf den Weg. Thomas Rey vom Referat Erinnerungskultur und Netzwerkarbeit und Martin Bayer, Geschäftsführer des Landesverbandes Berlin, stellten ausgewählte Stationen vor.
 

Erinnerungskultur weiterentwickeln

„Erinnerung ist niemals abgeschlossen, auch wenn sie zu Stein und Denkmälern wird“, sagt Dominik Tomenendal, Leiter des Volksbund-Referats Erinnerungskultur und Netzwerkarbeit. Ziel des Spaziergangs sei es, gemeinsam Fragen zu klären: Welche Formen des Erinnerns sind angemessen? Wie sahen die Debatten bei der Entstehung der jeweiligen Gedenkorte aus? Welche Bedeutung kommt den Denkmälern heute zu? „Wir bieten keine Geschichtsstunde an, sondern einen Austausch.“

Die Länge des Spaziergangs beziehungsweise die Zahl der Stationen richten sich danach, wieviel Zeit die Gruppe hat und wie mobil die Menschen sind. Auch wenn das Volksbund-Angebot beim Bundespresseamt erst noch gelistet wird, können schon jetzt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Abgeordnetenbüros, die eine Gruppen anmelden möchten, per Mail Kontakt aufnehmen.

Entstanden ist das Format während der Corona-Pandemie. Anfang 2022 wurde es online vorgestellt: Gedenkspaziergang im Herzen Berlins.

Der Volksbund ist ...


… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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