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Mont d’Huisnes zum D-Day: „Unzerbrechliche Bande“

Deutsch-französische Freundschaft auf der Kriegsgräberstätte 80 Jahre nach der alliierten Landung

Der mächtige Gruftbau von Mont d’Huisnes bildete die eindrucksvolle Kulisse der Gedenkveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zu den Feierlichkeiten rund um den D-Day 2024. Mehr als 500 Gäste waren dabei, unter ihnen der deutsche Botschafter in Paris, Stephan Steinlein. Im Anschluss eröffnete Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan eine neue Dauerausstellung, die die Erinnerung an Menschen im Krieg wachhält.

 

Krasser könnten die Gegensätze nicht sein: Rund 12.000 gefallene deutsche Soldaten auf der düster wirkenden Kriegsgräberstätte Mont d’Huisnes und in Sichtweite der weltberühmte Klosterberg Mont-Saint-Michel. „Beide Monumente zeigen, wozu Menschen fähig sind“, sagte Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan in seiner Gedenkrede.

Vor den Gästen aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den USA und Ungarn forderte er: „So wie wir die Denkmäler der Weltkultur erhalten müssen, so müssen wir auch die Gedenkstätten, die an Niederungen menschlichen Handelns und deren Opfer erinnern, bewahren. Das sind wir nicht nur den Gefallenen schuldig, sondern auch den künftigen Generationen.“
 

Stationen des D-Days 2024

Der Volksbund-Präsident sagte das auf der deutschen Kriegsgräberstätte an der Grenze der Normandie zur Bretagne am Ärmelkanal. Es war die finale – und wichtigste – Station seiner D-Day-Reise, die ihn zuvor auf die deutsche Kriegsgräberstätte La Cambe und zum amerikanischen Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer geführt hatte.

Unweit von Omaha Beach, dem Strand der alliierten Landung vor 80 Jahren, hatte Schneiderhan am Vortag, am Jahrestag des D-Day, als Ehrengast den Auftritt von US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron verfolgt.
 

In drei Jahren aufwändig saniert

Die Veranstaltung zum Abschluss der D-Day-Reise in dem Rundbau nahe Huisnes-sur-Mer, den der Volksbund in den vergangenen drei Jahren aufwändig saniert hat, war auch deshalb besonders, weil viele Bürgerinnen und Bürger der befreundeten Orte Saint-James und Erkelenz anwesend waren.

Der Bürgermeister der Stadt Erkelenz, Stephan Muckel, zeigte sich dankbar, die deutsche Kriegsgräberstätte mit vielen Rheinländern aus besonderem Anlass besuchen zu können: Zur großen 50-Jahr-Feier der seit 1974 bestehenden Städtepartnerschaft war die Gruppe angereist.

„Die Gräber hier sind stumme Zeugen einer Vergangenheit, die wir niemals vergessen dürfen. Sie mahnen uns, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und für eine Zukunft einzutreten, in der Krieg und Gewalt keinen Platz mehr haben“, sagte der Bürgermeister.
 

„Bessere Zukunft aufbauen“

Sein Gegenüber der Gemeinde Saint-James, David Juquin, sprach von „unzerbrechlichen Banden, die auf gegenseitigem Verständnis, Respekt und Freundschaft“ basieren. Sein Wunsch an den Volksbund und alle Beteiligten –  dazu zählte auch der Gospelchor „reJoiSing“ aus Erkelenz –: „Möge diese Kriegsgräberstätte eine ergreifende Erinnerung an die Notwendigkeit sein, den Frieden zu bewahren und eine bessere Zukunft für künftige Generationen aufzubauen.“

Großes Lob für den Volksbund

Das Quintett der Redner komplettierten der deutsche Botschafter und die Generalsekretärin der Präfektur des Departements Marche. Perrine Serre zitierte Goethe („Und so, über Gräber vorwärts!“) und betonte den Wert der Europäischen Union für den Frieden. Stephan Steinlein lobte den Volksbund, der sich „tagtäglich für die Aussöhnung zwischen den Völkern“ engagiere.

Die Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen, die Steinlein als „leuchtendes Beispiel für die Überwindung von Feindschaft und Hass“ bezeichnete, spielte sich abends im geselligen Kleinformat ab: In Saint-James feierten die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit den Freunden aus Erkelenz ein rauschendes Fest. Am nächsten Tag weihten sie in Anwesenheit von Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen ein Kunstwerk ein, das an 50 Jahre französisch-deutsche Freundschaft erinnert.
 

Im Geiste der Versöhnung

Im mächtigen Rundbau von Mont d’Huisnes wurde an diesem herrlichen Sommertag deutlich, dass es beider Seiten bedarf, die der Volksbund-Präsident ansprach: der hellen, menschlichen und der dunklen Seite, die uns mahnt, stets für Frieden und Versöhnung einzutreten. Dafür dankte Wolfgang Schneiderhan: „Es freut mich außerordentlich, welch große Zahl an Menschen hier im Geiste von Frieden und Versöhnung zusammengekommen ist!”

„Möge diese Kriegsgräberstätte eine ergreifende Erinnerung an die Notwendigkeit sein, den Frieden zu bewahren und eine bessere Zukunft für künftige Generationen aufzubauen.“

Stephan Muckel, Bürgermeister der Stadt Erkelenz

Neue Ausstellung eröffnet

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung im Rund des Gruftbaus ging es Richtung Ausgang und die Stufen zum Eingangsgebäude hinab. Dort führte Danny Chahbouni in die neue Ausstellung ein. Er leitet beim Volksbund das Referat Informationsgrundlagen.

„Warum bauen wir Ausstellungen auf Kriegsgräberstätten? Wir wollen aus der Geschichte lernen. Und es gibt keinen besseren Platz, um etwas über den Krieg zu lernen als eine Kriegsgräberstätte“, sagte er. Anschließend schnitten Perrine Serre, Unterpräfektin und Generalsekretärin der Präfektur Manche, und Wolfgang Schneiderhan gemeinsam das Band durch.

Vorgestellt ist die Ausstellung hier: Mont d’Huisnes: Lebensbilder in einem Gruftbau.

Silberne Ehrenplakette für Bundeswehr

Generalsekretär Dirk Backen überreichte am Rande der Veranstaltung die Silberne Ehrenplakette des Volksbundes an Hauptmann Matthias W. Kowalski von der 5. Kompanie Versorgungsbatallion 131 aus Bad Frankenhausen. Die Soldatinnen und Soldaten der Kompanie unterstützen den Volksbund seit Jahren bei Pflegeeinsätzen im Ausland und helfen logistisch bei Umbettungsarbeiten und Gedenkveranstaltungen.
 

Weitere Berichte zu D-Day:

- über die „Flamme der Erinnerung”, die vom 3. bis 5. Juni von Aachen über Brüssel bis nach Bayeux getragen wird: Bayeux: Friedenskerze an „Flamme der Erinnerung“ entzündet

- von der Gedenkveranstaltung der Deutschen Botschaft am 5. Juni: La Cambe: Dankbarkeit, Demut und Versöhnung zum D-Day

- vom Gedenken am 9. Juni im französischen Zentralmassiv: Massaker von Tulle: Gemeinsam trauern und schweigen.
 

Zu den historischen Hintergründen hier ein Beitrag aus der Reihe #volksbundhistory: D-Day: Triumph der „freien Welt“ über den Totalitarismus.

Die Deutsche Welle schlägt in einem knapp 17-minütigen Film den Bogen von Juni 1944 bis heute und zeigt das Gedenken in der Normandie – auch auf der deutschen Kriegsgräberstätte La Cambe.
 

Der Volksbund ist ...

... ein gemeinnütziger Verein, der dringend auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen ist. Im Auftrag der Bundesregierung sucht und birgt er Kriegstote im Ausland, bestattet sie würdig, pflegt ihre Gräber in 46 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten er jährlich rund 30.000 junge Menschen.

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Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit