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Belgrad / Beograd

Im Park Kosutnjak im Südwesten Belgrads liegt die deutsche Kriegsgräberstätte BANOVO BRDO, die als deutscher Soldatenfriedhof des Ersten Weltkrieges errichtet und im Zweiten Weltkrieg durch umfangreiche Zubettungen stark erweitert wurde. Nach Abschluss eines Kriegsgräberabkommens ist der Ausbau dieser heute leider weitgehend verfallenen Gräberstätte zu einem zentralen Sammelfriedhof für deutsche Kriegstote in Serbien vorgesehen.

Zur Entstehung der Gräberstätte im Ersten Weltkrieg

Nach zwei Niederlagen der österreichisch-ungarischen Armee im August und Dezember 1914 im Feldzug gegen Serbien wurde im Oktober 1915 – auf Wunsch Bulgariens, das im September 1915 als neuer Verbündeter gewonnen werden konnte, unter deutschem Oberbefehl ein dritter Versuch unternommen, Serbien niederzuwerfen. Generalfeldmarschall August von Mackensen (+ November 1945) übernahm die Heeresgruppe und beendete den Feldzug gegen Serbien erfolgreich. Hauptschauplatz der Kämpfe waren die südwestlich von Belgrad gelegenen Höhen, die von den serbischen Truppen erbittert verteidigt wurden. Der Banovo – Berg bildete dabei eine strategische Schlüsselposition.

Nach der Einnahme Belgrads begann man sogleich mit der Errichtung eines "Deutschen Heldenfriedhofes" auf dem Banovo Brdo. Da Belegungsverzeichnisse nicht mehr vorhanden sind - sie sollen "nach Schlesien geschleppt und dort verloren gegangen sein" – kann die Anzahl der dort Bestatteten nur geschätzt werden. Rund 2600 Gefallene des Ersten Weltkrieges, darunter auch 30 serbische Kriegstote, sowie einige britische und französische Kanoniere, die später auf eigene Soldatenfriedhöfe überführt wurden, sollen hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Die Gestaltung des Friedhofes

Der Waldfriedhof auf dem Banovoberg erhielt seine Prägung durch eine gärtnerische Gestaltung mit Erhaltung des Baumbestandes, Strukturierung der Gräberfelder mit Einzel- und Kameradengräbern durch Plattenwege, und insbesondere die im Zusammenhang mit dem Bau des Friedhofes geschaffene einzigartige Denkmalsituation. Ein interessantes Detail bildet darüber hinaus die zu Ehren von Kaiser Wilhelm II. anlässlich seines Aufenthaltes in Belgrad im Jahre 1916 errichtete sogenannte "Mackensen – Bank", eine halbmondartige Betonbank am Rande des Friedhofes mit Ausblick zur Save, dem damaligen Grenzfluss zwischen dem Königreich Serbien und dem österreichischen Kaiser- und Königreich.

Das über eine breite Treppe erreichbare Hauptdenkmal der Anlage besteht aus einem im klassizistischen Stil gehaltenen und von einem Marmorsarkophag gekrönten Mahnmal. Es trägt die Inschrift "Das Preußische Reserve – Infanterieregiment 208 seinen gefallenen Helden".

Eine schlichte Steinpyramide mit der Inschrift "Seinen treuen Kameraden – das 22. Reservekorps", befindet sich in einigem Abstand zum Hauptdenkmal.

Zwischen diesen beiden Baulichkeiten wurde auf Befehl des Kommandanten von Mackensen noch ein drittes Denkmal - in Form eines schlichten kubischen Steines mit einem Kreuz versehen - errichtet. Es trägt in deutscher und serbischer Sprache die Inschrift: "Hier ruhen serbische Helden". Eine Erläuterung zu der Entstehung dieses besonderen Males findet der Besucher heute auf einer Granittafel vor dem Gedenkstein, auf dem in serbischer Sprache die Worte "Denkmal für die serbischen Krieger, die den Heldentod gefunden haben, als sie im Herbst 1915 Belgrad verteidigten. Dieses Denkmal wurde …als ein Zeichen der Ehrerbietung vor den Kriegsgegnern errichtet" zu lesen sind.

Erweiterung des Friedhofes im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Soldatenfriedhof durch Anlegung neuer Parzellen um das Zweifache der alten Fläche vergrößert. Von 1941 bis 1944 bestattete die Wehrmacht laut Aussage des Friedhofsverwalters Eller, der bis zum Jahre 1944 dort tätig war, weitere schätzungsweise bis zu 2000 deutsche Soldaten auf dem nun ca. 200 x 250m großen Gelände.

Ab dem Herbst 1944 änderte sich die Situation grundlegend; der Friedhof wurde zunehmend zurückgebaut. Ende des Jahres 1945 betteten die jugoslawischen Behörden die 30 serbischen Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg aus einer kleineren Parzelle in der Mitte des nun nicht mehr gelittenen deutschen Friedhofes aus und überführten die Gebeine auf den städtischen Friedhof "Novo Groblje" zur Wiederbestattung in der "Gruft der Verteidiger Belgrads".

Bemühungen des Volksbundes um den Erhalt der Gräberstätte

Mitte der Achtziger Jahre gelang es dem Volksbund schließlich, die jugoslawische Regierung auf die Missstände, insbesondere im Hinblick auf den Zustand der Denkmäler des nun nicht mehr als Friedhof erkennbaren Geländes aufmerksam zu machen und dort auch Gehör zu finden. So konnte im Jahre 1988 tatsächlich eine Sanierung des Mahnmals des Preußischen Reserve – Infanterieregimentes 208 durch das Amt für Denkmalschutz der Stadt Belgrad erfolgen. Zugleich durften dort – auf Kosten des Volksbundes - für die 947 namentlich bekannten deutschen Gefallenen oder in Kriegsgefangenschaft Verstorbenen Bronzetafeln am Hauptdenkmal angebracht werden.

Bilder von Belgrad / Beograd

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Landesinformation für Serbien

Verluste Im ehemaligen Jugoslawien wurden bis 1939 Soldatenfriedhöfe für 14.000 Gefallene des Ersten Weltkrieges angelegt. Für das Territorium des heutigen Serbiens ist die Anzahl der Toten des Ersten Weltkrieges noch nicht ausgewertet. Trotzdem konnten 1988 auf dem Belgrader Friedhof Banovo Brdo an dem #q#Mackensen-Denkmal#q# aus dem Ersten Weltkrieg Tafeln mit den Namen von 974 im Zweiten Weltkrieg in Belgrad gefallenen deutschen Soldaten angebracht werden. Für den Zweiten Weltkrieg sind im ehemaligen Jugoslawien 58.600 Tote in fast 3.400 Orten registriert. Davon entfallen auf das heutige Serbien mehr als 15.400 Tote, die sich an 719 Orten befinden. In Podgorica wurden 2007 die Gebeine von Soldaten bei Straßenbauarbeiten geborgen und auf den deutschen Soldatenfriedhof Split (Kroatien) überführt. Rechtliche Grundlagen der Pflege und Instandhaltung von Kriegsgräberstätten in Serbien Ein Kriegsgräberabkommen ist ausgehandelt, aber bisher nicht unterzeichnet worden. Dieses wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. Februar 2018 im Bundeskanzleramt bekannt gegeben. Momentan befindet es sich noch in der Abstimmungsphase mit den entsprechenden Institutionen

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